Pferdreiter - Sitz auf!
Pferdreiter - Traumurlaub im Sattel

Aktuelles, Fahren

Generationswechsel auf dem Kutschbock – Bram Chardon – ein Name, der verpflichtet

Leipzig – Die PARTNER PFERD, präsentiert von der Sparkasse Leipzig und der Sparkassen-Finanzgruppe Sachsen, kennt er seit Kindesbeinen an, denn er… Artikel lesen

Martina Brueske
18.01.2020 5 min lesen
Bram Chardon bei der PARTNER PFERD heute bei der Sparkassen – Trophy der PARTNER PFERD am Start! Foto: Sportfotos-Lafrentz.de

Leipzig – Die PARTNER PFERD, präsentiert von der Sparkasse Leipzig und der Sparkassen-Finanzgruppe Sachsen, kennt er seit Kindesbeinen an, denn er ist schon mit seinem Vater, Ijsbrand Chardon, regelmäßig zu den Qualifikationen für den FEI Driving World Cup in die Leipziger Messe gekommen. Nach einer hocherfolgreichen Ponyzeit ist der 26-jährige nun vollends im Seniorenlager angekommen. 2019 hat er nicht nur das Weltcup-Finale in Bordeaux gewonnen, sondern ist anschließend Europameister geworden bei der EM in Donaueschingen. Im Interview verrät er, dass er siegeshungrig ist, ein bisschen auf die Pferde seines Vaters lauert und was er über das Duell mit Boyd Exell denkt.

Name: Bram Chardon
Geburtsdatum und -ort: 14. Juli 1993 / Delft (NED)
Wohnort: Den Hoorn (NED)
Größe & Gewicht: 186 cm / 81kg
Familienstand: liiert mit Emma
Lieblingsessen/-getränk: Alles, was meine Mutter kocht. Ich esse sehr gerne Kartoffel und Gemüse, gerne mit einem Stück Fleisch/ Apfelsaft
Lieblingssänger/-band: Nachdem ich den Film „Queen“ gesehen habe, höre ich relativ viel Queen.
Lieblingsfilm/-serie: Narkos

Was ist Ihnen lieber?
Hund oder Katze?                   Hund
Berg oder Strand?                  Strand
Krimi oder Komödie?             Komödie
Soul oder Rock’n’Roll?          Soul
Pommes oder Rohkost?        Rohkost
Couch oder Kirmes?              Couch

Mit drei bis fünf Stichworten: Wie würden Sie sich beschreiben?  motiviert, siegeshungrig und loyal

Worauf sind sie stolz?
Meine Familie! Die Art wie wir unseren Betrieb in die nun dritte Generation führen. Ich und meine Schwestern führen dieses Unternehmen meiner Eltern fort. Und beim letzten CHIO in Aachen waren wir mit drei Familienmitgliedern am Start: mein Vater und ich im Fahrsport, meine Schwester in der Vielseitigkeit. Ich glaube, das hat es auch noch nicht so oft gegeben.

Woher nehmen Sie die Motivation für den Spitzensport?
Es ist die tägliche Arbeit mit Pferden, kein Tag ist wie der andere, das ist immer spannend. Aber natürlich auch das Gefühl beim Sieg. Dieser Moment, wenn man die Ziellinie überquert hat und weiß, dass man mit seinem Team gewonnen hat. Das ist sehr emotional!

Was tun Sie, wenn Sie mal entspannen möchten?
Ich boxe, das hilft mir meine Kraft und Konzentration zu fördern und ich spiele gerne Pool-Billard oder fahre Gokart… ich probiere grundsätzlich gerne neue Sportarten aus, das gibt mir eine Pause vom Alltag. Also Kitesurfing, Snowboarding, …

Wer ist Ihr Idol oder Vorbild?
In unserem Sport mein Vater, zu dem ich aufschaue. Er ist so lange im Sport und so erfolgreich – und immer noch so motiviert. Das ist beeindruckend!

Wenn Sie sich ein Pferd Ihrer Konkurrenten aussuchen könnten, wäre das…?
Mein Vater hat einen Siebenjährigen, der wird mal ein großartiges Pferd, Hugo. Manchmal darf ich ihn auch mal fahren (lacht). Er ist extrem talentiert, aber sehr speziell im Stall. Ich hoffe, dass ich ihn mal übernehmen kann, wenn mein Vater aufhört.

Ihr Lebensmotto?   Du lernst niemals aus!

Wie sind Sie zum Reiten gekommen und wie hieß das erste Pony, das Sie geritten sind?
Ich habe tatsächlich erst angefangen zu reiten, bevor ich gefahren bin. Mein erstes Pony hieß Withley, da haben wir alle drauf reiten gelernt, meine jüngere und meine ältere Schwester. Die Stute konnte Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Und das haben wir auch alle mit ihr gemacht. Mit ihr bin ich meine ersten Turniere geritten.

Welcher ist Ihr – emotional gesehen – wichtigster Erfolg und warum?
Meine erste Weltmeisterschaft mit den Ponys. Den ersten Titel zu gewinnen hat einfach Erwartungen erfüllt, die als Sohn von Ijsbrand Chardon in mich gesetzt waren. Das hat viel Druck genommen, es war wie ein Befreiungsschlag. Dann wurde ich drei Mal hintereinander Weltmeister bei den Ponys.

Wer unterstützt Sie im Training?
Mein Vater natürlich, aber auch Harry de Ruijter und Ad Aarts, letzterer kommt regelmäßig auf unsere Anlage.

Welches Pferd ist Ihr Seelenpferd und warum?
Das ist einfach: Der Lipizzaner Incitato Pandur. Bei jedem großen Sieg war er dabei. Er ist ein sehr großer Teil meiner Erfolge. Er hat gerade ein bisschen Pause, für die nächsten großen Aufgaben. Wir haben eine magische Verbindung. Er ist kein besonders freundliches Pferd, er ist ein Schimmel und 158 cm klein, nicht besonders hübsch mit typischem Lipizzaner Kopf, kurzbeinig – daher fällt er im Gespann auch immer auf. Nicht jeder kommt mit ihm zurecht, er ist speziell, aber mit uns klappt es sehr gut. Das ist schon etwas ganz Besonderes.

Was mögen Sie besonders an der PARTNER PFERD?
Die ganze Atmosphäre! Wir haben super Bedingungen, vom Parkplatz bis zur Arena. Wir haben viel Platz, um die Pferde zu arbeiten. Freitagabend sind wir immer sehr spät dran, aber die Leute bleiben bis Mitternacht in der Halle, bis zum letzten Moment der Siegerehrung. Das Publikum in Leipzig hat sehr viel Ahnung vom Fahren und sie feiern den Sport. Das Publikum macht Leipzig absolut einzigartig.

Sie haben beim Weltcup-Finale Boyd Exell geschlagen, wie sehen Sie das Duell zwischen Ihnen und ihm?
Ich respektiere sehr die Art, wie er fährt. Er ist der „the man to beat“! Ich habe ihn ein paar Mal geschlagen. Aber er ist immer bereit, eine Schippe drauf zu legen und seine Konkurrenz so unter Druck zu setzen. Das pusht! Wenn er da ist, ist der Druck immer höher! Ihn in Bordeaux geschlagen zu haben, übt aber auch Druck auf ihn aus. Das wird auf jeden Fall wieder spannend!

Equestrian Fire Relief Australia
Die Veranstalter der PARTNER PFERD und die Botschafter der ‚Equestrian Fire Relief Australia‘ (EFRA) möchten während der Leipziger Turniertage auf die Not der australischen Brandopfer aufmerksam machen. Die EFRA sammelt weltweit Spenden für Australiens brandgeschädigte Reiter und Pferde und kümmert sich vor Ort um direkte und gezielte Hilfe. Jeder Euro zählt. Weitere Informationen und einen direkten Spendenlink finden Sie unter: https://www.equestrianfireLINKrelief.com.au/

TV- und Streaming Zeiten:
Samstag, den 18. Januar von 14.00 bis 16.30 Uhr live das Championat von Leipzig bei mdr.de/sport/livestreams.
In der Sendung „Sport im Osten“ überträgt der MDR am Sonntag, dem 19. Januar von 16.30 bis 17.10 Uhr die Entscheidung im Sparkassen-Cup – Großer Preis von Leipzig, gleichzeitig Qualifikation zum Longines FEI Jumping World Cup: live im Fernsehen. Zuvor ist der Umlauf im Stream zu sehen.
Am Dienstag nach der PARTNER PFERD, nämlich am 21. Januar von 18.50 bis 19.50 Uhr zeigt Eurosport Highlights vom Longines FEI Jumping World Cup aus Leipzig.
Ausnahmslos alle Prüfungen werden von ClipMyHorse.tv übertragen. Außerdem zeigt FEI.tv alle Weltcup-Prüfungen und das FEI Top Indoor Vaulting Masters.

Themen in diesem Artikel