Derby-Meeting: Kampf der Extraklasse von Devastar im Großen Preis von Lotto Hamburg

von Louisa Trippe
06. Juli 2018
06.07.2018
ca. 3 Minuten

Gutes Omen für den Derby-Start von Weltstar: Ein meisterlicher Ritt des Holländers Adrie de Vries bescherte Gestüt Park Wiedingens Devastar den Sieg im Großen Preis von Lotto Hamburg (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m) vor 7.500 Zuschauern am Donnerstagabend auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. 

Vom Start bis ins Ziel mobilisierte De Vries auf dem von Champion Markus Klug trainierten Vorjahres- Vierten immer wieder neue Energie-Reserven. Dabei war Mitte der Zielgeraden der 23:10-Favorit Va Bank unter Eduardo Pedroza schon an seiner Seite aufgetaucht und kurz sogar an ihm vorbeigezogen. Aber dann zeigte sich, welche Kämpfer Devastar und sein Jockey sind. Genau auf der Ziellinie war diese Mannschaft wieder vorne und der mit 32.000 Euro honorierte Erfolg perfekt. 

Besitzer Helmut von Finck (Berlin) hatte schon am Sonntag schon nach dem Erfolg von Dschingis Secret im pferdewetten.de – Großer Hansa-Preis als Züchter einen Top-Erfolg in Hamburg gefeiert. 

Der in seinen Farben laufende Devastar scheint im Alter von sechs Jahren so gut wie nie zuvor. Denn er gewann sein drittes Rennen in der Saison 2018. „Ich bin begeistert. Er toppt in diesem Jahr alles noch einmal. Wir wollen es nun wieder in Baden-Baden und in Hoppegarten auf Gruppe-Ebene versuchen“, kommentierte Trainer Markus Klug. Va Bank unterlag sehr unglücklich, lief als denkbar knapp geschlagener Zweiter aber ein starkes Rennen vor Sound Check, der als Dritter immer zwingender wurde.

Alpine Motorenöl Seejagdrennen eine Werbung für den Hindernissport 

Das ultimative Highlight des Rahmenprogramms war das Alpine Motorenöl Seejagdrennen (14.000 Euro, 3.600 m), bei dem die Pferde durch das kühle Nass schwimmen, zum Abschluss des Tages. Fünf Pferde hatten nach dem letzten Hindernis noch Siegchancen, schließlich entwickelte der tschechische Gast Peintre Elusif (74:10) mit Jockey Jan Faltejsek gegen Icarium und den Favoriten Aufsteiger die größten Reserven und setzte sich noch sicher durch. Selbst langjährige Besucher konnten sich kaum mehr an eine so spannende Hindernis-Prüfung aus jüngster Zeit erinnern. Begeistert zeigte sich auch Sponsor Hermann Schröer-Dreesmann, Ölkaufmann aus Ankum: „Das war eine Werbung für den Hindernissport.“ 

Er ist ein Spezialist für die sogenannten Ex-Jockey-Rennen, aber William Mongil (49), inzwischen Trainer in Mülheim, bereitet sich stets akribisch darauf vor. Bei der Neuauflage in einem 1.800 Meter-Ausgleich III triumphierte der einstige Stalljockey des Aga Khan mit dem Dreijährigen Girard (25:10) aus dem Gestüt Ebbesloh (Trainer ist Peter Schiergen in Köln) leicht gegen Nareia und Arabian Dreamer. 

Schon vor dem Hauptrennen landeten Adrie de Vries und Markus Klug einen Erfolg in einer Dreijährigen-Konkurrenz – mit dem Röttgener Wellenreiter, der zur lukrativen Quote von 66:10 in einem 2.400 Meter-Rennen Start-Ziel auftrumpfte. 

DFB-Präsident Reinhard Grindel zu Gast 

Ehrengast in Hamburg war am Donnerstagabend Reinhard Grindel, der Präsident des DFB, der sich auch im Turf bestens auskennt. „Es ist schön, hier etwas Abwechslung zum Fußball zu haben. Ich bin oft in Hannover beim Rennen, und zehn- bis zwölfmal habe ich das Derby in Hamburg besucht. In diesem Jahr kann ich am Sonntag aber leider nicht da sein, da ich noch einmal eine Woche nach Russland zur Fußball-WM fliege, um die Halbfinalspiele und das Finale zu sehen. Favorit auf den Titel ist für mich Frankreich, aber es hat ja so viele Überraschungen gegeben. Mein größtes Erlebnis im Galopprennsport war vor vielen Jahren ein Seejagdrennen in Hamburg, als die drei Pferde aus meiner Dreierwette uneinholbar vorne waren, aber dann kam ein Jockey am vorletzten Sprung aus dem Sattel, und die Wette war verloren.“ 

Bereits am Vormittag hatte es fünf Rennen im Rahmen einer Matinee gegeben, die alle nach Frankreich übertragen wurden. Mit Tarantella (Mirko Sanna; 16:10) und Jet Setter (Maxim Pecheur; 36:10) sowie Airfield Beauty (36:10; Andrasch Starke) gab es drei Erfolge stark beachteter Pferde, aber der extra aus Mannheim angereiste Dark Fighter (Tommaso Scardino) bezahlte in einem Meilen- Handicap mit 187:10 viel Geld. Auch der Iffezheimer Gast Darienne du Pre (Adrie de Vries; 126:10) überraschte in einem 1.800 Meter-Rennen positiv. 

Bereits zur Vormittagsstunde weilte mit Alexander Pereira der Direktor der Mailänder Scala in Hamburg. Ein Erfolg war ihm allerdings nicht vergönnt, denn seine Stute Norway wurde Vierte eines Handicaps. 

Fortgesetzt wird das IDEE Derby-Meeting am Samstag, 07. Juli 2018.

Das spektakulärste Rennen des 5. Renntages: Die Seejagd. (Foto: galoppfoto.de)

(PM)

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