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Paderborn: Thomas Brandt neuer Berufsreiter-Champion

Paderborn (fn-press). Als Favorit war Tim Rieskamp-Goedeking (Steinhagen) in das Finale des Deutschen Championats der Berufsreiter Springen eingezogen. Doch nach… Artikel lesen

Martina Brueske
26.09.2020 2 min lesen
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Paderborn (fn-press). Als Favorit war Tim Rieskamp-Goedeking (Steinhagen) in das Finale des Deutschen Championats der Berufsreiter Springen eingezogen. Doch nach dem Pferdewechsel trug ein anderer den Titel „Champion“: Der 52 Jahre alte Thomas Brandt aus Winsen an der Aller sicherte sich die Goldmedaille, seine Kollegen Tim Rieskamp-Goedeking und Henrik Dowe (Heiden) ritten punktgleich auf den Silberrang.

Eigentlich hätten die Berufsreiter Springen schon im April ihren Meister ermitteln sollen, doch Corona zwang auch den Reiterverein Bad Oeynhausen und seinen Vorsitzenden Wilfried Schormann zur Neuplanung. „Wir haben schon damals gesagt, dass wir das Turnier in jedem Fall nachholen werden, am liebsten natürlich mit Zuschauern“, sagte Schormann. Der Wunsch nach Besuchern ging zwar nicht in Erfüllung, aber die Veranstaltung zog bei regnerischem Herbstwetter zahlreiche Springreiter nach Ostwestfalen. Herzstück des Turniers ist seit vielen Jahren das Deutsche Championat der Berufsreiter Springen. Nach zwei Springprüfungen hatten sich die drei punktbesten Reiter für das Finale mit Pferdewechsel qualifiziert. Der bekannteste von ihnen ist Tim Rieskamp-Goedeking. Bereits zweimal Sieger (2006 und 2007) und schon oft weit vorne platziert, setzte er den elfjährigen westfälischen Hengst Coldplay v. Chacco-Blue-Pilox in Bad Oeynhausen ein. Thomas Brandt, mit 52 Jahren der älteste Finalist, ist zwar beim Berufsreiter-Championat ein relativer Neuling, aber er kennt den Turnierplatz seit Jahrzehnten. Schon 1986 gewann er dort den Großen Preis. 34 Jahre später startete er mit der neun Jahre alten Fuchsstute Deliah de Semilly v. Diamant de Semilly-Argentinus aus dem Zuchtverband Oldenburg International beim Championat. Brandt ist Pferdewirtschaftsmeister und betreibt zusammen seiner dänischen Ehefrau Louise einen Turnier- und Handelsstall. Der Jüngste des Trios ist Hendrik Dowe (30), dessen Familie in Heiden im Münsterland einen Ausbildungsbetrieb unterhält. Partner für seine Premiere beim Championat der Berufsreiter war der achtjährige Fuchswallach Global Clockwise, ein Hannoveraner v. Catoki-Stakkato.

Zunächst starteten die drei Finalisten auf ihren eigenen Pferden in das S-Springen (2*), allen gelang eine fehlerfreie Runde. Fünf Minuten hatten sie Zeit, sich auf die Pferde ihrer Mitstreiter einzustimmen. Tim Rieskamp-Goedeking und Hendrick Dowe patzten jeweils einmal, was ihr Konto mit vier Fehlerpunkten belastete. Als letzter an der Reihe, lag es an dem führenden Thomas Brandt, die Entscheidung herbeizuführen. Auch im Sattel von Hendrik Dowes Global Clockwise blieb er fehlerfrei – drei Nullrunden bedeuteten den klaren Sieg. Die beiden punktgleichen Reiter rangierten gemeinsam auf dem Silberrang. Als beste Pferde wurden Rieskamp-Goedekings Coldplay und Dowes Global Clockwise ausgezeichnet. Beide hatten in den drei Umläufen alle Stangen oben gelassen, lediglich Thomas Brandts Deliah de Semilly hatte es den Reitern im Pferdewechsel nicht so leicht gemacht und für acht Fehlerpunkte gesorgt.

Burkhard Jung, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Berufsreiter, betonte in seiner Ansprache, wie wichtig das Championat für den Berufsstand sei und lobte die Spitzenleistungen, die die Aktiven beim Pferdewechsel gezeigt hätten. hen

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