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Doppelte Auszeichnung für Burkhard Jung

Im Rahmen des Bundesberufsreitertags 2022 in Ankum wurde der langjährige BBR-Präsident Burkhard Jung gleich doppelt geehrt. Hannes Müller übergab ihm… Artikel lesen

Martina Brueske
25.03.2022 3 min lesen
Burkhard Jung gibt Vorsitz der BBR an Hannes Müller ab (beide Westfalen). Jung behält Ehrenvorsitz der BBR. Foto: Kaup

Im Rahmen des Bundesberufsreitertags 2022 in Ankum wurde der langjährige BBR-Präsident Burkhard Jung gleich doppelt geehrt. Hannes Müller übergab ihm die Felix-Bürkner-Ehrenmedaille – die höchste Auszeichnung der BBR, die für außergewöhnliche Verdienste um den Berufsstand vergeben wird. Nach Reitmeister Günther Festerling (†), Reitmeister Karl-Heinz Streng, Hans Biss und Hannes Müller ist Burkhard Jung nun der fünfte Träger dieser Auszeichnung.
„Du bist eine Persönlichkeit, die sich mit Haut und Haaren dem Berufsstand verschrieben hat und sein Ehrenamt mit Leib und Seele gelebt hat, so Hannes Müller in seiner Laudatio. Mit Burkhard Jungs Abschied aus dem BBR-Vorstand geht eine Ära zu Ende. Der 63-Jährige ist seit 44 Jahren Mitglied in der Bundesvereinigung der Berufsreiter, er war neun Jahre lang Delegierter in Westfalen und seit 2002 Mitglied im BBR-Vorstand. 2008 übernahm er schließlich den Ersten Vorsitz der BBR und wurde zugleich stellvertretender Präsident des DRFV.

Sein Handwerk gelernt hat Burkhard Jung bei Paul Stecken und Fritz Tempelmann. Er ist Pferdewirtschaftsmeister mit Stensbeck-Auszeichnung und kann auf Dressurerfolge bis Grand Prix verweisen. Er war Landestrainer in Westfalen und bildet Pferde, Reiter und Reiterinnen bis zur Championatsreife aus, seine Schülerinnen und Schüler waren siegreich bei Deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften. Im westfälischen Wilnsdorf hat er zwei Reitanlagen aufgebaut, deren Leitung mittlerweile seine Tochter Anna übernommen hat. Burkhard Jung ist Mitglied im Prüfungsausschuss für Pferdewirtinnen und Pferdewirte sowie Pferdewirtschaftsmeisterinnen und -meister. Er ist Träger des Verdienstabzeichens in Gold der BBR für besondere Dienste um den Berufsstand. 

Die zweite wichtige Ehrung nahm Burkhard Jung aus den Händen von FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach entgegen: die Graf Landsberg Medaille in Gold. Es sei nicht der Zeitaufwand, der ein Ehrenamt so wirkungsvoll mache, sondern der Inhalt und die Form, die man dem Amt verleihe, sagte Soenke Lauterbach in seiner Rede. „An der Stelle sind Sie für mich ein Vorbild gewesen. Sie sind ein Pferdewirtschaftsmeister der alten Schule und wissen, worüber Sie sprechen. Sie haben die Werte des Berufsstandes par excellence gelebt. Sie sind immer freundlich und respektvoll, hart in der Sache, aber fair. Im Namen der FN sage ich Danke!

Burkhard Jung trat in Ankum nicht mehr zur Wiederwahl an. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig Hannes Müller gewählt und zweite Vorsitzende ist nun Ulrike Lautemann. Burkhard Jung wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Neues Mitglied im Ehrenrat ist Karl-Heinz Streng. Den Vorsitz des Ehrenrats übernimmt jetzt Henning Müller.

Bundesberufsreitertag 2022

Der Bundesberufsreitertag im See- und Sporthotel Ankum stand unter dem Motto: „Dem Pferde verpflichtet – dem Sport verbunden. Heute und in der Zukunft. Heute Entscheidungen treffen für morgen. Zwei Tage volles Programm: Neben zahlreichen Ehrungen und der Stensbeckfeier gab es kurzweilige Vorträge und anschauliche Praxisdemonstrationen, viele Gespräche und Fach-Diskussionen.
Mit einer Herzensangelegenheit war Thomas Casper vom Birkhof in Baden-Württemberg angereist. Er sprach über das Thema „Pferdesport und Gesellschaft“ und wie wichtig es ist, noch mehr für den Pferdesport einzutreten und den Nachwuchs zu integrieren. Er machte klar: „Wir müssen die Gesellschaft mitnehmen, ansonsten reiten wir irgendwann nicht mehr!“ Dabei ging es um Möglichkeiten, das Umfeld eines Reitbetriebs mit an Bord zu holen – von einem Tag der offenen Tür und Siegerehrungen mit Kindern an der Hand, über Volleyballturniere mit der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes am Turnier-Samstagabend bis hin zu Besuchen bei Kindergärten. „Unser Ziel muss sein, dass jedes Kind mindestens einmal im Leben die Faszination Pferd erleben konnte. Das ist unsere Zukunft!

Über das „System Peelbergen“ referierte Ken Ruysen, Direktor des Turnier- und Reitsportzentrums im niederländischen Peelbergen. Er erläuterte, wie das Zentrum aufgebaut ist, wie die zahlreichen Events umgesetzt werden und wie er einen Weg gefunden hat, schnell und unbürokratisch mit der niederländischen FN zusammenzuarbeiten.
Zum Thema „Die Welt verändert sich dramatisch – erfahren Sie, wie Sie damit umgehen können“ erläuterte Michael Vaas, Strategieberater und Optimierungsexperte, nützliche Strategien, um den Anforderungen im Beruf und Alltag begegnen zu können. Dabei ging es um vier Punkte: 1. Raus aus dem Hamsterrad (Wo stehst du? Wohin willst du?), 2. So kann ich mich aufstellen 3. So kann ich meine Mitarbeiter mit auf die Reise nehmen und ins Unternehmen integrieren, 4. So kann ich Veränderungen annehmen und mich Entwicklungen anpassen.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Praxis. Zuchtexperte Cord Wassmann sprach über „Die Historische Entwicklung der Pferdezucht – Selektion früher und heute“ und demonstrierte an einer sechsjährigen Stute eine Exterieurbeurteilung.
Springausbilder Florian Meyer zu Hartum hatte drei Pferde unterschiedlichen Alters mitgebracht. Er veranschaulichte die Stufen der Springausbildung und erläuterte, worauf er besonders viel Wert legt.
Den Dressurteil übernahm Reitmeister Hubertus Schmidt und zeigte ebenfalls an drei verschiedenen Pferden das Erarbeiten von Stellung und Biegung, einfache und fliegende Galoppwechsel, Traversalen, Galopppirouetten und Piaffen.