Julia Kühn gewinnt in Eppelheim

von Stina Berghaus
05. Januar 2018
05.01.2018
ca. 2 Minuten

Wettertief Burglind ist für Julia Kühn keine ernstzunehmende Konkurrentin: Die Berufsreiterin, Pferdewirtschaftsmeisterin und Trägerin des Goldenen Reitabzeichens trainiert ihre Pferde das ganze Jahr über im Freien. Der Reiterhof von Heinrick Hack am Heidelberger Neckarufer, auf dem Julia Kühn mit ihrem Trainings- und Lebenspartner Nikolaus Kühn ansässig ist, hat keine Halle. Alles läuft im Freien ab. Auch zu Zeiten von Burglind und Co. Die Kühn-Pferde werden – nomen est omen – bei Wind und Wetter draußen geritten, auch wenn sie sich dabei auf pfützennassem Geläuf manchmal wie Seepferdchen fühlen.

Vorteil dabei: Die Pferde aus dem Stall Kühn lassen sich von keinem Mistwetter aus der Ruhe bringen. So wie gestern bei der S-Dressur zum Finale des Dressurteils auf der Reitanlage Wolf in Eppelheim. In den Hallen war es trocken und gemütlich, aber draußen stürmte und regnete es wieder einmal. Der 14-jährige Fuchswallach Fariano, unter Julia Kühns Sattel, im Besitz von Irmgard Behrendsen, blieb gelassen und tickte im Dressurviereck wie ein Uhrwerk.

Die Berufsreiterin, die für Heidelberg/Ladenburg startet, siegte – als einzige Reiterin mit einem Ergebnis von über 68 Prozent der Punkte. Das riss insgesamt betrachtet auch das Gesamtniveau der Prüfung heraus.

Die für Turnierpferde ungewohnte Jahreszeit und die explizit für empfindliche Dressurpferde kompakte und lebendige Wolf-Halle forderten Tribut: fast kein Paar blieb gänzlich fehlerfrei. Ein 70-Prozent-Ritt, der gemeinhin als Siegesleistung benötigt wird., war weit und breit nicht zu erkennen.

Nichtsdestotrotz bedeutete der S-Sieg von Eppelheim für Julia Kühn natürlich ein Saison-Auftakt nach Maß. Und der Frühling wird auch am Heidelberger Neckarufer wieder einziehen.

Die S-Dressur entschied sich im letzten Fünftel des Starterfeldes, das sehr lange von der südbadischen Unternehmerin Andrea Caesar-Vetter angeführt worden war. Die Autodidaktin mit eigenem kleinen Reiterhof in der Ortenau hatte mit dem schönen Fuchswallach Bugatti  C aus eigener Zucht vorgelegt; der erst achtjährige Württemberger lässt die Fachwelt tief blicken. Auf den letzten Metern war Andrea Caesar-Vetter erst von der Crailsheimerin Carina Harnisch mit ihrer Stute Sunrise abgefangen worden, dann setzte sich aber auch gleich Julia Kühn mit Fariano an die Spitze. Vierte wurde die erfolgsverwöhnte Andrea Dlugos auf Flair; sie ist in Baden-Württemberg auf der aktuellen Rangliste immerhin Zweite. Auf den Plätzen folgten der Zeuterner Berufsreiter Jerome Schaack, der für Luxemburg startet, mit dem hübschen Schwarzen Saint Clou, Katrin Steuer aus Wiesloch auf Borgetti und die Horrenbergerin Kerstin Fuchs mit Hennessy (rok/Foto: Doris Matthaes).

 

Quelle: Reiterjournal

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