Fahren

Riesenbeck: Christoph Sandmanns furiose Aufholjagd

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Jaqueline Weidlich
24.06.2017 3 min lesen

Beste Bedingungen für Fahrer und Pferde und Leistungen, die begeisterten, prägten heute das Bild des Marathon bei den Deutschen Meisterschaften der Vierspännerfahrer in Riesenbeck.

Rundum große Zufriedenheit herrschte nach dem erfolgreichen Marathon der Vierspänner im Riesenbecker Wald. Großes Lob für den Veranstalter, dass die Deutsche Meisterschaft in dieser Disziplin wieder an diesem für den Fahrsport so traditionellen Ort stattfinden kann, nachdem im vergangenen Jahr hier kein Fahrturnier stattfand. Große Erleichterung, dass alles so glatt gelaufen war: Kein Unfall, keine Verletzungen von Pferden, Fahrern oder Beifahrern. Ideale Bedingungen wie guter Boden und angenehme Temperaturen, zehntausend Zuschauer im Gelände, die mit nicht Applaus sparten für die Leistungen der Gespanne.

Sensationeller Christoph Sandmann

Besonders viel Beifall gab es für die deutschen Fahrer, die nach den mäßigen Platzierungen in der Dressur die Hoffnungen der Fahrsportfans nicht enttäuschten und am Geländetag mächtig aufholten. Allen voran Christoph Sandmann, der den Marathon für sich entscheiden konnte. Schon sieben Mal war der Lähdener Deutscher Meister, nun ist er auf dem besten Weg seinen achten Titel zu holen. Die Freude über seinen Sieg war ihm deutlich anzumerken. „Ganz gut für einen Fünfzigjährigen, oder?“, kokettierte er mit seinem für einen Sportler schon fortgeschrittenen Alter. Das aber spielt ja im Fahrsport eher eine untergeordnete Rolle. Sandmanns jahrzehntelange Erfahrung und die seiner Pferde Wanita, Amico, Fredie U und Bo-Liberator waren sicher ausschlaggebend für den Erfolg. Zwei Hindernisse in Bestzeit gefahren, 91,81 Strafpunkte für die Geländefahrt standen auf der Anzeigetafel, damit katapultierte er sich vom fünften auf den zweiten Platz in der Zwischenwertung und auf eine aussichtsreiche Position in der Meisterschaftswertung.

Exell insgesamt weiter vorne

 Ebenfalls in zwei der sieben Hindernissen Bestzeit fuhr der amtierende Weltmeister Boyd Exell. Der Australier war mit dem Gespann der US-Amerikanerin Misddee Whrigley-Miller zum ersten Mal bei einem großen Turnier unterwegs. Sie konnte wegen eines gebrochenen Armes nicht selbst an den Start gehen. Exell beendete die Marathonfahrt mit 93,91 Strafpunkten, das bedeutete Platz zwei, ließ ihn aber nach zwei von drei Disziplinen in der Gesamtwertung weiterhin auf dem ersten Platz. Zu beobachten wie der siebenmalige Weltcup-Gewinner selbst mit dem relativ „fremden“ Gespann durch die Hindernisse fährt, ist immer wieder ein Vergnügen.

Horseman Brauchle

Michael Brauchle ist bekannt für seine flotten Geländefahrten, eine solche gelang ihm auch in Riesenbeck. Drei Hindernisse in Bestzeit unterstreichen seine derzeitige gute Form, leider passierte ihm in Hindernis vier ein Abwurf. Er lobte seine Pferde: „Sie sind alle vier super gut gegangen, der Abwurf war ein ganz leichter. So was passiert schon mal.“ Der Abwurf hatte keine Auswirkung auf seine Platzierung, 96,40 Strafpunkte, Platz drei und ein großer Sprung vom zehnten auf den sechsten Platz.

Guten Morgen, Herr von Stein

„Meine Pferde waren super, aber ich habe einmal gepennt“, erklärte Georg von Stein den Zeitverlust in Hindernis sechs. „“Ich habe bei einem Tor einfach zu spät reagiert und musste einen langen Weg fahren.“ Außerdem zählten zwei Strafpunkte für einen abgefallenen Ball, 100,44 Strafpunkte standen auf dem Konto des Titelverteidigers. Platz vier im Marathon spricht dennoch für seine Stärke im Geländefahren, auch in der Gesamtwertung verbesserte er sich dadurch um zwei Plätze.

In der Gesamtwertung liegt Chester Weber auf Platz zwei dank seiner guten Dressurleistung. Bei dem US-Amerikaner lief es jedoch nicht so richtig rund im Gelände, 106,22 Strafpunkte waren ein für ihn enttäuschendes Ergebnis.

Morgen früh geht es in Riesenbeck im neu angelegten Fahrstadion nicht nur um den Sieg im Kegelfahren, sondern auch um die Deutsche Meisterschaft und den Gesamtsieg bei den Vierspännern. Erfahrungsgemäß sind die deutschen Fahrer auch hier stark. Die Bedingungen für den Fahrsport können nicht besser sein als im Rahmen des Sommerturniers „Riesenbeck International 2017“. Christine Meyer zu Hartum

Quelle: St.Georg