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Pferde richtig anweiden

Die Sonne scheint, dass Gras lockt mit saftigem grün und die Frühlingsgefühle sind längst erwacht. Aber können wir die Pferde… Artikel lesen

Felicitas Meyer
01.05.2021 3 min lesen
Symbolbild: pixabay

Die Sonne scheint, dass Gras lockt mit saftigem grün und die Frühlingsgefühle sind längst erwacht. Aber können wir die Pferde nach dem langen Winter einfach so auf die frischen Weiden lassen? Natürlich nicht. Das Anweiden muss gut vorbereitet sein!

 

Futterumstellung

 

Im Winter haben die Pferde sich meist von Heu, Stroh, Pellets, Hafer und vielleicht ab und an Futtermöhren ernährt. Die Umstellung von der Stall- auf die Weidesaison ist groß. Auf gar keinen Fall dürfen die Pferde einfach so auf die fetten Frühjahrsweiden gelassen werden. Weidekoliken drohen durch die gedüngten Flächen mit energie- und eiweißreichem Gräserbestand. Als Fachliteratur empfehlen wir das Praxishandbuch Pferdeweide.

 

 

Anforderungen an die Pferdeweide

 

Die Ansprüche an eine Pferdeweide ist höher als an eine Weide für Milchkühe. Während bei den Kühen die Energie- und Eiweißdichte für die Milchbildung wichtig ist, muss das Gras von Pferdeweiden eine geringere Zellwandverdaulichkeit, weniger schnell lösliche Zucker und mehr schwerer verdauliche Rohfaser aufweisen, damit die Pferde keine fütterungsbedingten Krankheiten wie Hufrehe bekommen. Deshalb gibt es spezielles Saatgut für Pferdeweiden mit hohen Futterwerten, die auch für die Nachsaat geeignet sind.

 

Die Pferdeweide ist für die Futteraufnahme und für die Bewegung da. Da Pferde Steppentiere waren, fressen sie gerne partiell, lassen andere Stellen links liegen und ziehen dann weiter. Zudem entstehen durch Exkremente, die nicht abgesammelt werden, weitere Stellen, die nicht mehr als Weidefläche aktiv genutzt sind. Pferde bewegen sich viel und oft auch schnell und zerstören besonders bei feuchtem Wetter oft die Grasnarbe so sehr, dass Sandflächen, Trampelpfade oder Matschlöcher entstehen. Somit ist das richtige Weidemanagement nicht nur wichtig, sondern eigentlich unabdingbar für langfristig funktionierende Weideflächen.

 

Anweiden, aber richtig

 

Somit ist es sinnvoll die vorhandene Weidefläche in kleinere Flächen zu unterteilen. Hierfür sind z.B. Steckweidezaunpfähle sinnvoll,

die dann wiederum mit Weidezaunband versehen werden.  Dies Weidezaunband kann auch in Kombination mit einem Weidezaungerät als Elektrozaun genutzt werden, allerdings ist dies nicht immer notwendig. Oft reicht eine einfache räumliche Abtrennung.

 

Auch die bestehende Weide muss genau kontrolliert und ggf. repariert werden. Die Weide muss auf Giftplanzen kontrolliert werden. Welche Giftplanzen es gibt, fasst das Buch „Was mein Pferd nicht fressen darf: Giftplanzen und anderes Ungeniessbares“ gut zusammen.

 

 

Ist die Weide nun gut vorbereitet, lässt man die Pferde zunächst stundenweise raus. Über einen Zeitraum von zwei Wochen erhöht man die Stundenzahl der Weidestunden, bis der empfindliche Pferdemagen die Umstellung auf das frische grün geschafft hat. In der Zeit des Anweidens gibt man den Pferden immer noch zu dem Kraftfutter auch Raufutter und reduziert dann die Gabe in Abhängigkeit mit den Weidestunden. Wenn die Pferde wieder vollständig aufgeweidet sind, benötigen Sie kein Heu mehr.

 

Ausstattung der Pferdeweide

 

Wichtig ist, dass es auf der Weide immer zugängliches Wasser gibt. Gibt es keinen direkten Wasseranschluss, kann mit Wassertrögen ausgeholfen werden.

Zudem ist ein Schattenplatz unabdingbar. Gibt es keinen Unterstand oder Schatten durch Bäume, kann auf ein Weidezelt zurückgegriffen werden.

 

 

All die Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen sollen aber die große Freude an der Weidesaison nicht schmälern. Was gibt es Schöneres als das Frühlingserwachen und seine Pferde wieder auf den grünen Weiden bei genussvollem Grasen zu beobachten.

 

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