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Knapper geht’s wirklich nicht: Vielseitigkeits-Olympiasieger Michael Jung Badenia-Sieger mit einer Hundertstel vor Maurice Tebbel

 (ppb) Es war ein wahres „Herzschlagfinale“, und am Ende hatte Michael Jung (Horb am Neckar) mit seiner 13-jährigen Westfalen-Stute fischerChelsea… Artikel lesen

Martina Brueske
04.05.2021 3 min lesen
Michael Jung (Stefan Lafrentz)

 (ppb) Es war ein wahres „Herzschlagfinale“, und am Ende hatte Michael Jung (Horb am Neckar) mit seiner 13-jährigen Westfalen-Stute fischerChelsea mit einer Hundertstelsekunde die Nase vorn. Im Stechen, das 14 Paare aus dem Umlauf mit Null-Fehler-Ritten erreicht hatten, blieb er wieder ohne Abwurf und durchbrach nach 41.85 Sekunden die Lichtschranke. Das war der Sieg in der wichtigsten Springprüfung des 57. Mannheimer Maimarkt-Turniers – „Die Badenia – Großer Preis der MVV“ – und 25.000 Euro Preisgeld sowie wertvolle Punkte für die Longines Weltrangliste. „Das hat heute super geklappt, über die Kombination, sonst eine Hauptklippe für sie, ging sie hellwach und war anschließend hochmotiviert“, lobte der dreimalige Vielseitigkeits-Olympiasieger sein Pferd. Der 38-jährige Schwarzwälder, in seiner Heimatstadt Horb Ehrenbürger, dankte für dieses „tolle Turnier mit einem tollen Boden, einem tollen Parcours – dieser Erfolg beflügelt jetzt auch für die Zukunft und nicht zuletzt für Tokio“. 

Auch Dr. Georg Müller, Vorstandsvorsitzender der MVV, war begeistert von der spannenden Prüfung und nannte drei Punkte, warum das Maimarkt-Turnier in diesem Jahr trotz Corona stattfand: „Zum Ersten kam die Reiterelite, die reiten wollte. Zum Zweiten gibt es hier einen Boden, der immer wieder gelobt wird, und drittens ist es der Beharrlichkeit von Peter Hofmann zu verdanken, der die Veranstaltung möglich gemacht hat.“ Ralf Eisenhauer, Mannheims Bürgermeister für Bauen, Planung, Verkehr und Sport, seit dem 1. Januar in Amt und Würden, freute sich über seine „allererste Sportlerehrung“ und dankte Peter Hofmann, „dass er dieses Turnier trotz der schwierigen Zeit umgesetzt hat“. 

Wirklich nur hauchdünn auf den zweiten Platz kam Maurice Tebbel (27), der den zwölfjährigen Rheinländer Hengst Don Diarado gesattelt hatte. Mit diesem Pferd hatte er 2018 in Tryon WM-Bronze mit der Equipe gewonnen, er ist auf der elterlichen Reitanlage in Emsbüren stationiert und erhielt 20.000 Euro Preisgeld. Dritter wurden der Schwede Douglas Lindelöw und der elfjährige Wallach Casquo Blue (0/43.22), er durfte sich über 15.000 Euro freuen. 

Parcours-Chefin Christa Jung hatten eine vielgelobten 530 Meter langen Kurs hingestellt, der 13 Hindernisse mit 16 Sprüngen umfasste. Die Badenia – Großer Preis der MVV war zugleich eine Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio und die Europameisterschaften im September in Riesenbeck. 

Als erfolgreichster Reiter der drei Springtage wurde Richard Vogel (Reiter-Verein Mannheim) geehrt 

 „Reitgelände in den letzten Tagen der sicherste Platz in Mannheim“ 

(ppb) „Die Entscheidung, das Turnier stattfinden zu lassen, war richtig, unser Hygiene-Konzept hat gezeigt, dass mit einer vernünftigen Organisation eine Veranstaltung dieser Art und Größe machbar ist!“ Turnier-Chef Peter Hofmann zieht nach drei Dressur- und drei Springtagen ein zufriedenes Fazit des 57. Mannheimer Maimarkt-Turniers. Drei Tage mit den Para-Equestrians, den behinderten Dressurreitern, stehen noch aus (7.-9. Mai). In den vergangenen Tagen habe es in ganz Mannheim trotz eines Inzidenzwertes von über 200 keinen sichereren Platz gegeben als das Reitgelände auf dem Mühlfeld, „wir haben täglich alle Beteiligten getestet und so waren nur negativ Getestete auf der Anlage“. 

„Wir wollten ein Stück Normalität zurückgewinnen, das war die Botschaft, und die Reiterinnen und Reiter haben uns das gedankt, denn selten hatten wir so starke Starterfelder“, so Hofmann. So war der gesamte deutsche A-Kader, unter anderem mit Weltmeisterin Simone Blum (Zolling), in Mannheim, dazu herausragende internationale Stars wie Europameister Peder Fredricson oder Olympiasieger Kevin Staut. 

Peter Hofmann freute sich besonders darüber, dass „die allermeisten Sponsoren – insbesondere die MVV – auch in dieser schweren Zeit dem Turnier treu geblieben sind – das zeigt, dass wir in den letzten Jahren bei ihnen großes Vertrauen aufbauen konnten“. Dennoch werde er rote Zahlen schreiben, die durch die ganzen Schutz- und Vorsorgemaßnahmen zustande kommen.