Preis der Besten: Erste Wertungsprüfungen im Viereck und spannender Sport im Gelände

von Larissa Lienig
27. Mai 2018
27.05.2018
ca. 3 Minuten

Warendorf. Justine Tebbel (Junge Reiter) und Mike Haunhorst (Children) haben am Samstag vorgelegt. Sie sind die besten in ihrer Disziplin Springen und Altersklasse geworden. In Vielseitigkeit, Dressur und Voltigieren gab es am selben Tag die Vorentscheide.

Vielseitigkeit: Karten neu gemischt

Erstmals waren auch alle Jugend-Altersklassen in der Vielseitigkeit am Start, wodurch der Nachmittag komplett mit Geländeritten gefüllt war. Bei den Jungen Reitern übernahm mit einer schnellen Runde Hella Meise (Steinhagen) mit First Flight’s Beauty die neue Führung vor Jerome Robiné mit Guccimo R. Der Warendorfer Sportsoldat hatte zu Beginn der Strecke den Mechanismus eines der zahlreichen Sicherheitshindernisse ausgelöst und war danach langsamer geritten. Für einen Schreckmoment sorgte Lara Schapmann aus Ostbevern. Ihre Stute Quinzy Royal rumpelte leicht am MIM-Oxer, wodurch sie selbst aus der Balance kam und einige Galoppsprünge später aus dem Sattel kam. Vorsorglich wurde sie ins Krankenhaus gebracht, aus dem sie jedoch schnell wieder entlassen wurde und den weiteren Verlauf des Geländenachmittags mitverfolgen konnte. Bei den Junioren löste Marbach-Sieger Calvin Böckmann (Lastrup) mit Altair de la Cense dank einer Nullrunde die nach Dressur führende Anna Lena Schaaf (Voerde) an der Spitze ab. Sie war im Gelände eine Spur zu langsam und musste neben Böckmann auch ihrer rheinischen Kollegen Isabel Mengeler (Hamminkeln) mit Checkred den Vortritt lassen. Noch ist aber auch in der Vielseitigkeit nichts entschieden, denn für alle steht nach einer Verfassungsprüfung auch das abschließende Springen auf dem Programm. Dies gilt auch für die Ponyreiter. Hier startet am Sonntag Jana Lehmkuhl (Voerde) mit Veith als Führende und Letzte in den Parcours. Sie konnte als Einzige ihren Spitzenplatz aus der Dressur auch im Gelände behaupten.

Dressur und Voltigieren: Favoriten in Lauerstellung

Mit einem Sieg am ersten Tag wurden alle Favoriten den Erwartungen gerecht. Im Feld der Junioren unter 18 Jahre gab es in der ersten Wertungsprüfung kein Vorbeikommen an Linda Erbe (Krefeld) und DSP Fierro. 73,73 Prozent bekamen die 17-jährige Dressurreiterin aus dem Rheinland im Sattel ihres achtjährigen Wallachs. Auch Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Reiter liegen in der Notenskala dicht beisammen“, analysierte er im Nachgang und vermutet: „Da könnte es morgen noch den ein oder anderen Wechsel geben.“ Bei den Jungen Reitern dominierten in der ersten Wertung Semmieke Rothenberger aus Bad Homburg und ihre elfjährige Dissertation. Mit einem Endergebnis von 74,605 Prozent setzten die beiden die absolute Bestmarke in der heutigen S*-Dressur. Bundestrainer Meyer zu Strohen resümierte: „Das Feld ist wieder sehr dicht. Die Reiter stehen in einem dichten Kampf um die Platzierungen.“ Auch bei den Ponyreitern gab es am ersten Tag wenige Überraschungen. Hier setzte sich die sechsfache Europameisterin und Preis der Besten-Siegerin aus dem Vorjahr Lucie-Anouk Baumgürtel (Nottuln) mit ihrem 13-jährigen ZINQ Massimiliano FH durch. 76,051 Prozent gaben die Richter für die Vorstellung der beiden. „Das war sehr positiv heute“, freute sich die Bundestrainerin der Pony-Dressurreiter, Cornelia Endres. „Wir haben viele gute Ponys und gute reitende Kinder gesehen.“

Auf dem Viereck wurde zudem eine Premiere gefeiert. Erstmals sind die U14-Dressurreiter mit von der Partie. „Die Premiere hier auf dem Preis der Besten ist ein voller Erfolg“, freut sich Caroline Roost, die in der AG Nachwuchs des Dressurausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) für die Children zuständig ist. Zum ersten Mal wird Deutschland in diesem Jahr ein Children-Dressurteam zur Europameisterschaft schicken. Das beste Ergebnis lieferten heute, wie auch schon am vergangenen Wochenende in Wiesbaden, Alina Hahn (Wimsheim) und ihre erst siebenjährige Württemberger Stute Riana. Mit einer Endnote von 8,7 verließen sie das Viereck. Viel Talent, viel Gefühl und ein stets zufriedenes Pferd bescheinigten die Richter der 14-jährigen Reiterin. Die musste heute übrigens, wie auch in Wiesbaden, als allererste ins Viereck einreiten. „Ich sehe die Startposition sogar ein bisschen als Vorteil, weil ich dann noch nicht weiß, was die andern so machen. Ich setze mich dann nicht so unter Druck.“

Auch im Voltigieren sieht es nach Wiederholungstätern aus. So führt der Vorjahressieger, das Team Nordheim mit Longenführerin Andrea Blatz (Ittlingen), nach der Pflicht und der ersten Kür ebenso wie Gregor Klehe (München), der sich bereits 2017 als Bester herausstellte. Lediglich bei den Damen musste die Nordheimerin Mara Xander nach dem ersten Durchgang ihrer Mitbewerberin Alina Roß aus Userin in Mecklenburg-Vorpommern den Vortritt lassen. Im Pas-de-Deux sind es die Zweitplatzierten des Vorjahres, das Berlin-Brandenburger Duo Julian Kögl und Ronja Kähler, die vor dem Finaltag die Nase vorn haben.

Alle Ergebnisse unter https://www.fnverlag.de/fn-erfolgsdaten/veranstaltung/20136/Preis-der-Besten-Warendorf-DOKR, die Gesamtergebnisse unter www.preis-der-besten.de.

Quelle: FN-Press

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