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Grünland: Tipps zum Thema Weidepflege und Artenvielfalt

Pferdeweiden bieten vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum und Futterquelle Warendorf (fn-press). Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat kürzlich einen Grünlandtag… Artikel lesen

Martina Brueske
30.10.2021 2 min lesen
Pferdeweide

Pferdeweiden bieten vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum und Futterquelle

Warendorf (fn-press). Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat kürzlich einen Grünlandtag für Betriebsleiter*innen und Vereinsmitglieder veranstaltet. Dabei gab Diplom-Biologin Silke Dehe im Rahmen eines Vortrages und bei einer Weidenbegehung einen Überblick zu den wichtigsten Grünland-Themen. Sie erläuterte unter anderem, was bei der Weidepflege zu beachten ist, wie Erhalt und Förderung von arten- und strukturreichem Grünland gelingen können und gab den 40 Teilnehmer*innen wertvolle Tipps mit auf den Weg.

Weiden bieten die Chance, dem Pferd eine artgerechte Haltung zu ermöglichen, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten, eine (er)lebenswerte Landschaft zu erhalten und auch die Akzeptanz der Mitmenschen für Pferdesport- und -haltung zu schaffen bzw. zu vergrößern. Silke Dehe, die selbst über viel Pferdererfahrung verfügt, ermutigte die Teilnehmer*innen des Grünlandtages zum Beispiel dazu, unordentliche Bereiche oder sogenannte „Dreckecken“ an den Weiden ruhig stehen zu lassen. „Das, was für die einen eine Dreckecke ist, ist für die anderen ein wertvolles Biotop oder ein Lebensraum“, sagte die Expertin. Dasselbe gilt auch für die Weidepflege an sich: „Wer es sich leisten kann, der sollte zum Winter hin nicht alles, was auf den Weiden stehen geblieben ist, mulchen oder wegmähen.“ Der Grund dafür ist, dass sich in den Futterpflanzen, die sich an den seitlichen Rändern der Weide befinden und ohne weiteres über den Winter kommen, oft verpuppte Schmetterlingslarven befinden. „Wenn man mäht, sollte man das wenigstens in Streifen tun, also immer einen Streifen stehen lassen und einen Streifen mähen und im nächsten Jahr abwechseln“, rät die Biologin. „So können die Insekten der nächsten Generation im nächsten Jahr auch schlüpfen.“

Pferde sind, was die Weidehaltung angeht, ideale „Fresser“: „Gerade in der Pferdehaltung ist es möglich, artenreiche Flächen zu nutzen, denn das Pferd ist besonders gut angepasst, diese Flächen abzunagen“, sagte Dehe. Ein Beispiel für die ideale Weidepflanze ist das einjährige Weidelgras: „Diese Pflanze hat kaum hohe Fruktanwerte, verträgt intensiven Verbiss und Vertritt und es wächst an wirklich jeder Stelle, die ordentlich von Pferden vertrampelt wird.“

Doch nicht nur die Grünfläche bietet vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Futter, sondern auch der Weidezaun kann als Futterquelle dienen – solange er aus Holz besteht. Dort können Wespen und andere holzliebende Käfer nagen oder ihre Larven ablegen. Auch wenn Holz in der Witterung nicht so langlebig ist wie manche Alternativen aus anderen Materialien, ist es für die Tierwelt von großer Bedeutung.

Die FN informiert im Rahmen einer Themenwoche rund um das FN-Projekt „Grüner Stall“ auf ihren Social-Media-Kanälen Instagram, Facebook und Twitter zum Klimaschutz im Pferdesport.

Weitere Tipps und Informationen zum Thema Grünland gibt es auch im Buch „Pferdehaltung, Ställe und Reitanlagen – Orientierungshilfen für Bau und Modernisierung“, erschienen im FNverlag: https://www.fnverlag.de/pferdehaltung-stalle-reitanlagen-isbn-978-3-88542-716-2.html    Sina Stahlsmeier