Dressur

BCH 2019: Zum Glück tanzt zum Titel

Zonik-Sohn gewinnt Gold bei den sechsjährigen Dressurpferden Warendorf (fn-press). Der erste Champion auf dem Dressurviereck trägt den schönen Namen Zum… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
08.09.2019 3 min lesen
Symbolbild (Foto: Pixabay)

Zonik-Sohn gewinnt Gold bei den sechsjährigen Dressurpferden

Warendorf (fn-press). Der erste Champion auf dem Dressurviereck trägt den schönen Namen Zum Glück. Im Preis der Firma vedmedpro.de machte der Oldenburger Hengst sowohl seinen Züchter Ullrich Kasselmann (Hagen a.T.W.) als auch seinen niederländischen Reiter Robin van Lierop und die Besitzergemeinschaft RS2 glücklich. Silber gewann der sechsjährigen Dressurpferde der Westfale Rock Revolution, auf dem Bronzerang folgte der Holsteiner Caracciola MT.

Von der Weltmeisterschaft in Ermelo zum Bundeschampionat: Der Oldenburger Hengst Zum Glück RS2 OLD, Neunter beim WM-Finale in Holland, präsentierte sich nach 2018 erneut dem Warendorfer Publikum. Im Vorjahr verließ er das Bundeschampionat mit der Bronzemedaille, in diesem Jahr glänzte es golden. Der Zonik-Sohn aus einer Florestan I-Mutter stammt aus der Zucht von Ullrich Kasselmann in Hagen. Als vierjähriges Pferd wurde Zum Glück über Kasselmanns P.S.I.-Auktion an die niederländische Besitzergemeinschaft RS2 Dressage Center de Horst verkauft. Robin van Lierop brachte die Stärken des Hengstes schon in der Qualifikation meisterlich zur Geltung: Sieg mit der Wertnote 8,7. Allein eine gewisse Spannung drückte die Note für Durchlässigkeit. Im Finale war der Dunkelbraune zwar noch nicht ganz locker, aber deutlich verbessert. Dr. Dietrich Plewa, der die Prüfung fürs Publikum kommentierte, lobte besonders den Galopp, der von „Souveränität, Fleiß, Lastaufnahme und mustergültiger Rückentätigkeit“ geprägt sei. Die Richtergruppe spendierte für diese Grundgangart die Höchstnote 10 – die einzige bei den sechsjährigen Dressurpferden. Auch Trab und Schritt des Oldenburgers gefielen: „Das Pferd bewegt sich im Trab durchweg im Bergauf, mit viel Schulterfreiheit und einem Optimum an Schubkraft.“ 9,0, dazu gab es die 9,5 für den Schritt. Allein die ungenügende Maultätigkeit führte zu einer 8,5 für die Durchlässigkeit. Ansonsten: Gesamteindruck 9,5, dies ergab die Endnote 9,3.

„Gänsehaut“ überkam Plewa, als er Rock Revolution auf dem Viereck beobachtete. Der braune Wallach von Rock Forever aus einer Davignon I-Mutter kam bei Bernhard Schulze Sutthoff in Greven zur Welt. Sohn Lars Schulze Sutthoff stellte den Westfalen nicht zum ersten Mal auf dem Warendorfer Parkett vor. Bereits 2017 bei den vierjährigen Reitpferden hatte das Paar das Finale erreicht, und es im vergangenen Jahr bei den fünfjährigen Dressurpferden ebenfalls in die finale Runde geschafft. Nun ist Rock Revolution auf M-Niveau unterwegs und punktet vor allem mit seinem Galopp und seiner Durchlässigkeit (beides 9,0). Plewa hob die „überzeugende Bewegungsqualität“ und die vier hervorragenden fliegenden Galoppwechsel hervor. Der Vize-Champion beendete sein drittes Bundeschampionat mit der Wertnote 8,8.

Ein ungemein sympathischer Schimmel ließ die Zuschauer begeistert applaudieren: Caracciola MT gehörte fraglos zu den durchlässigsten Pferden auf dem Dressurviereck und gewann verdient die Bronzemedaille. Der von Miriam-Kathleen Haak gezogene Hengst gehört dem Gestüt Vorwerk in Cappeln und wurde von Melanie Tewes vorgestellt. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern auf dem Viereck deutet die Abstammung des Schimmels eher auf eine Karriere im Springsport hin: Sein Vater Chin Champ ist ein Sohn des Chin Chin, seine Mutter stammt von Springpferdemacher Calido I ab. Dass sich der elegante, in München-Riem gekört Hengst auch unter dem Dressursattel gut in Szene zu setzen weiß, demonstrierte er bereits im vergangenen Jahr bei der Sportprüfung im Rahmen seiner Hengstleistungsprüfung in Münster-Handorf. Dort schnitt er als bester Hengst in der Dressur ab.

Ein Blick auf die Statistik: Bei den sechsjährigen Dressurpferden gingen 45 Teilnehmer an den Start. Die größte Gruppe stellte der Zuchtverband Hannover mit 15 Pferden, dicht gefolgt von Oldenburg mit 13. Rang drei nahm Westfalen mit neun Pferden ein, das Rheinland und Bayern waren jeweils mit drei Pferden vertreten. Mit fünf Nachkommen wartete Sir Donnerhall I als Vater auf, jeweils zwei Nachkommen stellten die Hengste Benicio, Scolari, Dimaggio, Fürstenball, Fidertanz, De Niro, Belissimo und Rock Forever.   hen

Alle Ergebnisse der sechsjährigen Dressurpferde finden Sie hier.

Zeiteinteilung, Starterlisten und Ergebnisse der Bundeschampionate 2019 gibt es unter www.bundeschampionate.tv

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Jaqueline Weidlich

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