Dressur, Portrait

Ann-Kathrin Lindner im Portrait

23. August 1996 Ilsfeld Der Mai 2019 war für Ann-Kathrin Lindner ein besonderer Monat. Nach einem erfolgreichen Wochenende beim Maimarkt-Turnier… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
16.09.2019 2 min lesen
LINDNER Ann-Kathrin (GER), Flatley 2 Wiesbaden – Longines Pfingstturnier 2019 Preis der Liselott-Schindling-Stiftung Piaff-Förderpreis-Wertungsprüfung Nat. Dressurprüfung Kl. S mit Piaffe und Passage 10. Juni 2019 © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

23. August 1996 Ilsfeld

Der Mai 2019 war für Ann-Kathrin Lindner ein besonderer Monat. Nach einem erfolgreichen Wochenende beim Maimarkt-Turnier in Mannheim kam der Anruf von Bundestrainer Sebastian Heinze und die Kaderberufung! „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Ich dachte, mit unseren Mitteln ist das unerreichbar!“ Der Höhepunkt dieses steilen Aufstiegs war dann Ende Juli im italienischen San Giovanni bei Rimini der Gewinn der Goldmedaille bei den U25- Europameisterschaften mit dem deutschen Team – ihrem bislang größten Erfolg.

Möglich gemacht hat diesen Erfolg nicht zuletzt Sunfire! Der 1,86 Meter große dunkelbraune, in Baden-Württemberg gezogene Hengst war sechs, als er zu Ann-Kathrin kam. „Er konnte wirklich nichts. Man konnte ihn kaum auf dem Zirkel reiten.“ Die erste Woche sei furchtbar gewesen. „Mir war morgens schon schlecht, wenn ich daran dachte, dass ich mittags Sunfire reiten muss.“ Ihre Taktik war simpel – und sehr erfolgreich. „Ich habe ihn die ersten Wochen immer nur nach vorne geritten. Inzwischen ist er absolut brav und tiefenentspannt. Ich springe ein bisschen mit ihm, reite mit ihm ins Gelände – das liebt er – und er ist sooo brav!“

Seit Ende 2017 hat Ann-Kathrin neben ihrem Vater, der sie schon von klein auf unterrichtet, einen neuen Trainer: Landestrainer Karl-Heinz Streng. „Kalli ist ein Traum als Trainer. Es gibt kein besseres Vorbild!“ Seitdem habe sie noch mal einen Riesenschritt nach vorne gemacht. 2017 wurde sie Zweite im Finale des iWEST-Dressur-Cups in der Stuttgarter Hanns-Martin- Schleyer-Halle, den sie 2018 gewann. Im Sattel von Sunfire war sie nicht zu schlagen: „Der iWEST-Cup hat uns weitergebracht, die Entwicklung vom letzten Jahr bis heute war enorm.“

In diesem Jahr schaffte sie nun über den Piaff-Förderpreis den Zugang zu Deutschlands Top- U25-Reitern. „Die Unterstützung, die man im Piaff-Förderpreis erhält, ist unglaublich. Man kann über alles offen mit dem Bundestrainer reden, er gibt unendlich viele Tipps. Das ist so schön, so toll!“, ist die Physiotherapeutin begeistert. Von ihrer Arbeit schwärmt sie geradezu: „Das ist super und genau mein Ding. Ich arbeite 30 Stunden in einer kleinen Praxis in Weinsberg, und freitags habe ich frei.“ So kann sie ihre Arbeit gut mit ihrem engagierten Hobby und den Turnierstarts vereinbaren.

Bei Familie Lindner hat sich schon immer fast alles um Pferde gedreht. Mutter Ulrike Königs- Lindner, Vater Werner Lindner und Ann-Kathrins älterer Bruder Pascal sind allesamt im Springsattel gewesen oder sind es immer noch. Nur Ann-Kathrin „tanzt aus der Reihe“ und ist im Dressursport zu Hause. „Als ich etwa sieben war, habe ich ein Springpony bekommen, Kimberly. Mit ihr habe ich gemerkt, dass ich eigentlich Angst vorm Springen habe.“ Also hat Bruder Pascal Kimberly übernommen und Ann-Kathrin sich nur noch auf die Dressur konzentriert.

Ein Leben ohne Reiten? „Kann ich mir absolut nicht vorstellen. Es macht mir jeden Tag Spaß und eigentlich jeden Tag mehr. Am meisten liebe ich es, wenn es Probleme mit Pferden gibt und ich dann Lösungswege finde. Das finde ich einfach toll!“

Pressemitteilung STUTTGART GERMAN MASTERS

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Jaqueline Weidlich

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