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HLP: Premiere für „Kurz-VA“ in Warendorf – Erste Hengste in verkürzter Veranlagungsprüfung getestet

Warendorf (fn-press). In Warendorf hat es eine Premiere gegeben. Erstmals war der DOKR-Bundesstützpunkt Ausrichter einer Hengstleistungsprüfung, genauer gesagt einer „Kurz-VA“,… Artikel lesen

Martina Brueske
08.04.2022 2 min lesen
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Warendorf (fn-press). In Warendorf hat es eine Premiere gegeben. Erstmals war der DOKR-Bundesstützpunkt Ausrichter einer Hengstleistungsprüfung, genauer gesagt einer „Kurz-VA“, einer auf drei Tage verkürzten Veranlagungsprüfung für drei- und vierjährige Hengste. Zehn Kandidaten stellten sich dem Urteil der Bewertungskommission, die Tagesbestnote gab es für den in den Niederlanden gezogenen Dutch Dream.

„Die Gemeinschaft der Reitpferdezuchtverbände hat beschlossen in diesem Jahr neue Formen der Veranlagungsprüfung zu testen. Der Oldenburger Verband hat gerade die Sattelkörung mit einer kurzen Veranlagungsprüfung verbunden, weitere Zuchtverbände folgen mit ähnlichen Solitärmodellen. Am Ende des Jahres soll dann besprochen und entschieden werden, wie es weitergeht. An den Sportprüfungen für vier- und fünfjährige Hengste und der 50-tägige Stationsprüfung soll sich dagegen grundsätzlich nichts. Es geht nur um die erste Überprüfung der Reiteignung zur Beurteilung der natürlichen Grundveranlagung unter dem Sattel“, sagt Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Die „Kurz-VA“ ähnelt vom Ablauf der bereits erfolgreich durchgeführten Sportprüfung, allerdings geht es bei den sehr jungen Hengsten noch mehr darum, die reine Veranlagung und grundsätzliche Reiteignung in Augenschein zu nehmen. „Dabei hat es sehr geholfen, dass unser Disziplin-Experte Wolfgang Egbers gleich beim ersten freien Training allen beteiligten Reitern den möglichen ‚Druck’ genommen hat. Die ganze Prüfung verlief danach in ruhiger und altersgerechter Atmosphäre. Alle Hengste bekamen individuell die Zeit, die sie benötigten“, sagte Dr. Miesner.

So wurde auch nicht überbewertet, wenn ein Hengst sich einmal erschrak und losgaloppierte. So wie der KWPN-Fuchshengst Dutch Dream, der aufgrund seiner drei guten Grundgangarten und der Rittigkeit (8,8) und hohen Leistungsbereitschaft (9,0) die Prüfung mit der gewichteten Endnote von 8,64 beendete. Ausgestellt wurde der vierjährige Sohn des Dream Boy (MV: Fürst Romancier vom Stall Brinkman im niederländischen Twello für den Oldenburger Verband.

Nur wenig schlechter schnitt der schwarzbraune Westfale Legendary von Lord Leopold – Blue Hors Leredo ab, der vom Ferienhof Stücker in Weeze ausgestellt wurde. Auch er erzielte ausschließlich Noten im 8er-Bereich und wurde für die Leistungsbereitschaft mit 8,7 belohnt. Seine Endnote betrug 8,54.

Ein weiteres „Sehr gut“ ging in dieser Prüfung an den Trakehner Schäplitzer für dessen Schritt. Der braune Sohn des His Moment – Exklusiv aus der Zucht und im Besitz von Bernhard Langels aus Bismark beendete seine Veranlagungsprüfung mit der Endnote 8,4.

Vom 9. bis 11. Mai wird eine zweite „Kurz-VA“ in Warendorf stattfinden, zu der dann auch springbetonte Junghengste erwartet werden. Aktuell läuft außerdem eine ‚Kurz-VA‚ des Oldenburger Zuchtverbandes in Vechta (6. bis 7. April), außerdem richten der Hannoveraner Verband in Verden (8. bis 9. April) sowie das Westfälische Pferdestammbuch in Münster (26. bis 28. April) jeweils eine „Kurz-VA“ aus.

Mehr Informationen gibt es unter www.hengstleistungspruefung.de.