Dressur

Was bringt die Kader-Umstrukturierung in der Dressur?

Die neue Kader-Struktur in der Disziplin Dressur sorgt dafür, dass viele Paare, die zuvor zum Beispiel im B-Kader geführt wurden,… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
19.12.2017 2 min lesen

Die neue Kader-Struktur in der Disziplin Dressur sorgt dafür, dass viele Paare, die zuvor zum Beispiel im B-Kader geführt wurden, nun nicht mehr dem Kader angehören. In einem Land wie Deutschland, in dem die Leistungsdichte in der Dressur enorm hoch ist, scheint eine solche Entwicklung nicht logisch. Klar ist, die Umstrukturierung ist eine Anpassung an eine europaweit einheitliche Kader-Form, die von der FEI gewünscht wird. Deutschland hat lange mit der Umsetzung gewartet, jetzt musste sie durchgeführt werden.

Auf den ersten Blick mit Nachteilen behaftet, bringt die Umstrukturierung jedoch für diejenigen, die drin sind im Kader Vorteile: Die finanzielle Unterstützung der Kaderreiter durch den DOSB wird nun nicht mehr auf vergleichsweise viele Reiter umgelegt, sondern gezielt für die Spitzenpaare aufgewendet. Hier stellt sich die Frage, ob diese Paare wirklich diejenigen sind, die die finanzielle Unterstützung am Dringendsten benötigen. Um in den Olympiakader berufen zu werden, sind mehrere Ergebnisse über 75 Prozent notwendig. Wer derartige Ergebnisse liefern kann, hat neben reiterlichem Knowhow auch ein gutes Pferd unter dem Sattel. Bislang im B-Kader geführte Paare haben es nun schwerer sich in den Olympia-Kader hinaufzureiten. Die bislang erhaltene finanzielle Förderung fällt weg und gleichzeitig steigen die Anforderungen. Hier besteht die Gefahr, dass einige Paare an der Hürde scheitern, weil die Unterstützung fehlt. Selbst für die Aufnahme in den Perspektivkader werden Ergebnisse mit 72 und 73 Prozent benötigt. Wer keinen finanzkräftigen Sponsor an der Seite hat, ist auf dem Weg in den Kader vielleicht gezwungen das eigene, talentierte Pferd zu verkaufen. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass die bislang im B-Kader geführten Reiter jetzt beim DOKR als Kaderanwärter geführt werden und weiterhin von den Trainern betreut werden.