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Paul Schockemöhle wird 75

Warendorf (fn-press). Züchter, Pferdehändler, Unternehmer, Turnierveranstalter und einstiger Weltklassespringreiter – wie immer man Paul Schockemöhle bezeichnet, niemals wird man allen… Artikel lesen

Martina Brueske
13.03.2020 2 min lesen
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Warendorf (fn-press). Züchter, Pferdehändler, Unternehmer, Turnierveranstalter und einstiger Weltklassespringreiter – wie immer man Paul Schockemöhle bezeichnet, niemals wird man allen Facetten seines Lebens gerecht. Am 22. März wird „PS“ 75 Jahre alt.

Um seinen 75. Geburtstag will Paul Schockemöhle nicht viel Aufhebens machen. Er wird ihn in Südspanien verbringen – bei der Sunshine Tour in Vejer de la Frontera. Die Mutter aller mehrwöchigen Turnierserien, zugleich eines der bedeutendsten Zentren des internationalen Pferdehandels, besucht Schockemöhle aber nicht allein des Pferdekaufs und -verkaufs wegen, sondern auch als Trainer. Wie schon vor vier Jahren (Olympische Spiele in Rio de Janeiro) ist er als Coach der japanischen Springreiter tätig, die sich derzeit im Süden auf die kommenden Spiele in Tokio vorbereiten.

Paul Schockemöhle ist ein Mann der Rekorde. Im Spitzensport wie in der Zucht. Mit dem unvergessenen hannoverschen Wallach Deister gewann er dreimal in Folge von 1981 bis 1985 die Goldmedaille bei den Europameisterschaften. Dies gelang keinem anderen Reiter. Zwölf Jahre lang waren er und der Braune das Traumpaar des Parcours, holten fünfmal den Titel „Deutscher Meister“, wurden olympische Bronzemedaillengewinner 1984 mit der Mannschaft und Vize-Weltmeister 1986 wiederum mit dem Team. Ebenfalls zwölf Jahre lang rangierte PS, wie er gerne genannt wird, unter den Top 10 der Weltrangliste. Seinen Durchbruch im Spitzensport feierte er 1976 mit Agent, als er gemeinsam mit seinem acht Jahre älteren Bruder Alwin die Mannschafts-Silbermedaille bei den Olympischen Spielen von Montreal gewann. Alwin wurde auf Warwick Rex Olympiasieger in der Einzelwertung.

Nach seiner turniersportlichen Karriere widmete sich Schockemöhle neben der Leitung seiner Firmen dem Ausbau seiner Hengststation und seines Turnierstalls. Viele Spitzenreiter erhielten bei ihm das Rüstzeug für den großen Sport, wie einst Franke Sloothaak, Otto Becker, Ludger Beerbaum, Meredith Michaels oder in jüngerer Vergangenheit Andreas Kreuzer und aktuell Patrick Stühlmeyer.

Pferdezucht im ganz großen Stil betreibt Paul Schockemöhle in seinem Gestüt Lewitz in Mecklenburg-Vorpommern, das er nach der Wende erworben hatte. Mehrere tausend Stuten und ihre Nachzuchten bevölkern das riesige Areal. In Lewitz entstand die größte Embryotransferstation Deutschlands. Viele der dort geborenen Pferde fanden und finden den Weg in den internationalen Turniersport, zumeist unter ausländischen Reitern. Schockemöhle eroberte schon frühzeitig vor allem den asiatischen Markt und machte seine Kunden mit Pferden „made in germany“ beritten.

Auch als Turnierorganisator ist der „Tausendsassa“ rührig. Der Chef der Riders Tour, der wichtigsten internationalen Springsportserie in Deutschland, richtete im Februar dieses Jahres erstmals das Finale der Tour im Rahmen des von seiner Firma PST-Marketing organisierten Turniers „VR Classcis“ in Neumünster aus. Zudem lädt PS zu Beginn der Saison die Aktiven zum Spring- und Dressurturnier nach aufs Gelände des Landgestüts Redefin ein. hen

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