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FN-Betroffenenrat: Elf Personen bekunden Interesse Auswahlgremium berät über nächste Schritte

Warendorf (fn-press). Im Februar rief die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) Betroffene sexualisierter Gewalt auf, sich für die Mitarbeit im FN-Betroffenenrat… Artikel lesen

Martina Brueske
07.05.2021 3 min lesen
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Warendorf (fn-press). Im Februar rief die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) Betroffene sexualisierter Gewalt auf, sich für die Mitarbeit im FN-Betroffenenrat zu melden. Elf Personen sind diesem Aufruf gefolgt. „Wir sind ihnen sehr dankbar, dass sie bereit sind, den Verband mit ihrer Expertise bei der Prävention, Aufarbeitung und Intervention sexualisierter Gewalt zu helfen. Das kann man nicht hoch genug schätzen, wissen wir doch, wie belastend diese Erlebnisse sind“, sagt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Nachdem die Interessensbekundungen bis Mitte April eingegangen waren, traf sich Anfang Mai das Auswahlgremium für den FN-Betroffenenrat und tauschte sich über das weitere Vorgehen für die Berufung der Ratsmitglieder aus. „Wir waren sehr beeindruckt, von den aussagekräftigen Interessensbekundungen. Da die Bewerbungen anonym bzw. nur mit Vorname und E-Mail-Adresse möglich waren, werden wir jetzt in den nächsten zwei Wochen mit jedem Einzelnen Kontakt aufnehmen, um uns im persönlichen Gespräch kennenzulernen und noch offene Fragen der Betroffenen zu klären“, nennt Maria Schierhölter-Otte, Leiterin der Abteilung Jugend, die nächsten Schritte.

Die elf Personen sind alle im Alter von 19 bis 55 Jahren, wobei die Mehrheit unter 30 Jahren ist, und es sind zehn Frauen und ein Mann. Die Betroffenen kommen aus zehn verschiedenen Landesverbänden und den Bereichen Dressur, Springen, Voltigieren und therapeutisches Reiten/Voltigieren. Das Gespräch mit den elf Betroffenen suchen nun zeitnah Maria Schierhölter-Otte, Soenke Lauterbach und Julia von Weiler vom international agierenden Verein gegen sexuellen Kindesmissbrauch Innocence in Danger e.V. (IID), dessen Unterstützung sich die FN für die Einrichtung des Betroffenenrates geholt hat. Julia von Weiler gehörte bereits dem Auswahlgremium des Betroffenenrats des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung (UBSKM) an. „Nach diesen Gesprächen werden wir den Betroffenenrat berufen, so dass er sich konstituieren und seine Arbeit definieren kann, bevor wir den Betroffenenrat dann offiziell vorstellen“, so Maria Schierhölter-Otte weiter. Wie wichtig dieses ehrenamtliche Gremium für den Verband ist, zeigt sich auch darin, dass der Betroffenenrat auf Initiative des Präsidiums eingerichtet wird.

In den vergangenen zehn Jahren hat die FN eine Reihe von Maßnahmen zur Prävention von sexualisierter Gewalt im Pferdesport ergriffen, beginnend bei der Verankerung von Präventionsmaßnahmen in den Verbandsstrukturen bis hin zu Hilfsangeboten für Betroffene. Mit dem Betroffenenrat will die FN ihre Maßnahmen zur Prävention, Aufarbeitung und Intervention von sexualisierter Gewalt um die Sicht und Expertise Betroffener ergänzen.

Das Auswahlgremium für den FN-Betroffenenrat

  • Julia von Weiler vom international agierenden Verein gegen sexuellen Kindesmissbrauch Innocence in Danger e.V. (IID), die bereits dem Auswahlgremium des Betroffenenrats des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung (UBSKM) angehörte.
  • Elena Lamby ist zuständige Referentin der Deutschen Sportjugend Referentin für Prävention sexualisierter Gewalt. Die Diplom-Pädagogin engagiert sich mit großer Leidenschaft seit 2012 für den Kinder- und Jugendschutz im Sport.
  • Dr. Gaby Bussmann, Sportpsychologin am Olympiastützpunkt Dortmund. Die Diplom-Psychologin und Phsychologische Psychotherapeutin betreut seit 2003 die deutschen Kaderreiter. Sie unterstützt das Team bei internationalen Championaten wie Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen.
  • Dr. Harald Hohmann, FN-Vizepräsident und Präsident des Pferdesportverband Hessen. Der Rechtsanwalt und Notar war Vorsitzender der FN Präsidialkommission, die sich 2019/2020 unter anderem mit dem Thema sexualisierte Gewalt befasst hat.
  • Klaus Ridder, ehemaliger Geschäftsführer des Pferdesportverbandes Westfalen. Seit mehr als vierzig Jahren ist er auch in verschiedensten ehrenamtlichen Funktionen auf Vereins- und Verbandsebene sowie im Turniersport – insbesondere als Turnierrichter tätig,
  • Sönke Lauterbach, FN-Generalsekretär und Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstandes der FN.
  • Maria Schierhölter-Otte, Leiterin der FN-Abteilung Jugend und FN-Ansprechpartnerin zum Thema sexualisierte Gewalt im Pferdesport.

Gemeinsam mit dem DOSB und seinen Mitgliedsorganisationen setzt sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gegen sexualisierte Gewalt im Sport ein. Die körperliche und emotionale Nähe, die im Sport entstehen kann und in keinem anderen Zusammenhang ähnlichen Stellenwert findet, birgt Gefahren sexualisierter Übergriffe. Eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns Verantwortlicher muss dazu beitragen, Betroffene zum Reden zu ermutigen, potentielle Täter abzuschrecken und ein Klima zu schaffen, das Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sport vor sexualisierter Gewalt schützt.

Weitere Informationen zum Thema Sexualisierte Gewalt im Pferdesport und zum Betroffenenrat finden sich auf der FN-Homepage unter www.pferd-aktuell.de/deutsche-reiterliche-vereinigung/verbandspositionen/schutz-vor-sexualisierter-gewalt.