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Grand Slam-Sieger Michael Jung: „Normal bleiben und weitermachen“

Warendorf (fn-press). Mit seinem Sieg in Badminton hat Vielseitigkeitsreiter Michael Jung einmal mehr Geschichte geschrieben: Er war der erste deutsche… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
13.05.2016 2 min lesen

Warendorf (fn-press). Mit seinem Sieg in Badminton hat Vielseitigkeitsreiter Michael Jung einmal mehr Geschichte geschrieben: Er war der erste deutsche Weltmeister, der erste der alle drei Titel – Welt-, Europameister und Olympiasieger gleichzeitig hielt. Er war auch der erste deutsche Sieger des CCI4* Burghley. Nun ist er auch der erste Deutsche, der den berühmten Vier-Sterne-Klassiker für sich entscheiden konnte und damit Gewinner des Grand Slam ist, denn eine Woche zuvor erlebten auch die US-Amerikaner den 33-jährigen Schwaben beim CCI4* Lexington als Sieger. FN-aktuell befragte Jung zu seinen Eindrücken.

FN-aktuell: Michael Jung, sind Sie dessen schon bewusst, was Sie da geleistet haben?
Michael Jung: Ach, das dauert immer einen Moment. Wir sind ganz locker an die Sache herangegangen und haben deswegen nichts anders gemacht als sonst. Wenn das Wetter und der Boden in Badminton schlecht gewesen wären, wäre ich nicht ins Gelände gestartet. Ich bin zum Glück zu nichts verpflichtet. Ich weiß, was wir schon alles erreicht haben – alles was jetzt noch kommt, ist irgendwie ein Bonus obendrauf. Trotzdem bin ich natürlich glücklich, wie es gelaufen ist. Vor allem, wie toll meine beiden Pferde (fischerRocana FST und La Biosthetique Sam FBW) in Form waren. Wir haben uns da nicht einmal irgendwie durchgemogelt, es hat immer alles gepasst. Das war jedes Mal fantastisch.“

FN-aktuell: Hatten Sie nicht einmal gesagt, dass es schon als kleiner Junge Ihr Traum war, einmal Badminton zu gewinnen?
Michael Jung: Das ist so, wie wenn man als Springreiter davon träumt, mal das Hamburger Derby oder den Großen Preis von Aachen zu reiten und zu gewinnen. Halt was ganz Besonderes, was aber eben leider nicht allen ermöglicht wird. Es hängt von ganz vielen Faktoren ab. Daher habe ich auch immer gesagt, dass mein Erfolg jetzt nicht der Erfolg von dreien ist – also von meinen beiden Pferden und mir. Es der Erfolg eines ganzen Teams: meine Sponsoren, meine Eltern, aber auch viele andere. Bis zum kleinsten Fitzelchen trägt jeder seinen Teil dazu bei und dafür bin ich sehr dankbar.

FN-aktuell: Für den Sieg gab es 80.000 Pfund und nochmal 240.000 Pfund für den Grand Slam. Wissen Sie schon, was Sie damit machen wollen? Haben Sie einen besonderen Wunsch?
Michael Jung: Eigentlich nicht, ich bin sozusagen wunschlos glücklich (lacht). Was vom Siegergeld übrig bleibt, kommt bei uns immer in die Pferdekasse, das fließt alles zurück in den Sport. Ich habe einfach Spaß am Reiten und daran, mit Pferden zu arbeiten.

FN-aktuell: Aber gefeiert wird doch?
Michael Jung: Ja, mehrfach. Als erstes feiere ich immer mit meinen Freunden. Dann setzen wir uns zusammen, reden und schauen uns nochmal die Videos an. Dann werden wir in Wiesbaden mit ein paar Leuten anstoßen. Und vielleicht gibt es danach ja auch noch eine große Feier. Als Reiter weiß man ja, wie schnell sich das Blatt einmal wenden kann. Daher muss man den Moment genießen, normal bleiben und dann so gut es geht weitermachen.

Das Interview führte Uta Helkenberg.

Quelle: fn-press