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Interview Max Haunhorst – Der Newcomer

Bis vor kurzem war der Name Max Haunhorst wohl nur relativ wenigen Interessierten ein Begriff. Doch nun ist der 15-jährige… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
15.06.2016 4 min lesen

Bis vor kurzem war der Name Max Haunhorst wohl nur relativ wenigen Interessierten ein Begriff. Doch nun ist der 15-jährige Reiter in aller Munde. Grund: Er gewann in Braunschweig das HGW-Nachwuchschampionat der Springreiter gegen die ältere Konkurrenz. Wie er diesen ganz besonderen Tag erlebte, wie er lebt und reitet und was seine Pläne für die Zukunft sind, hat er im Interview verraten.

Du konntest ja in Braunschweig das HGW-Bundesnachwuchschampionat der Springreiter gewinnen. Was war das für ein Gefühl, in beiden Wertungen ganz vorne zu stehen?

Der erste Sieg war schon toll. Alleine in der Halle zu reiten ist etwas Besonderes und dann in der Siegerehrung vorne zu stehen, das hat riesig Spaß gemacht. Im letzten Jahr konnte ich auch die erste Prüfung gewinnen, leider hatte ich dann in der Zweiten zwei Abwürfe. Ich hatte erst die Befürchtung, dass sich das dieses Jahr wiederholt. Aber nicht zuletzt wegen meiner wunderbaren Stute, kam es dann doch ganz anders.

Hat es dir auch viel bedeutet, ein Springen zu gewinnen, das ausgerechnet der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten ins Leben gerufen hat?

Natürlich ist das eine besondere Prüfung für mich. Und dass Herr Winkler mir persönlich gratuliert hat, war mir eine große Ehre. Solch einen Moment vergisst man so schnell nicht.

Was kannst du uns über dein Pferd Charis erzählen? Was macht die Stute für dich so besonders?

Charis ist eine hervorragende Kämpferin. Sie versucht immer alles richtig zu machen und verzeiht mir auch mal den einen oder anderen Fehler. Ich freue mich sehr, dass ihre Besitzerin, Julia Aladushkina aus Russland, sie mir zur Verfügung stellt. Unter ihr wie auch unter meinem Cousin Frederick Troschke hat sie bereits tolle Erfolge bis hin zu Nationenpreisen errungen.

Warum fasziniert dich gerade das Springreiten?

Es ist spannend, abwechslungsreich und immer auch ein bisschen Nervenkitzel dabei! Das macht mir Spaß.

Deine Eltern reiten ja auch beide und sind im Sport sehr engagiert. Wann hast du mit dem Reiten begonnen?

An meinem zweiten Geburtstag habe ich mein erstes Shetty „Mini Maus“ bekommen. Richtig geritten habe ich zu diesem Zeitpunkt aber natürlich noch nicht. Als ich zur Grundschule kam, wollten meine Eltern, dass ich regelmäßig Sport treibe. Zuerst war ich beim Fußball. Der war aber nicht so wirklich meins. Wir haben uns dann in der Folgezeit auf einmal wöchentlich Reiten geeinigt.

Wie sah dein Werdegang bislang aus?

Mit 7 Jahren ging es dann mit den ersten Turnieren los. Richtig spannend wurde es mit 13 Jahren, da habe ich mein erstes S-Springen geritten und ich war erstmals bei einer Europameisterschaft mit dabei.

Hast du Vorbilder in deinem Sport?

Christian Ahlmann ist mein großes Vorbild.

Sind deine Eltern auch deine große Unterstützung beim Training? Dreht sich bei euch in der Familie alles um Pferde?

Alles sicher nicht, aber schon recht viel jetzt, da alle in der Familie reiten. Unterstützung bekomme ich auf jeden Fall durch meine Familie. Neben meinen Eltern profitiere ich auch unheimlich von meinem Cousin, der bei uns im Stall reitet und mir oft hilft.

Was ist für dich das besonders Faszinierende an Pferden?

Da muss ich schmunzeln, denn das sind ähnliche Gründe wie beim Springreiten: Sie sind so spannend, sehr abwechslungsreich und beim Reiten gibt es  immer ein bisschen Nervenkitzel.

Wie schaut es aus mit dem Spagat zwischen Schule und Reiten? Gelingt dir das immer gut?

Ich gehe momentan in die Oberschule bei uns in Hagen. Das klappt ganz prima. Erstens haben die durchaus Verständnis, wenn ich den einen oder anderen Tag fehle und dafür sind auch die Noten ganz ok.

Wie schaut bei dir ein ganz normaler Tag aus? Wie lange reitest du täglich?

Der normale Tagesablauf ist recht monoton: Schule, Hausaufgaben, dann Stall und abends je nachdem. Wenn sein muss, lernen oder auch mal mit Freunden treffen. Im normalen Alltag versuche ich zwei Pferde am Tag zu reiten.

Was machst du gerne, wenn du mal nicht im Sattel sitzt? Vielleicht anderen Sport oder was mit Freunden?

Mit meinen Freunden chille oder zocke ich einfach mal ganz gern, aber auch kicken oder die eine oder andere Runde joggen steht auf dem Plan

Es ist zwar noch ein klein bisschen hin, aber hast du jetzt schon eine Idee, welchen Beruf du dir später mal vorstellen könntest?

Ich habe gerade in den beiden letzten Wochen ein Praktikum als Industriekaufmann gemacht. Hat mir gut gefallen, aber ich glaube, dass ich ganz gut im Reitstall aufgehoben bin. Vielleicht übernehme ich mal den Betrieb meiner Eltern…..schauen wir mal, ist ja auch wirklich noch lange hin.

Wie sieht für dich nun die weitere Saisonplanung aus?

Wir fahren jetzt nach Italien für zwei Wochen zum Reitturnier und dann sehen wir auch, wie die Pferde draußen in Form sind. Ich lass das locker auf mich zukommen, möchte aber schon gern Preis der Besten und Future Champions reiten dürfen. Warten wir es ab.

Welchen Wunsch möchtest du dir unbedingt nochmal erfüllen?

Ich möchte eines Tages unbedingt mal beim CHIO in Aachen reiten. Das ist mein allergrößter Wunsch und ich hoffe, es klappt.

Interview: Alexandra Koch