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Hagen: Doppelsieg für Jessica von Bredow-Werndl und Dalera

Hagen am Teutoburger Wald (fn-press). Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pause hat in Deutschland wieder ein internationales Dressurturnier stattgefunden…. Artikel lesen

Martina Brueske
20.07.2020 3 min lesen
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Hagen am Teutoburger Wald (fn-press). Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pause hat in Deutschland wieder ein internationales Dressurturnier stattgefunden. Schauplatz war der Hof Kasselmann in Hagen a.T.W., wo Dressur- und Springreiter eigentlich traditionell im April bei „Horses&Dreams“ den Auftakt in die Freiluft-Saison feiern. Dies fiel in diesem Jahr aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus flach, ebenso wie zahlreiche andere Pferdesport-Veranstaltungen weltweit. Nun durfte das Team Kasselmann endlich auch wieder internationale Gäste am Teutoburger Wald begrüßen. Vier Tage lang wurde geritten – von Nachwuchspferdeprüfungen bis hin zu Grand Prix Special und Kür. Besonders erfolgreich verlief das Wochenende für Jessica von Bredow-Werndl, die mit ihrer Erfolgsstute TSF Dalera BB zwei Siege feierte. Lokalmatador Frederic Wandres gewann mit Duke of Britain die Grand Prix Kür.

Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) war bereits Ende April in Ungarn wieder in das Turniergeschehen zurückgekehrt, wo sie mit Zaire-E die Weltcup-Prüfungen gewann. In Hagen präsentierte sie zum ersten Mal wieder ihr Top-Pferd, die Trakehner-Stute TSF Dalera BB, mit der sie im vergangenen Jahr Team-Gold und Einzel-Bronze bei den Europameisterschaften in Rotterdam gewonnen hatte. Seitdem war von Bredow-Werndl keinen Grand Prix Special mehr geritten, verständlich also, dass vor dem Start in Hagen ein klein wenig Nervosität aufkam. „Da darf man sich dann auch mal verreiten“, gestand sie hinterher lachend. Statt der Galopp-Traversale wollte sie zu den Zweier-Galoppwechseln ansetzen, bemerkte den Fauxpas aber in letzter Sekunde, sodass sich am Ende „lediglich“ Abzüge in der Traversale im Ergebnis bemerkbar machten, jedoch kein Verreiten. Mit 80,319 Prozent erreichten die beiden noch immer die beste Wertung an diesem Tag. Bei ihrem Grand-Prix-Sieg am Freitag hatten sie 79,37 Prozent erhalten. „Für das erste Turnier mit Dalera nach so langer Zeit war es wirklich gut. Ich bin sehr froh, dass ich hierhergekommen bin und einen ehrlichen Blick in den Spiegel geworfen habe. Dabei habe ich festgestellt, dass Dalera in einer abnormal guten Form ist. Aber an mir kann ich noch ein bisschen arbeiten. Die Fehler im Grand Prix und das Fast-Verreiten nehme ich auf meine Kappe“, sagte die Bayerin, deren Bruder Benjamin Werndl ebenfalls in Hagen am Start war. Mit Famoso wurde er Sechster im Grand Prix (74,326 Prozent) und Fünfter im Special (72,872 Prozent).

Langsame Rückkehr zur Normalität
Auch weitere Mitglieder der deutschen Olympia- und Perspektivkader nutzten die Gelegenheit, in Hagen wieder Turnierluft zu schnuppern. Helen Langehanenberg (Billerbeck) startete mit der Holsteinerin Annabelle ebenfalls in der Special-Tour und wurde mit 74,766 Vierte. Frederic Wandres und Sönke Rothenberger hatten sich für die Grand Prix Kür am Samstagabend unter Flutlicht entschieden. Mit Wandres und seinem Hannoveraner Duke of Britain, auf dem Hof Kasselmann zu Hause, gewannen die Lokalmatadoren. Die beiden erreichten ein Ergebnis von 80,36 Prozent. Im Grand Prix hatten sie zuvor mit 75,848 Prozent Rang zwei belegt. Sönke Rothenberger brachte seinen DSP-Wallach Santiano mit nach Hagen. Nach Platz vier im Grand Prix (74,783 Prozent) wurden sie in der Kür mit 77,750 Prozent Zweite.

Seit dem Ende des Corona-bedingten Lockdowns war die Zahl der Reitturniere in Deutschland wieder langsam gestiegen und auch im Ausland fand bereits die ein oder anderen internationale Veranstaltung wieder statt. Dort sowie bei Trainingsbesuchen in den Heimatställen konnten sich die Bundestrainer Monica Theodorescu und Jonny Hilberath inzwischen wieder einen guten Überblick über den Trainingszustand der Kaderpferde machen. Und was sie sahen, stimmt sie positiv: „Man merkt, dass die Turnierroutine noch ein bisschen fehlt. Hier und da passieren Fehlerchen und sind Kleinigkeiten zu verbessern, und das ist auch verständlich. Aber die Pferde sind gut in Schuss und gut drauf. Manche noch nicht in Höchstform, weil es das momentan noch nicht braucht, aber alle sind im Training, manche sind schon auf Turnieren gewesen. Das aktuelle Saisonziel ist die Deutsche Meisterschaft in Balve Mitte September“, berichtete Monica Theodorescu. „Jetzt geht es weiter mit Turnieren in Achleiten in Österreich, wo Isabell Werth starten wird, und auch mit Turnierstarts in Deutschland wird weiter geplant. Man kann schon sagen, dass die Normalität langsam zurückehrt.“ jbc

Alle Ergebnisse aus Hagen gibt es unter reitturniere-live.de/2020/hagen-atw_2/

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