Dressur, Gastbeitrag

Der Sprung von der A Dressur hin zu der Dressur der Klasse L ist für viele nicht so einfach. Das… Artikel lesen

Pia Kocker
23.05.2019 3 min lesen
GALOPPTRAINING Ann-Christin WIENKAMP Lengerich – Galopparbeit 2017 © www.sportfotos-lafrentz.de / Stefan Lafrentz

Der Sprung von der A Dressur hin zu der Dressur der Klasse L ist für viele nicht so einfach. Das Pferd muss lernen sich zu setzen und es sollte eine beginnende Versammlung erkennbar sein. Doch gerade dieser Unterschied fällt vielen Pferden schwer und für den Reiter erfordert dies ein gewisses reiterliches Können. Er muss in der Lage sein das Pferd vor den treibenden Hilfen zu halten und ihm eine stetige und ruhige Anlehnung bieten. Im Training sollte man deshalb gerade im Galopp den Fokus darauflegen, dass das Pferd mehr Kraft im Hinterbein entwickelt und so die Versammlung halten kann. Viele fangen an und erlernen den Außengalopp an der langen Seite, was zunächst für das Pferd am einfachsten ist. Jedoch ist in den meisten L Dressuren der Außengalopp auch auf gebogener Linie gefragt. Hierfür muss das Pferd nicht nur gesetzt sein im Galopp, sondern muss auch in Lage sein sich auszubalancieren. Hinzu kommt das Reitergewicht. Dabei sollten die Galoppsprünge nicht so kurz werden das der Durchsprung verloren geht oder das Pferd schief wird.

All diese Punkte müssen beachtet werden, weshalb die Erlernung des Außengalopps gar nicht so einfach ist, wie sie immer scheint. Ich habe euch eine Übung herausgearbeitet, die alle Punkte die ich vorher aufgezählt habe, versucht zu beachten. Es handelt sich um die Übung aus der Ecke kehrt kombiniert mit in die Ecke kehrt zurück. Damit ihr es euch besser vorstellen könnt, habe ich euch hier eine Skizze aufgemalt:

 

 

Ihr reitet im Galopp zunächst die Hufschlagfigur aus der Ecke kehrt und könnt wenn ihr zurück zum Hufschlag reitet die Galoppsprünge größer werden lassen und etwas „Schwung“ holen. Um nun an der Balance im Außengalopp zu arbeiten, reitet ihr in die Ecke kehrt zurück, aber rückwärts. Hier muss das Pferd vermehrt an die äußeren Hilfen herantreten und muss lernen dabei gerade zu bleiben. In der Ecke angekommen, kann die Lange Seite genutzt werden um die Galoppsprünge nochmals zu verlängern.

Die Gefahr, dass der Dursprung verloren geht, ist hierdurch nicht mehr vorhanden. Anschließend kann die Übung wiederholt werden. Die Übung kann auf beiden Händen geritten werden und gymnastiziert das Pferd somit gleichmäßig auf beiden Seiten. Ihr solltet aber darauf achten, dass ihr die Übung nicht zu oft wiederholt, da das Pferd erst die Kraft entwickeln muss um sich setzen und es viel Konzentration von Pferd und Reiter erfordert. Beim ersten Mal reicht es sogar die Übung einmal auf jeder Hand zu reiten.
Nach und nach könnt ihr die Übung dann häufiger wiederholen. Im Laufe des Trainings werdet ihr feststellen, dass der Außengalopp eurem Pferd langsam immer leichter fällt. Der Außengalopp kann dann von der Langen Seite auf die kurze übertragen werden und die Wendung wird kein Problem sein.

 

 

 

 

 

 

 

Hier ein Überblick:

 

Übung: aus-der-Ecke-kehrt/ in-die-Ecke-kehrt

 

Das brauchst du:

  • einen Reitplatz oder Halle (sollte mind. 20x40m groß sein)

Wiederholungen:

  • Du solltest es nicht zu oft reiten, da diese Übung sehr
  • Anspruchsvoll für Pferd und Reiter ist, am Anfang reicht es
    einmal pro Hand

 

Aufgabe:

  • Du reitest im Galopp aus-der-nächsten-Ecke-kehrt
  • Im Außengalopp bleibst du dann ca. zwei bis drei Pferdelängen auf dem Hufschlag
  • Anschließend reitest du in-die-Ecke-kehrt zurück
  • Also praktisch die Übung rückwärts zurück

 

Ziel:

  • Verbesserung der Balance deines Pferdes
  • Die Hinterhandmuskulatur wird gefördert und dein Pferd
  • Bekommt mehr Kraft -> mehr Lastaufnahme
  • Durch die engen Wendungen kommt dein Pferd automatisch
    Zurück und die Versammlung wird erlernt, ohne das Pferd Zurückzureiten
  • Hiermit förderst du auch die Geraderichtung deines Pferdes

 

Wichtig:

  • Dein Pferd sollte den Galopp schon gut halten können
  • Bei Pferden die noch nicht so viel Kraft haben, solltest du die Übung nicht zu oft Wiederholen
  • In der Wendung selbst das Pferd nicht aktiv zurückreiten, das geschieht schon durch die Wendung

 

Viel Spaß beim üben!

-Eure Pia-

 

Themen in diesem Artikel
Pia Kocker

Die schönste Zeit im Leben sind die kleinen Momente in denen du spürst, du bist zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.