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„E“ wie eindrucksvoll – Hengstkörung und Hengstmarkt

Verden. Die Verdener Hengstkörung war geprägt von Hengsten mit dem Anfangsbuchstaben E, die der bewährten Adeptus xx-Linie wieder neuen Auftrieb… Artikel lesen

Martina Brueske
10.11.2021 3 min lesen
Für 700.000 Euro wurde der Rappe v. Escamillo/De Niro in die Niederlande verkauft. Foto: Hannoveraner Verband

Verden. Die Verdener Hengstkörung war geprägt von Hengsten mit dem Anfangsbuchstaben E, die der bewährten Adeptus xx-Linie wieder neuen Auftrieb geben. Allen voran ein Prämienhengst v. Escamillo, der den Spitzenpreis von 700.000 Euro erzielte. 55 Dressurhengste waren angetreten, von denen 31 gekört wurden. Sechs von ihnen verließen die Niedersachsenhalle als Prämienhengst. Die gekörten Hengste verließen für durchschnittlich 125.346 Euro den Hengstmarkt.

Aus zuchterprobter Mutter, die schon zwei gekörte Söhne geliefert hat, und mit gehörigem Vollblutanteil im Pedigree, präsentierte sich der Escamillo/De Niro-Sohn (Z. u. Ausst.: 2M2 Horses I Bastad AB, Bastad/SWE) auch am letzten Tag genauso kraftvoll und energisch wie am ersten. Das überzeugte einen niederländischen Hengsthalter, dessen Vererber seit vielen Jahren auch im Spitzensport zu den Besten gehören. Für 700.000 Euro erfolgte der Zuschlag am Telefon.

Als erster Prämienhengst wurde ein  Schwarzbrauner v. Bon Coeur/Carabas (Z.: Dirk Schröder, Lentföhrden, Ausst.: Christine Klaewer, Lentföhrden) aus dem Stamm des Jahrhunderthengstes Weltmeyer für 300.000 Euro versteigert. Jubel brandete auf, als Auktionator Frederik De Backer verkündete: „Und er geht ins Landgestüt Celle!“. Für 370.000 Euro sicherte sich der Klosterhof Medingen ein wahres „Kraftpaket“, einen Fuchs v. Totilas/Danciano (Z.: Josef Brinkemöller, Georgsmarienhütte, Ausst.: BG Brinkemöller und Westendarp, Wallenhorst). Er verfügt ebenfalls über beste Genetik, Aushängeschilder des Stammes der Arma sind die Vererber Chasseur I und II sowie Wolkentanz I und II. Kurz zuvor war Burkhard Wahler, der zu Jahresbeginn die Leitung des Klosterhofs an seinen Sohn Christoph abgegeben hat, im Schauprogramm mit dem Fritz von der Decken-Preis als erfolgreichster Beschicker der Hengstkörung der vergangenen zehn Jahre ausgezeichnet worden.

Einen neuen Besitzer aus Frankreich fand der Prämienhengst v. Fürst Belissaro/San Remo (Z.: Jan Schomaker, Wischafen, Ausst.: Heinrich Gießelmann, Barver) an. Der Zuschlag für den bewegungsstarken Braunen aus dem Stamm der Stempelhengste Pik Bube I und II erfolgte bei 210.000 Euro. Schon mehrfach in Verden fündig geworden ist der Käufer des Prämienhengstes v. Escolar/Sir Donnerhall (Z.: Hermann-Josef Thoenes, Grefrath, Ausst.: Theo Lenzen, Nettetal), der sich durch große Elastizität in den Bewegungen auszeichnete und 180.000 Euro kostete. Vor zwei Jahren hatte der Käufer Bundeschampion Va‘ Pensiero in der Niedersachsenhalle entdeckt.

Als Pachthengst wird der Prämienhengst v. For Dance/Dagostini (Z.: Christoph Plate, Beverstedt, Ausst.: Blue Hors ApS, Randbol/DEN) eine Box im Landgestüt Warendorf beziehen. Er war nur zur Körung angemeldet.

Die 26 gekörten Hengste erzielten insgesamt einen Durchschnittspreis von 125.346 Euro, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht. Die Nachfrage innerhalb Deutschlands war stark, 22 Zweieinhalbjährige werden ihr Geburtsland nicht verlassen. Die 22 nichtgekörten Hengste kosteten im Schnitt 38.364 Euro.

Im abwechslungsreichen Rahmenprogramm wurde Dr. Ludwig Christmann in den Ruhestand verabschiedet. Seit 37 Jahren stand der promovierte Agrarwissenschaftler in Diensten des Hannoveraner Verbandes und war als Leiter der Abteilung „Zucht International“ weltweiter Botschafter des Hannoveraners. Er erhielt nicht nur die Goldene Ehrennadel des Hannoveraner Verbandes, sondern auch die Gustav Rau-Medaille in Bronze der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Zum ersten Mal findet die Junghengstkörung des Hannoveraner Verbandes nicht nur getrennt nach Disziplinen, sondern auch mit vierwöchigem Abstand statt. Die Springhengste haben ihren großen Auftritt vom 2. bis 4. Dezember. Einer der Höhepunkte werden die Hannoveraner Springpferde Masters sein, bei denen Vier- bis Achtjährige ihre großen Talente über dem Sprung unter Beweis stellen werden.