Interview Celine Schradick – „Ich möchte gern ein Vorbild für junge Reiterinnen und Reiter sein“

von Jaqueline Weidlich
30. September 2015
30.09.2015
ca. 3 Minuten

Mit ihren gerade einmal 18 Jahren weiß Celine Schradick schon genau, was sie will. Für ihr Ziel, ein Leben lang mit Pferden zu arbeiten – und am besten im Springsattel zu sitzen -, beginnt sie nach einigen Monaten am DOKR im Herbst eine Ausbildung zur Pferdewirtin Schwerpunkt Reiten bei Toni Hassmann.

Wie die junge Reiterin ihren bislang größten Triumph im Rahmen des HGW-Nachwuchs-Championat erlebt hat, welche Pläne und Ziele sie hat und wie ein Tag in ihrem Leben aussieht, hat sie im Interview verraten…

In diesem Jahr konntest du ja mit dem Gewinn des HGW Nachwuchs-Championats einen riesengroßen Erfolg feiern. Wenn du dich erinnerst… wie hast du dieses bedeutende Springen erlebt?

Die ersten Runden mit meinem eigenen Pferd waren noch relativ entspannt, aber als es dann in den Pferdewechsel ging, war ich schon etwas nervös. Wenn man aber reitet, schaltet mal alles komplett aus und konzentriert sich nur auf den Ritt.

War es für dich etwas ganz besonderes im HGW-Championat starten zu dürfen und dann auch noch den Sieg davonzutragen?

Es war wirklich mein bislang schönster Erfolg, das HGW Nachwuchs-Championat zu gewinnen. Die fast vollbesetzte Halle und diese Atmosphäre, die aufregende Siegerehrung machen diesen Erfolg zu etwas ganz Besonderem. Und dann noch zu gewinnen, ist das Krönchen obendrauf.

HGW selbst ist ja nun fast 90 Jahre alt. Ist er dennoch für eine junge Reiterin wie dich eine Art Vorbild? Hast du sonst Vorbilder, die dich bei deinem Reiten inspirieren?

Natürlich ist HGW für mich ein Vorbild, denn solche Erfolge muss man in seinem Leben erstmal schaffen. Es gibt heutzutage so viele gute Reiter, die man als Vorbilder haben kann, dennoch bleibt Marcus Ehning einer meiner Favoriten. Sein sicherer Stil, egal im ob im Stechen oder im Umlauf und die Ruhe mit der er jeden Parcours beendet, ist wirklich bewundernswert.

Wie hast du beim Nachwuchs-Championat vor allem den Pferdewechsel erlebt? Das ist ja sicherlich etwas, das man nicht alle Tage erlebt? War es schwierig, sich auf die anderen Pferde einzustellen?

Der Pferdewechsel war wirklich das Spannendste an dem Springen. Als ich erfahren habe, dass ich zunächst das Pferd von Beeke Carstensen reiten musste, war ich etwas erleichtert. Ich konnte mich schnell auf Venetzia einstellen, denn das Pferd hat wirklich top Einstellungen und war sehr schön zu reiten. Dennoch ist es etwas Besonderes, direkt einen solchen Parcours mit einem fremden Pferd zu reiten, umso größer war die Freude als ich die Runde fehlerfrei und mit einem sehr guten Gefühl beendet habe.

Du beginnst ja im Herbst eine Ausbildung bei Toni Hassmann. Um welche Art der Ausbildung handelt es sich genau?

Ich mache meine Ausbildung zur Pferdewirtin mit Richtung Reiten.

Zunächst hattest du ja den Plan, zur Bundeswehsportschule zu gehen und warst zudem jüngstes Mitglied der Perspektivgruppe springen. Was hat dich bewogen, doch einen anderen Weg einzuschlagen?

Da ich Toni Hassmann schon seitdem ich hier wohne kenne, da er damals auch am DOKR stand und mir auch dort schon sehr weitergeholfen hat, habe ich mich nach langen Überlegungen entschlossen, meine Karriere im Stall Toni Hassmann fortzuführen um eben andere Erfahrungen zu sammeln und mich weiter zu entwickeln.

Wie viele Pferde hast du momentan unter dem Sattel?

Mein Pferd Contento, mit dem ich das Nachwuchs-Championat gewonnen habe, gehört zur täglichen Arbeit dazu, außerdem reite ich noch weitere 5-6 andere Pferde, die im Stall Hassmann stehen und darf einige auch auf Turnier vorstellen.

Wie sieht dein Tag momentan aus?

Ich stehe morgens gegen 6 Uhr auf, damit ich pünktlich um 7 Uhr im Stall in Münster bin. Dann stehen füttern, misten, reiten und alles, was dazu gehört auf dem Programm. Abends um 17 Uhr ist dann Feierabend und es geht nach Hause. Danach bleibt noch Zeit für Freunde und andere Aktivitäten.

Vielleicht magst du ja mal ein wenig berichten, wie deine reiterliche Laufbahn bis jetzt verlief? Wie bist du zum Reiten gekommen? Wann bist du deine ersten Turniere geritten?

Mit 8 Jahren habe ich zum Geburtstag Reitstunden geschenkt bekommen. Relativ schnell bin ich dann meine ersten Reiterwettbewerbe geritten. Habe dann zuerst Pony geritten und später auch international. Mit 13 Jahren habe ich dann Contento bekommen, bin 2-mal mit ihm erfolgreich Children-Europameisterschaften geritten und konnte nach einer einjährigen Verletzungspause meines Pferdes erneut im Juniorenbereich starten.

Warum hast du dich gerade fürs Springreiten entschieden? Was fasziniert dich daran besonders?

Das war eine ganz leichte Entscheidung, Springreiten ist einfach viel spannender. Man bekommt in jedem Springen neue Aufgaben und Herausforderungen. Es macht einfach Spaß.

Was ist für dich das Besondere an Pferden und am Reiten? Was macht diese Faszination für dich aus?

Pferde sind jeden Tag anders. Es gibt so unterschiedliche Pferde und es ist jeden Tag was Neues. Diese Abwechslung ist etwas Einzigartiges.

Welchen Wunsch möchtest du dir unbedingt einmal erfüllen?

Ich möchte gern ein Vorbild für junge Reiter- und Reiterinnen sein.

Interview: Alexandra Koch

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