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Preis der Sparkasse: Weltmeister auch in Aachen top

Das Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, startet traditionell mit dem Voltigieren. Heute standen die ersten Entscheidungen im Preis der Sparkasse… Artikel lesen

Martina Brueske
12.09.2021 3 min lesen
Dem siegreichen Team gratulieren Thomas Salz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen und ALRV-Aufsichtsratmitglied Peter Weinberg (v.l.) Foto- CHIO Aachen/ Michael Strauch

Das Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, startet traditionell mit dem Voltigieren. Heute standen die ersten Entscheidungen im Preis der Sparkasse auf dem Plan. Gesucht und gefunden wurden die besten Gruppen, Damen und Herren.

Die erste Nationalhymne beim CHIO Aachen 2021 wurde für die beste Voltigiergruppe im Preis der Sparkasse gespielt. Das war wieder einmal das Team Fredenbeck. Die Niedersachsen waren als Titelverteidiger und frisch gebackene Weltmeister angereist. Ein Status, dem sie auf dem Zirkel in der Albert-Vahle-Halle voll gerecht wurden. Mit Rang eins in Pflicht und Kür und 8,356 Punkten setzten sie sich auf ihrem Oldenburger Wallach Capitain Claus gegen das Team Norka des VV Köln-Dünnwald durch, für die es 8,156 Zähler wurden. An dritter Stelle landete die Mannschaft BIS 1 aus Dänemark mit 7,531 Zählern.
Auch wenn sie gerade Weltmeister geworden sind, hier in Aachen einzulaufen sei immer etwas ganz Besonderes, sagen die Fredenbecker. Teammitglied Kathrin Meyer: „Hier sind auch die Fans, die nicht zur WM kommen konnten.“ Und diese Fans feierten ihre Lieblingsmannschaft. Das Motto der Gruppe, die in Outfits mit Regenbogenelementen auftraten: „Unleash yourself“. Longenführerin Gesa Bührig erklärte: „Wir sind so viele verschiedene Charaktere in der Gruppe und trotzdem können wir gut zusammenarbeiten. Wir wollen zeigen, dass jeder seine Persönlichkeit ausleben kann.“ Immer eine tiefere Message – auch dafür ist Fredenbeck bekannt.

Faszination „Rote Materie“
Janika Derks hat es wieder mal geschafft. Zum dritten Mal nach 2017 und 2019 sicherte sie sich den Einzeltitel der Damen im Preis der Sparkasse. Die 31-jährige gelernte Physiotherapeutin aus Köln zelebrierte auf dem 18-jährigen Routinier Dark Beluga an der Longe von Barbara Rosiny eine Kür zum Motto „Rote Materie“. „Ich wollte die Entfaltung von Energie thematisieren“, erklärte sie. Davon kann bei ihr in der Tat die Rede sein. Vor allem ihre Kraftelemente sind beeindruckend, etwa wie sie sich scheinbar mühelos in den Handstand drückt. Die Richter belohnten sie mit einer Gesamtnote von 8,619 in der Kür. Zusammen mit den Ergebnissen aus Pflicht und Technik ergab das 8,462 Punkte und einen deutlichen Sieg vor ihrer ehemaligen Neusser Vereinskollegin Pauline Riedl auf William II Z an der Longe von Maik Husmann (7,855). Dritte wurde Alina Roß mit DSP San Zero, longiert von Marion Schulze (7,628).

Erster Sieg für Jannik Heiland
Wie es ist, in Aachen zu gewinnen, weiß Jannik Heiland. Das Gefühl konnte er ja erst am Morgen auskosten, als er mit dem Team Fredenbeck auf der Ehrenrunde für ihren Sieg bei den Gruppen lief. Aber im Einzel hatte es bis jetzt noch nicht ganz gereicht. Bis heute. Nachdem er gestern in Pflicht und Technik den vierfachen Aachen-Sieger Thomas Brüsewitz hinter sich lassen konnte, genügte heute ein zweiter Platz in der Kür, um sich den Gesamtsieg zu schnappen. Aber es war verdammt knapp! 8,487 Punkte insgesamt für Heiland, 8,465 Zähler für Brüsewitz, der es mit einer super Kür auf dem von Alexandra Knauf longierten Eyecatcher noch einmal richtig spannend gemacht hatte.
Jannik Heiland turnte übrigens auf Dark Beluga, der zuvor schon Janika Derks den Sieg beschert hatte. „Es gibt kein zuverlässigeres Pferd als ihn“, schwärmt Heiland. Mit sich selbst war er heute nicht ganz so glücklich: „Ich war zu 90, 95 Prozent zufrieden heute.“ Ein Perfektionist also? „Das muss man schon sein. Nicht zu sehr, sonst macht es keinen Spaß. Aber man muss immer schauen, welche Stellschrauben man noch drehen kann, gerade jetzt, wo die Herrenkonkurrenz so stark ist wie noch nie.“ Die Konkurrenz in Aachen kam vor allem aus dem eigenen Lager. Die Plätze drei bis fünf hinter Thomas Brüsewitz waren nämlich auch deutsch besetzt, angeführt von Julian Wilfling (7,909) und mit Jannis Drewell (7,669) und Thomas Heppler dahinter (7,637).

Pas de Deux, Teil I
Den Tag eröffnet hatten am Morgen in der Albert-Vahle-Halle die Paare im Pas de Deux mit ihrer ersten von zwei Küren. Hier waren die Weltmeister Janika Derks und Johannes Kay auf Humphrey Bogart OLD mit Nina Vorberg an der Longe nicht zu schlagen. Mit 8,847 Punkten führen sie die Gesamtwertung an. Auch die Plätze zwei und drei gingen nach Deutschland: an Chiara Congia und Justin van Gerven mit Highlight, longiert von Alexandra Knauf (8,697), und an Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes mit Caramoe und Claudia Döller-Ossenberg-Engels in der Zirkelmitte (8,506).

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