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Dressur

Millstreet: Etappe 5,Tag 1

  In der Dressur zeigten sich bekannte Gesichter mit sehr guten Ergebnissen. Nachdem er den Großteil der Saison wegen seiner Verletzung verpasst hatte,… Artikel lesen

Marike Weber
24.08.2019 4 min lesen
Pressefoto

 

In der Dressur zeigten sich bekannte Gesichter mit sehr guten Ergebnissen. Nachdem er den Großteil der Saison wegen seiner Verletzung verpasst hatte, bewies Oliver Townend, dass er der wahre Comeback-König ist…..

Der ERM Champion von 2016 pilotierte Burghley Gewinner Ballaghmor Class an die Spitze der Rangliste mit einer Dressurnote von 21. Damit sind sie Over-Night-Leader, und es ist die Vier-Sterne-Bestnote für den Wallach, der kurzzeitig den Rekord für die niedrigste Dressurnote aller Zeiten in Badminton hielt.

Für Oliver, der viel von der Saison verpasst hat, ist es eine Erleichterung, wieder bei den Besten dabei zu sein.

“Ich hatte eine seltsame Saison”, gibt er mit einem Grinsen zu. “Aber die Pferde laufen gut, und ich bin fast gesund. Ich hatte alle möglichen Beschwerden, aber wir sind wieder da – und solange das bei den großen Events funktioniert, bin ich froh, diese guten Pferde zu haben. Das ist Badminton, Kentucky, natürlich die Europameisterschaft und Burghley – und selbstverständlich die ERM. Das ist eine wichtige Serie für unseren Sport, und wir sind sehr dankbar dafür.”

Ballaghmor Class zeigte seine Klasse, besonders in seinem ausdrucksstarken Galopp. Dadurch sammelte er wichtige Punkte, da die Galopptouren sich heute als besonders einflussreich erwiesen. Mehrere 20iger Dressuren wurden aufgrund von Galoppfehlern zu 30igern. Aber Oliver und Thomas, wie der Wallach zu Hause genannt wird, ließen sich vom Druck des Tages nicht beeinflussen.



Die Irin Sarah Ennis und Horseware Stellor Rebound lieferten ein hervorragendes Ergebnis auf heimischem Boden – 2.Platz over-night mit 25 Punkten. Dies ist der 1. Start für das Pferd seit den Weltreiterspielen im vergangenen Sommer, bei denen er Mannschaftssilber holte.

“Ich bin begeistert von ihm – er ist das “one in a million” Pferd, sagte Sarah, die in der vergangenen Saison mit dem fünfzehnjährigen Wallach in Chatsworth auf dem Podium stand. 

“Wir haben leider den einzigen geplanten Start verpasst – er hat ein Eisen verloren und konnte nicht richtig laufen. Er ist das erste Mal seit der WM wieder im Einsatz. Leider konnte ich auch die “Familiarisation” in der Arena nicht mitmachen, sodaß ich etwas besorgt war, dass er Angst vor den Kameras haben würde! Aber er war wirklich gut.”




Die Wiesbadener Sieger und Favoritin Sarah ‘Cutty’ Cohen und Treason sind die Wildcard-Teilnehmer dieser Etappe, bisher mit 26,3 Punkten auf dem 3. Platz. Direkt dahinter liegt die Neuseeländerin Lucy Jackson und Superstition, die im Frühjahr in Chatsworth das erste Mal auf dem Podium standen, mit 26,4 Punkten punktgleich auf dem 4. Platz mit Millie Dumas und Fabien.

“Ich glaube nicht, dass man sich nach der Dressur schon so freuen sollte, aber woo-hoo!” lachte Lucy. Sie hatte Grund zum Feiern – Superstition‘s Note war die persönliche Bestleistung des Wallachs, der normalerweise niedrigen 30er Noten bekommt. 

“Er war immer ein super talentiertes Pferd, aber ich habe nicht immer stark genug geritten, sodaß er in dieser Atmosphäre nicht glänzen konnte. Aber heute hat er es geschafft.”

Trotz großer Hoffnungen konnten einige der heißen Favoriten nicht das obere Leaderboard erreichen. Der Australier Bill Levett, bisher in der Rangliste 2019 auf Platz 2, hat die Chance auf Platz 1, da die Führende Jonelle Price nicht startet. Aber die angespannte Dressur von seinem treuen Shannondale Titan brachte ihm 30,9 Punkte, 18. Platz. Kurz vor ihm liegt sein Landsmann Chris Burton und Graf Liberty mit 30.2. Punkten, die an diesem Wochenende ebenfalls aufs Podium wollen.

“Er fühlte sich wahrscheinlich nicht ganz wohl”, sagt Bill, dessen Pferd in den letzten 8 Prüfungen immer mit 20iger Noten punkten konnte. “Es ist nur ein Reminder, dass die Pferde eben keine Maschinen sind. Gestern fühlte er sich super an, ich habe keine Ahnung, was heute war – er mag diese Aufgabe einfach nicht so wie andere. Er ist ein großes, langbeiniges Pferd und die Schritt-Pirouetten liegen ihm nicht so. Hoffentlich ist er wieder besser in Lignieres. Im Moment habe ich nicht die Punkte, die wir normalerweise bekommen, also versuche ich, eine Nullrunde morgen zu liefern und dann sehen wir weiter.”

Der Jardysieger von 2018, Alex Bragg mit Zagreb, wollten das Leaderboard herausfordern, in der Halbzeit lagen sie bei 22 Punkten. Aber ein ungeplanter Galoppwechsel zerstörte ihre Galopptour, und sie mussten sich am Ende mit 28,2  Punkten und dem 9. Platz begnügen. Aber Reiten auf diesem Level ist nicht nur Job oder Hobby, es ist Lebensstil – was Alex nur zu gut weiß.

“Wir hatten zwei große Patzer in der Galopptour, in der er normalerweise sehr sicher ist, aber ich bin ehrlich – es war eine harte Woche für mich”, sagt Alex, der zu “This Is Me” von The Greatest Showman geritten ist. Er hatte – über Facebook –  erfahren, dass einer seiner Besitzer alle Pferde von seinem Hof holen wollte. “Ich bin da reingeritten und wurde etwas emotional – genau deswegen hatte ich ja diese Musik gewählt. Aber diese Dinge passieren halt. Das ist Vielseitigkeit, das ist das Leben – wir können trotzdem morgen super springen.”

Hier sehen Sie alle Dressur Ergebnisse.

 

PM

 

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„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“ (Albert Einstein)