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Marcus Ehning – inzwischen auch Großverdiener der Global Champions Tour

Geschrieben von: Dieter Ludwig Marcus Ehning auf dem 13-jährigen Wallach Pret a Tout auf der Ehrenrunde nach dem Sieg im… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
22.05.2016 3 min lesen
Geschrieben von: Dieter Ludwig

Marcus Ehning auf dem 13-jährigen Wallach Pret a Tout auf der Ehrenrunde nach dem Sieg im Grand Prix von Madrid im Rahmen der Global Champions Tour. Der dreimalige Weltcupgewinner gehört inzwischen auch zu den Großverdienern der Tour, der bald vierfache Vater wird auf der Geldangliste der Serie mit bisher 1.514,660 Euro an achter Position geführt. Die Spitze hält auf der 2006 begonnenen Turnierreihe Edwina Tops-Alexander (Australien), Ehefrau des Serien-Erfinders Jan Tops, mit 3.151,504 €.

(Foto: Stefano Grasso/ GCT)

Madrid. In der geldträchtigen Global Champions Tour der Springreiter führt nach sechs Wettbewerben Christian Ahlmann die Gesamtwertung an. Und wer zu den besten 30 der Weltrangliste gehört, der hat auf der Tour keine Kosten – aber möglicherweise eine zusätzliche Einnahmequele…

Christian Ahlmann (Marl) hat noch keinen Großen Preis der diesjährigen Global Champions Tour gewonnen, doch in der Gesamtwertung liegt er mit 186 Punkten nach sechs Turnieren an erster Stelle. Nicht gewonnen, heißt aber nicht: Nichts kassiert. Aufgrund seiner vorderen Platzierungen bei allen Wettbewerben kommt der Weltcupgewinner von 2011 in Leipzig bisher auf ein Gewinngeld von 248.159 Euro. Noch besser steht Frankreichs Weltranglisten-Erster Simon Delestre da, der war bisher nur dreimal am Start, ohne einen einzigen Erfolg, doch er steht bei schon 280.077 €. Marcus Ehning (Borken), am Samstag Gewinner des Grand Prix in Madrid, war im Rahmen der Derbytage in Hamburg Vierter im Großen Preis der Hansestadt und nun im ehrwürdigen Campo Erster, zwei Turniere machten bei ihm in der Kasse ein Plus von 138.447 Euro aus. Zum Vergleich: Der Ire Bill Twomey gewann in Hamburg das Derby, doch dafür bekam er neben viel Applaus und der Blauen Schärpe „lediglich“ 30.000 €. Am Tag zuvor war Ludger Beerbaum Erster im Grand Prix von Hamburg als Station der Global Champions Tour, und das spülte dem viermaligen Olympiasieger 99.000 € aufs Konto.

Es läuft inzwischen mehr als einiges schief im internationalen Springsport. Nach dem Spruch: Der Satte versteht den Hungrigen nicht, und der Hungrige nicht den Satten. Und zu den Satten gehört natürlich auch der Weltverband (FEI). Die FEI wettert zwar gegen die Global Champions Tour, doch sie kassiert an Gebühren mit, mindestens zehn Prozent als Gebühr der Gewinngelder. Und da Tour-Erfinder Jan Tops auch noch ganz geschickt und schlau Longines als FEI-Hauptsponsor für seine Tour eingefangen hat, bleibt der Federation Equestre International nichts als das Dasein des besagten Hundes, der den Mond anbellt.

Und noch einmal zu Hamburg und warum die Springreiter so um Punkte für die Weltrangliste regelrecht gieren. Wer zum edlen Zirkel der ersten 30 gehört, hatte in der feinen Stadt an der Elbe – nicht nur dort – alles frei, auch die Entourage, Hotel, Vip-Bereich, Abholdienst bis zum Ein- und Abflug bzw. Transport per LKW der Pferde. Nenngeld und Startgeld entfielen ebenfalls. Dagegen wurde bei den anderen richtig zugegriffen. Für Reiter des Drei-Sterne-Turniers, und dazu zählte das Derby, waren pro Pferd als Nenngeld 270 Euro zu entrichten, dazu kamen 140 € pro Box. Und ganz hart traf es die sogenannten Amateure, die im Rahmen auftreten dürfen. Ihnen wurde abgeknöpft an Nenngeld 1.260 € pro Pferd, kam einer mit einem weiteren, hatte er zusätzlich 1.200 zu „latzen“, Ermäßigung trat beim dritten Pferd ein, da wurden „nur“ 1.100 gefordert – insgesamt also: Drei Pferde = Nenngeld 3.560 €. Und die Prämien waren dafür  amateurhaft. Emelie Aust, 15, Tochter von Ex-Spiegel-Chef und Pferdezüchter Stefan Aust, gewann zum Beispiel mit Chira die Prüfung um den „Preis des Bauernblatts“ und wurde mit 250 Euro entlohnt.

Auf der Liste für Gesamtgebühren stand u.a. zu lesen: 5 Sterne-Prüfung pro Pferd 0 Euro, 3 Sterne-CSI pro Pferd: 455,50 €, Amateure: 1. Pferd 1.499,40 €, 2. Pferd 1.428 €, 3. Pferd 1.309 €. Dazu gesellten sich natürlich noch weitere Ausgaben für Strom, Heu, Stroh oder Ballen mit Spänen und Entsorgung.

So ist es verständlicherweise kein Wunder, dass die Elite-Springreiter als Unternehmer und damit Arbeitgeber eher das magnetische Rascheln von Euro- oder Dollarscheinen eines Jan Tops oder einer Athina Onassis de Miranda in den Ohren haben und der Spur folgen als  zum Beispiel in Balve um die deutsche Meisterschaft zu reiten. Am gleichen Wochenende nämlich – 3. bis 5. Juni – lädt auch Milliardärin Tina Onassis zu ihrer hochdotierten Veranstaltung nach St. Tropez…

Quelle: www.ludwigs-pferdewelten.de