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Fünftes Gold für Jessica von Bredow-Werndl – “Es war für mich der perfekte Ritt”

(Hagen a.T.W.)  “Ich war sehr emotional am Ende der Kür”, gestand Jessica von Bredow-Werndl, “aber es war für mein Gefühl… Artikel lesen

Martina Brueske
11.09.2021 2 min lesen
Auf dem Weg zum fünften Gold 2021 – Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB, die auch in der Grand Kür bei den Europameisterschaften Gold gewann. (Foto: Stefan Lafrentz)

(Hagen a.T.W.)  “Ich war sehr emotional am Ende der Kür”, gestand Jessica von Bredow-Werndl, “aber es war für mein Gefühl der perfekte Ritt. Ich habe schon höhere Noten bekommen, aber noch nie hatte ich so das Gefühl der Perfektion.” Das fünfte Gold mit TSF Dalera BB – gewonnen in der Grand Prix Kür bei den FEI Dressage European Championships – binnen gerade mal zwei Monaten krönte die bislang erfolgreichste Saison der 35-jährigen Dressurreiterin aus dem bayrischen Aubenhausen.

Mit 91,02 Prozent setzte sich die Doppel-Olympiasiegerin an die Spitze der Konkurrenz und wurde vom Publikum im ausverkauften Stadion auf dem Hof Kasselmann ausgiebig gefeiert. Nichts habe sie belastet, ließ die Europameisterin wissen, denn Dalera habe soviel gelernt: “Gestern hatten wir einen prüfungsfreien Tag, ich bin nur ein bisschen mit ihr gejoggt. Heute war sie heiß –  wirklich – aber nie zuviel, nichts zu wenig, es war perfekt.” Gelernt hat die Stute auch das “Äppeln” während der Prüfung. “Davor habe ich keine Angst mehr, ich weiß, sie kann es nun ja.”

Glückstrahlend schaute auch Cathrine Dufour drein. Die 29-jährige gewann erstmals mit dem elf Jahre alten Westfalenwallach Bohemian EM-Silber mit (88,43 Prozent). So direkt erwartet habe sie das nicht, räumte Dufour ein. “Es ist tatsächlich mit jedem Tag immer noch ein bißchen besser geworden”, so die Dänin, “heute hatte ich das Gefühl, dass er so richtig im Stadion angekommen ist und sich total wohl fühlte. Er ging da rein und wollte loslegen.”

Bronze gewann die Britin Charlotte Dujardin mit ihrem Fuchswallach Gio. Die 36 Jahre alte zweimalige Olympiasiegerin (2012 und 2016) steigerte sich damit gegenüber der Entscheidung im Grand Prix Special und wiederholte ihren Erfolg bei den Olympischen Spielen in Tokio. Isabell Werth (Rheinberg) und ihre 16 Jahre alte Weihegold OLD sammelten den einen oder anderen Fehler zuviel und beendeten die EM auf dem vierten Rang mit 84,89 Prozent. Die erfolgreichste deutsche Dressurreiterin war indes mit sich und der Welt im Reinen: “Heute war nicht mehr drin und es lag nicht am Pferd.” Für Werth ist eine der besten Nachrichten, dass es ihrer erfolgreich an Kolik operierten Stute Bella Rose gut geht.

Auf dem Hof Kasselmann waren 4900 Zuschauer und Zuschauerinnen zugelassen und “stimmten mit den Füssen ab” – ausverkauft meldeten die Veranstalter und freuten sich über begeisterte Dressurfans auf den Tribünen.

FEI Dressage European Championships – Grand Prix Freestyle, presented by MEGGLE GmbH & Co. KG

1. Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen), TSF Dalera BB 91,02 Prozent

2. Cathrine Dufour (Dänemark), Bohemian 88,43

3. Charlotte Dujardin (Großbritannien), Gio 87,24

4. Isabell Werth (Rheinberg), Weihegold OLD 84,89

5. Charlotte Fry (Großbritannien), Everdale 84,72

6. Henri Ruoste (Finnland), Kontestro DB 82,60