Dressur

Wurde Cosmo vom Tierarzt falsch behandelt?

Familie Rothenberger befindet sich zur Zeit in einem Rechtsstreit mit den behandelnden Tierärzten, die Olympia Goldmedaillen-Gewinner Cosmo behandelt haben. Es… Artikel lesen

Larissa Lienig
31.07.2019 2 min lesen
Sönke Rothenberger und Cosmo 2018 beim Vet Check der FEI World Equestrian Games™. Foto © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Familie Rothenberger befindet sich zur Zeit in einem Rechtsstreit mit den behandelnden Tierärzten, die Olympia Goldmedaillen-Gewinner Cosmo behandelt haben. Es geht um eine Streitsumme von acht Millionen Euro. Eine Substanz mit der Cosmo behandelt wurde soll in 2018, angeblich durch falsche Verabreichung, Nierenprobleme bei Cosmo verursacht haben.

Zuletzt stand im Raum, dass dieser Rechtsstreit die Auswahl von Sönke Rothenberger und Cosmo für die Europameisterschaften im nächsten Monat in Rotterdam gefährdet. Das Paar hat es bereits auf die Longlist geschafft. Jetzt hat sich die FN zu dem Thema geäußert.

Einordnung von Dr. Dennis Peiler

Warendorf (fn-press). Am 30. Juli 2019 hat das US-Amerikanische Magazin www.dressage-news.com einen Artikel betreffend des Kaderpferdes Cosmo von Dressurreiter Sönke Rothenberger veröffentlicht. Im Interview mit FN-Aktuell ordnet Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), Inhalte des Artikels ein.

FN-Aktuell: Der Artikel wirft Fragen über den Gesundheitszustand des Pferdes Cosmo auf. Spielen diese für eine mögliche Nominierung zu den Europameisterschaften eine Rolle?
Dr. Dennis Peiler: Wir nehmen nur Pferde mit zum Championat, von denen wir zum Nominierungszeitpunkt davon überzeugt sind, dass sie gesundheitlich in der Lage sind das Championat erfolgreich zu bestreiten. Die Pferde müssen ihre Belastbarkeit unter Beweis gestellt haben. Das gilt auch für Cosmo, der in Hagen (Ergebnis Grand Prix 81.239%/Grand Prix Special 79.638%) und Aachen (Ergebnis Grand Prix 81.370%/Grand Prix Special 82.213%) erfolgreich war. In Balve musste er aufgrund einer Kolik zurückgezogen werden.

FN-Aktuell: Ist es richtig, wie der Artikel suggeriert, dass der Reiter Sönke Rothenberger den Verband nicht vollumfänglich über den Gesundheitszustand von Cosmo informiert hat?
Dr. Dennis Peiler: Es ist richtig, dass es Fragen in Bezug auf die Transparenz gegenüber dem Verband gab. Deshalb hat sich der Exekutivausschuss des DOKR mit dieser Sache beschäftigt. Das DOKR hat umfangreiche, ihm vorliegende Unterlagen sorgfältig geprüft sowie Reiter und Pferdebesitzer befragt und die Expertise des Mannschaftstierarztes eingeholt. Wie im Artikel beschrieben, ist die FN nicht an dem Gerichtsverfahren zwischen der Familie Rothenberger und der Tierklinik beteiligt. Das Verfahren spielte deshalb bei der Nominierung keine Rolle.

„Der Exekutivausschuss hat auf dieser Basis keine Einwände gegen eine mögliche Nominierung des Paares.“

FN-Aktuell: Zu welchem Ergebnis ist der Exekutivausschuss gekommen?
Dr. Dennis Peiler: Der Exekutivausschuss hat auf dieser Basis keine Einwände gegen eine mögliche Nominierung des Paares. Er hat dem Reiter jedoch Auflagen gemacht, die dieser schriftlich akzeptiert hat. Mit diesen Auflagen soll eine bestmögliche Transparenz im Management des Pferdes in Richtung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio sichergestellt werden.

Im Klartext heißt das, Cosmo und Sönke haben die gleiche Chance nach Rotterdam zu Reisen wie die anderen gelisteten.

Das Team für die Europameisterschaft in Rotterdam (19. bis 25. August) wird spätestens am Freitag, 2. August, nominiert und bekannt gegeben. Die Europameisterschaft findet vom 19. bis zum 25. August in Rotterdam/NED statt.

Larissa Lienig

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