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ET, OPU, ICSI? Holsteiner Verband lädt zu interaktiver Informationsveranstaltung

(Elmshorn) Alles für den Zuchtfortschritt? Neue Wege zu gehen, sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen und modernen Zuchtmethoden durchgeführt von… Artikel lesen

Martina Brueske
18.11.2021 2 min lesen
Bei modernen Zuchtmethoden ist die Effizienz meist hoch: Eine TG-Paillette kann in der Regel für mehrere OPU-/ICSI-Sitzungen verwendet werden. (Foto: Janne Bugtrup)

(Elmshorn) Alles für den Zuchtfortschritt? Neue Wege zu gehen, sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen und modernen Zuchtmethoden durchgeführt von erfahrenen Veterinären zu vertrauen – das hat sich in der Vergangenheit neben der strengen Selektion der in der Zucht eingesetzten Pferde als elementarer Baustein für einen konstanten Zuchtfortschritt erwiesen. Doch an welchen Stellen bei all diesen Möglichkeiten ethische Grenzen überschritten werden könnten, wird immer wieder eingehend innerhalb der Züchterschaft und mit den Verbänden diskutiert werden müssen. Die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH lädt deshalb am Montag, den 6. Dezember, um 19 Uhr zu einer interaktiven Informationsveranstaltung zu den Themen Embryotransfer (ET), Ovum-Pick-Up (OPU) und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) ein. Mehrere Vorträge mit anschließender Podiumsdiskussion finden sowohl in Präsenz im Foyer der Fritz-Thiedemann-Halle in Elmshorn, als auch per Livestream auf der Website www.holsteiner-verband.de statt.

Worum geht es bei den Zuchtmethoden überhaupt? Der Embryotransfer ist eine schon recht verbreitete Methode: Einige Tage nach der Besamung einer Spenderstute wird der Embryo ausgespült und auf eine Trägerstute übertragen, die sowohl Trächtigkeit als auch Aufzucht übernimmt. Beim OPU werden Eizellen unter Ultraschallkontrolle durch eine transvaginale Punktion direkt von den Follikeln auf den Eierstöcken entnommen. Ziel ist es, die Follikelflüssigkeit mit der enthaltenen Eizelle abzusaugen. Die gewonnenen Eizellen werden unter dem Mikroskop unter strengen Hygienevorschriften gesucht, gewaschen und reifen dann im Brutschrank heran. Ist die Eizelle bereit zur Befruchtung, wird via ICSI-Verfahren ein einzelnes Spermium mit Hilfe einer sehr feinen Nadel direkt in die Eizelle injiziert. Im Anschluss reift die befruchtete Eizelle erneut für einige Tage im Brutschrank, bevor der so entstandene Embryo in eine Empfängerstute transferiert werden oder zum Transport oder zur Lagerung eingefroren werden kann. Diese Methoden ermöglichen den züchterischen Einsatz von Sportstuten oder anderen Stuten mit sehr hohem genetischen Potential, die anderweitig nicht in der Zucht eingesetzt werden können, sowie von Hengsten, von denen es nur (noch) wenige Spermien gibt.

Aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklungen und den daraus resultierenden begrenzten Sitzplatz-Kapazitäten wird die Anmeldung für die Präsenzveranstaltung ausschließlich Mitgliedern des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes vorbehalten. Diese erfolgt bis zum 30. November online unter Angabe der Mitgliedsnummer. Aber niemand muss auf die Teilnahme verzichten: Wer sich für die Thematik interessiert, kann via Livestream den Vorträgen folgen und in einer Chatfunktion ebenfalls Fragen stellen. Als Referenten wurden unter anderen Jannie Spanner von VetEmbryo aus Dänemark und Michaela Kölling von Vet Art aus Dägeling gewonnen. Sowohl zum Embryotransfer als auch der OPU- und ICSI-Methode werden Pro und Contra von weiteren geladenen Fachleuten diskutiert, auch bereits mit der Durchführung der Methoden erfahrene Züchter werden zu Wort kommen.

Die Anmeldung erfolgt online auf www.holsteiner-verband.de, weitere Informationen hierzu werden zeitnah veröffentlicht. Bei der Anmeldung sind die Regelungen zur Eindämmung des Corona-Virus’ der geltenden Landesverordnung Schleswig-Holsteins zu beachten.