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Gelungene Premiere der Leistungsprüfungen in Hannover

Hygiene- und Abstandskonzept besteht Bewährungsprobe mit Bravour – Majestic Colt, Jin Jin und Stex die bedeutendsten Sieger beim Neustart der Galopper… Artikel lesen

Martina Brueske
08.05.2020 3 min lesen
Majestic Colt siegt unter B. Murzabayef im Gr. Hannoverscher Sprintpreis Foto: Marc Rühl

Hygiene- und Abstandskonzept besteht Bewährungsprobe mit Bravour – Majestic Colt, Jin Jin und Stex die bedeutendsten Sieger beim Neustart der Galopper

Die ersten Leistungsprüfungen nach fast zweimonatiger Corona-Pause im deutschen Galopprennsport wurden am Donnerstag beim Saisonauftakt 2020 auf der Rennbahn in Hannover ausgetragen. Das vom Hannoverschen Rennverein in Abstimmung mit Deutscher Galopp entwickelte und von den Behörden als sachgerecht eingestufte Hygiene- und Abstandskonzept bestand seine Bewährungsprobe dabei mit Bravour. Erstmals kam außerdem das neuartige Format der Live-Übertragung im Internet in HD-Qualität (Moderation und Interviews durch Thorsten Castle, Wettberatung von Michael Körner und Rennkommentar von Sven Wissel) zum Einsatz. Sportlich gingen zwölf sehr stark besetzte Rennen auf der Neuen Bult über die Bühne.

Jan Pommer, Geschäftsführer von Deutscher Galopp: „Das Konzept des Hannoverschen Rennvereins hat seine Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Chapeau und herzlichen Dank an Gregor Baum und seine vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die akribische Vorbereitung und die so konsequente wie zugleich gastfreundliche Ausrichtung der Leistungsprüfungen. Alle haben sich unter diesen besonderen Bedingungen gut aufgenommen und betreut gefühlt. Und herzlichen Dank allen Berufstätigen, die heute mit bemerkenswerter Disziplin und Verantwortungsgefühl, aber auch mit Spaß aktiv waren. Das war ein sehr erfreulicher Tag für den Rennsport. Die Leistungsprüfungen haben durch die sehr gute Übertragung auch als Wohnzimmer-Leistungsprüfungen gewirkt. Großes Kompliment deshalb auch an Pit Vogler als Sendungsverantwortlichem, Thorsten Castle und Michael Körner, die großartige Arbeit geleistet haben.“

Das Gesamtergebnis am Totalisator war mit 365.603,42 Euro ebenfalls sehr erfreulich. Dazu trug auch die gelungene Premiere der „Wetten, dass?!?-Aktion“, die Christian Sundermann, Guido Schmitt und Lars-Wilhelm Baumgarten ins Leben gerufen hatten, sehr bei.

Champion Murzabayev in sehr guter Form

Im Zentrum des sportlichen Angebots standen drei mit jeweils 12.500 Euro dotierte Leistungsprüfungen der Kategorie Listenrennen. Im Großen Hannoverschen Sprintpreis über 1.300 Meter krönte der von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh für den aus Dubai stammenden Großbesitzer Jaber Abdullah trainierte Majestic Colt seine bisherige Laufbahn.Nach einem zweiten Rang in dieser Klasse im Oktober auf dieser Bahn klappte es nun mit dem ersten Sieg in solcher Kategorie für den fünfjährigen Hengst. Unter Championjockey Bauyrzhan Murzabayev entschied die Endgeschwindigkeit des Mitfavoriten, der Tosen Shauna und den spät auf Touren kommenden Favoriten Namos auf die Plätze zwei und drei verwies.

„Ich hatte einiges Vertrauen in das Pferd. Es hat alles gut funktioniert“, versicherte der Siegreiter.

Bauyrzhan Murzabayev ließ sich auch eine andere bedeutende Leistungsprüfung nicht nehmen. Überraschend schaffte er mit der von Roland Dzubasz aus Hoppegarten entsandten Stex für den Rennstall der Gebrüder Barth das Kunststück, die deutliche Favoritin Durance leicht abzuhalten. Der Reiter aus Kasachstan ließ sich lange von Pietra Della Luna führen, dann verschärfte er Ende der Gegenseite das Tempo und ging selbst nach vorne. Vom klaren Vorsprung profitierte dieses Gespann bis ins Ziel, so sehr auch Durance noch Boden gutmachte. Apadanah verbesserte sich vom letzten Rang noch auf Platz drei vor Perfect Pitch.

Murzabayevs erster Kommentar: „Ich wollte eigentlich selbst die Führung übernehmen, aber eine Gegnerin war noch schneller. Doch mir wurde es unterwegs zu langsam. Und heute kamen die Pferde auf dem schnellen Boden meistens von vorne zum Zuge. Meine Stute hat das sehr gut durchgestanden.“

Seriensiegerin

Die Serie der Stute Jin Jin geht weiter: In der Großen Hannoverschen Stutenmeile über 1.600 Meter hielt die von Bohumil Nedorostek für Sabine Goldberg auf der Neuen Bult in Hannover trainierte Vierjährige unter Maxim Pecheur einen minimalen Vorsprung gegen die Favoritin Axana fest und bleibt auch nach dem vierten Start ungeschlagen. Nica eroberte den dritten Platz vor Ocean Sea.

„Das Team hat tolle Arbeit geleistet. Ich bin sehr gespannt, wo die Stute einmal landen wird“, kommentierte Siegjockey Maxim Pecheur. Trainer Bohumil Nedorostek fügte hinzu: „Da Jin Jin beim ersten Saisonstart gegen starke Gegnerinnen gewonnen hat, ist ihr Weg nach oben sicher noch nicht beendet.“

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