Rennsport

Interview mit dem brasilianischen Jockey Jorge Ricardo

Im Alter von 56 Jahren und nach 12.845 Siegen zeigt der brasilianische Jockey Jorge Ricardo im Interview mit CNNs Winning… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
04.04.2018 2 min lesen
Ricardo nimmt Glückwünsche zu seinem Rekord entgegen. (Foto: Getty Image/ PM – CNN Winning Post)

Im Alter von 56 Jahren und nach 12.845 Siegen zeigt der brasilianische Jockey Jorge Ricardo im Interview mit CNNs Winning Post keinerlei Anzeichen von Ermüdung. Ricardo hat fast 15.000 Tage im Sattel verbracht – bereits mit 15 Jahren hat er als Lehrling unter der Leitung seines Vaters, einem ehemaligen Jockey, angefangen zu reiten.

Im Laufe seiner Karriere musste Ricardo zahlreiche Knochenbrüche und eine Krebserkrankung überwinden. Im Gespräch erzählt er, wie sich sein letzter Erfolg im Februar – über 41 Jahre nach seinem ersten Sieg – angefühlt hat. Außerdem erfährt CNN, dass obwohl Ricardo selten ins Ausland reist, er den Longines Gran Premio Latinoamericano fünf Mal gewonnen hat – kein anderer Jockey hat das renommierteste Rennen Südamerikas so oft dominiert.

Was bedeutet dieser Rekord für Sie?   

„Mein Traum und Ziel sind damit in Erfüllung gegangen. Seit vielen Jahren wollte ich den Weltrekordtitel. Ich habe ihn bereits zweimal gehalten – 2009 und 2013 – aber aufgrund von Krankheit und Verletzung verlor ich ihn wieder. Jetzt habe ich ihn zurückgewonnen. Für mich ist es das wahre Glück und, wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich vollkommen.“

Haben Sie es jemals in Erwägung gezogen, sich während Ihrer Krankheit zurückzuziehen?

„Nein, es kam mir nie in den Sinn, nicht mehr zu reiten. Sowohl bei meiner Krankheit, als auch beim Unfall hatte ich immer eine positive Einstellung. Ich wusste, dass ich wieder laufen würde. Ich denke, dass es für jeden Sportler sehr schwierig ist, einen Beruf aufzugeben, wenn man eine Leidenschaft und Liebe dafür empfindet. Ich weiß, dass ich nicht mehr viele Jahre habe, aber ich möchte noch mindestens ein paar Siege einfahren.“

Gibt es Opfer, die Sie für Ihre Karriere bringen mussten?

„Ich glaube, dass es in jeder Tätigkeit und in jeder Sportart immer Opfer gibt. Ob es bedeutet, früh ins Bett zu gehen, nicht auszugehen oder etwas nicht mit jemandem teilen zu können. Aber ich bin sehr glücklich und bereue keinesfalls all die kleinen Opfer, die ich bringen musste.“

Wie ist es, fünffacher Rekordhalter des Longines Gran Premio Latinoamericanos zu sein?

„Es ist nicht leicht, fünf Latinos zu gewinnen, denn es gibt nur ein Rennen pro Jahr und oft hast du keine Chance teilzunehmen. Das Glück gehabt zu haben, das Rennen fünf Mal gegen die besten Pferde Südamerikas zu gewinnen, ist vielleicht die größte Errungenschaft meiner Karriere. “

 

Quelle: CNN Winning Post