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Paralympics Tokio 2021: „Wir sind gut vorbereitet“

Aachen (fn-press). Nach den Olympischen Spielen ist vor den Paralympics. Nahezu alle Pferde und Reiter*innen, die im Tokio in der… Artikel lesen

Martina Brueske
17.08.2021 3 min lesen
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Aachen (fn-press). Nach den Olympischen Spielen ist vor den Paralympics. Nahezu alle Pferde und Reiter*innen, die im Tokio in der Para-Dressur an den Start gehen, haben in der Quarantäne in Aachen auf ihren Abflug Richtung Japan gewartet. Vom 26. bis 30. August ist es dann soweit: Zunächst werden an zwei die Einzelmedaillen in den fünf Behinderten-Grades vergeben, dann folgt zwei Tage lang der Teamtest, der in diesem Jahr alleine für die Mannschaftswertung ausschlaggebend ist. Wie im Regelsport starten dabei nur drei Paare pro Team, das Streichergebnis fehlt auch hier. Den Abschluss macht die Kür, in der nochmals Medaillen in den fünf Grades vergeben werden.

Für Deutschland reisen Heidemarie Dresing (Rheda-Wiedenbrück, Grade II) mit La Boum, Regine Mispelkamp (Geldern, Grade V) mit Highlander Delight’s, Dr. Saskia Deutz (Sehlen, Grade IV) mit Soyala und Steffen Zeibig (Arnsdorf, Grade III) mit Feel Good nach Tokio. „Wir hatten vor etwa vier Wochen unseren Abschlusslehrgang in Riesenbeck und haben dort trotz der Vorbereitung auf die Europameisterschaften ganz tolle Bedingungen vorgefunden“, schildert Equipechefin Britta Bando den Stand der Vorbereitungen der deutschen Para-Reiter*innen. „Es wurden vor allem Aufgaben geritten, wir haben aber noch ein wenig an den Küren und der Musik gefeilt und generell Gespräche zur Vorbereitung auf Tokio geführt.“

Seit 10. August sind alle Pferde in Aachen, in der Nacht auf Mittwoch, 18. August, geht es für sie weiter Richtung Lüttich. „In Aachen hatten unsere Reiter, entweder draußen auf den Abreiteplätzen zu trainieren oder auch im Stadion. Hier gibt es auch die Möglichkeit zum Flutlichttraining, so dass sich die Pferde auch daran schon gewöhnen können“, erzählt Bando weiter. „Da hier fast alle Pferde in Quarantäne sind, konnten wir auch schon mal einen Blick auf die Pferde der anderen werfen, selbst die amerikanischen.“

Insgesamt werden in Tokio 78 Paare aus 27 Nationen am Start erwartet – eine bunte Mischung aus Debütanten und erfahrenen Paralympioniken. Unter ihnen auch der Brite Lee Pearson, der mit bisher 14 Medaillen – darunter elf goldenen – als Rekordhalter in der Para-Dressur an den Start geht oder auch der 60-jährige Norweger Jens Lasse Dokkan, der als einziger Reiter bislang an allen Reitwettbewerben seit deren Anfang 1996 in Atlanta am Start war. Nicht zu vergessen die amtierende Welt- und Europameisterin Sanne Voets (Grade III), der es zusammen mit ihrem Team bei den WM 2018 in Tryon zudem gelungen ist, erstmals den bis dahin ungeschlagenen Briten das Mannschaftsgold streitig zu machen.

Auch in Tokio zählen die Niederländer und Briten zu den Favoriten, ebenso wie die Dänen, die darüber hinaus mit dem zweifachen Europameister von Rotterdam 2019, Tobias Thorning Joergensen, ein heißes Eisen in der Einzelwertung im Feuer haben.

„Für uns sind die Europameisterschaften in Rotterdam nicht so optimal gelaufen, daher zählen wir in Tokio auch nicht zum unmittelbaren Favoritenkreis. Das macht manches auch leichter, denn wir können viel unbeschwerter an die Paralympics herangehen. Wir sind sehr gut aufgestellt mit einer Mischung aus erfahrenen Paaren und Neulingen, sind gut vorbereitet und werden in Tokio alles geben, um uns so gut wie möglich zu verkaufen. Unser oberstes Ziel ist natürlich die Teammedaille, aber das hängt erfahrungsgemäß auch immer etwas von der Tagesform ab. Gerade in diesem Jahr, wenn nur eine einzige Prüfung entscheidet. Ein bisschen braucht man auch das Glück auf seiner Seite“, so Britta Bando.

Aus Gesprächen mit DOKR-Geschäftsführer Dr. Dennis Peiler hat die Equipechefin einen guten Einblick, was sie und ihr Team in Tokio erwartet. „Wir standen während der Olympischen Spiele in Kontakt und er hat bestätigt, dass wir sehr gute sportliche Verhältnisse auf dem Turnierplatz antreffen werden. Ich hoffe, dass die Wege nicht ganz so weit sein werden wie im Regelsport, aber ich hörte, dass alles etwas näher zusammenrücken soll. Anders als die Regelsportler werden wir – wie immer – im Paralympischen Dorf wohnen, das fanden wir bisher auch ganz spannend.“ Hb

Informationen unter www.pferd-aktuell.de/tokio2021/paralympics