Aktuelles, Springen

DJM Riesenbeck Springen: Titel für Terhörst, Stuppi, Beckmann und Ahlmann

Riesenbeck (fn-press). Nach der Deutschen Jugendmeisterschaft Dressur in der vergangenen Woche, haben an diesem Wochenende die Nachwuchsspringreiter ihre Meister gekürt…. Artikel lesen

Martina Brueske
20.09.2020 5 min lesen
FN Logo

Riesenbeck (fn-press). Nach der Deutschen Jugendmeisterschaft Dressur in der vergangenen Woche, haben an diesem Wochenende die Nachwuchsspringreiter ihre Meister gekürt. Für sie war es, nach der Absage der Europameisterschaft, der sportliche Jahreshöhepunkt. Nach drei Wertungsprüfungen und zwei Stechen stehen die neuen Deutschen Meister im westfälischen Riesenbeck fest: Carlotta Terhörst mit Velvetino, Charlotte Stuppi mit Asterix, Johanna Beckmann mit Cheenook und Hannes Ahlmann mit Nerrado. Den Auftakt haben am Sonntagmorgen die Ponyreiter gemacht.

Es war spannend bis zum Schluss. Während Carlotta Terhörst aus Legden (Westfalen) und ihr Pony Velvetino in der ersten Wertungsprüfung am Freitag noch mit acht Strafpunkten gestartet waren, blieben sie in der zweiten Wertung und in den beiden Umläufen im Finale fehlerfrei. Der 14-jährige Emile Baurand aus München (Bayern) und seine Schimmelstute Ami hingegen blieben in der ersten Wertungsprüfung fehlerfrei, kassierten jedoch in der zweiten Wertung vier Strafpunkte und verzeichneten auch im zweiten Final-Umlauf vier Strafpunkte.

Mit jeweils acht Strafpunkten brachte erst das abschließende Stechen die Entscheidung. Carlotta Terhörst und ihr zehnjähriger Wallach legten ohne Fehler und blitzschnell in 32.27 Sekunden vor. Ein Stop von Emile Baurand und Ami im Stechen bedeutete den Titel für Carlotta Terhörst und Velvetino, die ihr letztes Jahr im Ponylager damit erfolgreich krönten. Im August waren die beiden noch Teil der deutschen Equipe beim Nationenpreis in Fontainebleau, wo sich die deutsche Mannschaft Rang drei sicherte. Silber ging nach dem Stechen an Emile Baurand mit Ami. Platz drei sicherte sich mit neun Strafpunkten Magnus Schmidt aus Naumburg (Sachsen-Anhalt) mit An Angel.

„Am Ende war es auf jeden Fall spannend. Ich freue mich für Carlotta und vor allem auch für Emile. Während Carlotte und Magnus routinierter und schon Nationenpreise geritten sind, habe ich Emile 2019 das erste Mal beim Lehrgang für das Nachwuchschampionat gesehen. Es ist schön zu sehen, dass er so einen Schritt gemacht hat. Die Leistung bei den Ponys insgesamt war aber eher durchwachsen. Die Lücke zwischen den sehr guten Paaren und denen, die noch Potenzial nach oben haben, ist aktuell groß. Weil altersbedingt nächstes Jahr viele ausscheiden, rechne ich schon mit einem kleinen Umbruch“, resümierte der Pony-Bundestrainer Karl Brocks.

Asterix zum zweiten Mal U14- Meister – dieses Mal unter Charlotte Stuppi

Fast überraschend ist auch die Meisterschaft in der Altersklasse der Children (U14) im Stechen entschieden worden. Sechs Paare waren nach zwei Wertungsprüfungen fehlerfrei ins Finale gestartet, wo jedoch allen mindestens ein Springfehler unterlief. Das Stechen mit sechs Paaren und je vier Strafpunkten musste die Entscheidung bringen. Die einzige Nullrunde in blitzschnellen 28.65 Sekunden lieferte Charlotte Stuppi aus Homburg (Rheinland-Pfalz) mit Asterix. Der 14-jährige Wallach ist ein „alter Hase“ im Children-Lager. 2017 gewann er unter Anna Braunert die Deutsche Jugendmeisterschaft in Aachen. 2018 wurde er Mannschaftseuropameister unter Henry Munsberg. Charlotte Stuppi spielte die Routine ihres Wallachs voll aus, wählte geschickt kurze Wege und sicherte sich die Goldmedaille.

„Wir haben im Finale der Children sehr guten Sport gesehen. Etwas unerwartet war es zum Ende doch noch spannend. Dass keiner der sechs Paare, die bisher fehlerfrei waren, auch ohne Fehler im zweiten Umlauf blieben, ist ungewöhnlich. Das zeigt, wie hoch die Anspannung bei einer DJM ist. Zum Schluss hat Asterix wieder alles klar gemacht und dieses Mal mit Charlotte Stuppi gewonnen. Er ist einfach ein tolles Children-Pferd“, lautete das Fazit von U14-Bundestrainer Eberhard Seemann.

Kaum langsamer als das Sieger-Duo jedoch mit einem Springfehler sicherten sich Fabio Thielen aus Losheim (Saarland) und Showbizz die Silbermedaille (28.71 Sekunden). Bronze ging nach Schleswig-Holstein an Freya Sophie Langhans (Behlendorf) mit Curt (4/30.73 Sekunden).

Johanna Beckmann sichert sich zweiten Meistertitel in Folge 

In der Altersklasse der Junioren legte Johanna Beckmann mit Cheenook einen Start-Ziel-Sieg hin. Die 18-Jährige aus Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) und ihr Westfale hatten die erste Wertungsprüfung am Freitag, ein Zeitspringen der Klasse S*, gewonnen und blieben auch in der zweiten Wertung und im ersten Final-Umlauf fehlerfrei. Im entscheidenden zweiten Umlauf machten sie es aber nochmal spannend. Als letztes Starterpaar der Prüfung fiel für die beiden in der dreifachen Kombination die erste Stange des Wochenendes. Trotz des Springfehlers war den beiden der Titel nicht zu nehmen – mit lediglich vier Strafpunkten sicherten sich Johanna Beckmann und Cheenook die Goldmedaille. Bereits im Ponylager war Johanna hoch erfolgreich und blickt auf zahlreiche Erfolge bei Nationenpreisen und Pony-Europameisterschaften zurück. 2019 war sie Deutsche Ponymeisterin mit Karim van Orchids und ist 2020 altersbedingt ins Juniorenlager gewechselt.

Silber sicherten sich Alia Knack aus Sauldorf (Baden-Württemberg) und Claus Peter mit 5.16 Punkten. Bronze ging mit 5.86 Punkten an Anna Jurisch aus Nuthetal (Brandenburg) und Questo Vincitore.

Hannes Ahlmann spielt auch bei den Jungen Reitern seine Routine aus 

Hannes Ahlmann und Nerrado heißen die neuen Deutschen Meister in der Altersklasse der Jungen Reiter bis 21 Jahre. Das Besondere: Für das Paar aus Reher (Schleswig-Holstein) ist es die erste Saison in der Altersklasse der Jungen Reiter. 2019 hatten sie noch Bronze in der Altersklasse der Junioren bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Zeiskam gewonnen und gehörten zum EM-Team, das Silber in Zuidwolde gewann. Die erste Wertungsprüfung der Meisterschaft ist ein Zeitspringen der Klasse S*. Der Sieger bleibt ohne Punkte, alle weiteren Teilnehmer erhalten entsprechend ihrer errittenen Zeit Zeitstrafpunkte. Hannes Ahlmann und Nerrado beendeten die erste Wertung ohne Springfehler mit 1.20 Zeitstrafpunkten auf Rang sechs. Auch in der zweiten Wertungsprüfung und im Finale blieb das Paar fehlerfrei. Außer Hannes Ahlmann gelang das nur Matthis Westendarp (Wallenhorst/Weser-Ems) mit Stalido. Die beiden waren jedoch im Zeitspringen einen Hauch langsamer und hatten 1.66 Punkte auf dem Meisterschaftskonto stehen. Das bedeutete: Gold für Hannes Ahlmann, Silber für Mathis Westendarp. Die Bronzemedaille ging mit 6.68 Strafpunkten nach Rheinland-Pfalz an Emilia Löser und Lesodero.

„Die routinierten Paare haben sich durchgesetzt und ihre Routine ausgespielt, mit Hannes Ahlmann, Johanna Beckmann sind routinierte Reiter die neuen Meister, auch Anna Jurisch und Alia Knack haben internationale Erfahrung. In diesem Jahr hatten wir einige Paare, die 2019 noch bei den Children gestartet sind, es 2020 ins Finale der Junioren geschafft und einen guten Eindruck hinterlassen haben. Das stimmt mich positiv, dass wir in den nächsten Jahren guten Nachwuchs in der Altersklasse der Junioren haben werden. Bei den Jungen Reitern haben wir zwei Medaillenträger, die gerade erst aus dem Juniorenlager hochgerutscht sind. 2021 werden einige erfahrene Reiter das U21-Lager verlassen, aber es kommen gute junge Leute nach“, lautete das Fazit von Bundestrainer Peter Teeuwen. Am ersten Tag der DJM habe er bei einigen Paaren bemerkt, dass die Saison 2020 eine besondere ist und das Parcours Reiten auf schwerem Niveau gefehlt hat. Angesichts der hohen technischen Anforderungen habe dem ein oder anderen Paar bemerkbar Routine gefehlt.

Themen in diesem Artikel