Schotttland läuft Deutschland den Sieg bei Galoppklassiker ab

Düsseldorf. Es war schon eine kleine Niederlage für die deutschen Pferde bei den Wempe German 1000 Guineas, dem Klassiker für dreijährige Stuten. Nach einem spektakulären Lauf auf der Grafenberger Bahn ging der Siegespreis von 70.000 Euro schließlich nach Schottland. Nyalti hieß die schnellste Stute im Rennen und wurde von dem 47 Jahre alten Joe Fanning geritten, welcher eigentlich nicht viel machen musste, um nach 1600 Metern souverän zu gewinnen. So lagen die anderen fast fünf Pferdelängen zurück. Die Stute Mlakeh, aus dem Kölner Stall von Henk Grewe, kam auf Platz zwei, knapp vor Go Rose, die Andreas Wöhler in Gütersloh trainiert.

„Das ist schon eine sehr harte und zähe Stute“, kommentierte Johnston, „mit ihrer Form geht es mal rauf, mal runter, heute hat halt alles gepasst. Wir hatten das Rennen schon lange im Auge.“ Joe Fanning hatte trotz der wenig günstigen Startnummer außen gleich eine ideale Ausgangsposition. „Sie kann halt schnell antreten“, sagte Johnston über Nyaleti. 235 Pferde trainiert er, zählt zu den erfolgreichsten Trainern der Insel. „Ich habe da vor Jahren einmal zwei Wochen bei ihm arbeiten dürfen“, erinnerte sich Henk Grewe, „einmalig, wie er das mit so vielen Pferden schafft. Und die gewinnen ja auch zweihundert Rennen im Jahr.“

Er selbst war mehr als zufrieden mit dem Laufen von Malakeh, die an gleicher Stelle schon ein Vorbereitungsrennen hatte gewinnen können. „Zweiter in einem Klassiker, das ist schon was“, freute er sich. „Dabei zeigt die morgens im Training gar nichts.“ Was letztlich auch nicht so wichtig ist – Hauptsache, im Rennen passt es. Ganz anders agierte der deutsche Favorit Binti Al Nar, er kam nur auf Rang sechs und sorgte damit für einige Sorgenfalten.
Zu allem Überfluss kassierte Jockey Andrasch Starke auch noch eine Sperre von zwei Renntagen: „Gefährliche Reitweise“, war der Spruch der Rennleitung. So muss Deutschlands Jockey Nummer eins Mitte Juni bei zwei Veranstaltungen zuschauen – entsprechend bedient verließ er Grafenberg, auch wenn er mit Sakima zumindest ein Rennen im Rahmenprogramm gewinnen konnte.

Dass der Beruf des Jockeys mit gewissen Unwägbarkeiten verbunden ist, musste vor dem zweiten Rennen des Tages Rene Piechulek erfahren. Die Stute Zinarella beförderte ihn unmittelbar vor dem Start ins Gras, Prellungen am Schienbein waren die Folge, nichts war es mit weiteren Ritten, ein Kollege musste einspringen. Piechulek humpelte von der Bahn, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er selbstverständlich am Mittwoch, wenn in Baden-Baden das mehrtägige Frühjahrsmeeting beginnt, wieder im Sattel sitzen werde. Job ist schließlich Job.

Quelle: www.rp-online.de