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DJM Luhmühlen: Titelverteidigerinnen wieder auf Goldkurs Reemtsma und Neumann führen nach Dressur und Geländeritt

Luhmühlen (fn-press). Einen Führungswechsel hat es bei den Deutschen Jugendmeisterschaften Vielseitigkeit in Luhmühlen gegeben. In beiden Altersklassen liegen nach Dressur… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
02.07.2016 3 min lesen

Luhmühlen (fn-press). Einen Führungswechsel hat es bei den Deutschen Jugendmeisterschaften Vielseitigkeit in Luhmühlen gegeben. In beiden Altersklassen liegen nach Dressur und Geländeritt die Titelverteidigerinnen an der Spitze: Flora Reemtsma (Groß Walmstorf) mit Ikarosz bei den Jungen Reitern, Anais Neumann (Nürmbrecht) mit Pumuckl E bei den Junioren.

„Es ist schon cool. Das ganze Drumherum hier ist ein Traum“, sagte Anais Neumann nach ihrem Geländeritt. Wie wohl alle Nachwuchsreiter war auch sie von der Möglichkeit, einmal auf der Trasse der „großen“ Vielseitigkeitsprüfungen in Luhmühlen starten zu dürfen, begeistert. Allerdings erwies sich der CCI1*-Kurs als echte Herausforderung – nicht nur für die U18-Reiter. Besonders in sich hatte es die aus zwei schräg versetzten Doppelhecken bestehende Hinderniskombination 9a/b. Sie sorgte schon früh für Vorbeiläufer und war vielfach dafür verantwortlich, dass rund ein Drittel aller Starter vorzeitig ausscheiden mussten. „Das war schon etwas enttäuschend. Solche Aufgaben gehören heute zu den Standardanforderungen, die auf fast allen Turnieren vorkommen. Sie zielen darauf ab, technisch korrektes Reiten, also das Gefühl für Rhythmus, Tempo und Weg zu überprüfen und sind gut trainierbar. Und fast jede dieser Aufgaben bietet einen zweiten Weg an, den jeder Reiter kennen sollte, falls es einmal zu einem Fehler kommt“, sagte der zuständige Bundestrainer Rüdiger Schwarz. So machte es auch Anais Neumann, nachdem sie mit ihrem ersten Pferd Inka van de Vroniekoeve einen Vorbeiläufer kassiert hatte. Sie wählte mit ihrem Spitzenpferd Pumuckl E die längere Alternative. „Dadurch war ich anfangs etwas hinter Zeit, konnte das aber auf der restlichen Strecke wieder einholen“, berichtete sie. Eine solche Nullrunde gelang außer ihr nur weiteren acht Paaren. Damit blieb es für Neumann und Pumuckl E beim Dressurergebnis von 36,4 Minuspunkten, die kein anderes Paar mehr unterbieten konnte.

Zu denjenigen, die die Hecken-Kombination problemlos meisterten, zählte Emma Brüssau. Die Schriesheimerin, nach Dressur noch Siebte, überwand mit ihrer Trakehner Stute Donnerstag aber auch die übrigen 25 Hindernisse problemlos und verbesserte sich mit einem Zwischenstand von 40,1 Minuspunkten auf Platz zwei der DM-Wertung. „Das war ganz schön anspruchsvoll“, sagte sie, nachdem sie auch ihr Zweitpferd Dark Desire GS ohne Hindernisfehler durchs Gelände gesteuert hatte und damit auch den dritten Platz in ihrer Altersklasse belegte. Für die DM wird laut Reglement allerdings nur ein Pferd pro Teilnehmer gewertet.

Somit hat auch die nach Dressur führende Lara Schapmann (Ostbevern) mit Quinzi Royal mit einem Zwischenstand von 43,4 Minuspunkten weiterhin gute Aussichten auf eine Medaille. Auch sie hatte an 9 a/b die Alternative gewählt und dabei Zeit verloren. „Meine Uhr hat nicht funktioniert. Ich musste sie kurz nach dem Start ausstellen“, berichtete sie. Von der ersten Enttäuschung über die Zeitstrafpunkte abgesehen, konnte sich Lara Schapmann über ihren ansonsten fehlerfreien Ritt freuen: „Es ist schon cool, sagen zu können, dass man Luhmühlen beendet hat“, sagte sie mit strahlenden Augen.

Flora Reemtsma übernimmt Führung bei Jungen Reitern
Auch Flora Reemtsma strahlte nach ihrem Ritt. Zusammen mit Svenja Hansen (Bösdorf) mit Carrelon und Tina Krüger (Fahrenzhausen) mit Dolce Mia gehörte sie zu denjenigen unter den Jungen Reitern, die den Zwei-Sterne-Kurs ohne Hindernis- und Zeitfehler beendeten. „Ikarosz hat von Anfang an durchgezogen. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich aufgehört“, sagte die 18-Jährige. Denn erst zwei Wochen zuvor hatte das Paar im Rahmen der Meßmer-Trophy seine Luhmühlen-Premiere bestritten. Nun rückte Reemtsma in der DM-Wertung der Jungen Reitern mit 45,4 Minuspunkten vom vierten Platz an die Spitze. Das Nachsehen hatten die Preis-der-Besten-Siegerin Hanna Knüppel (Kisdorf) mit Carismo, die eine Verweigerung in Kauf nehmen mussten und Rebecca-Juana Gerken (Rümpel), die mit Scipio S ein paar Zeitstrafpunkte kassiert hatte.

Auf den zweiten Platz vorrücken konnte damit Marie-Sophie Arnold (Fürfeld) mit Remenber Me. Für sie beginnt ab Montag ein neuer Lebensabschnitt – als Sportsoldatin an der Bundeswehrssportschule in Warendorf. Mit dabei ist auch Remember Me, mit dem sie im vergangenen Jahr bereits zum deutschen EM-Aufgebot zählte und mit dem sie nun das Luhmühlener Gelände ohne Hindernisfehler beendete. Lediglich Zeitfehler sammelten sich an, so dass ihr Zwischenstand 49,5 Minuspunkte lautet. 52,40 Minuspunkte – ihr Dressurergebnis – bringt Svenja Hansen mit ins abschließende Springen. Sie verbesserte sich von Platz 16 aus der Dressur auf den Bronzerang.

Bettina Hoy gewinnt CIC2*
Während die Nachwuchsreiter ihren Medaillenentscheidungen am Sonntag noch entgegenfiebern, gab es bereits die erste Siegerehrung. In der offen ausgeschriebenen Zwei-Sterne-Kurzprüfung landete Bettina Hoy (Rheine) mit Seigneur Medicott mit ihrem sensationellen Dressur- und gleichzeitigen Endergebnis von 24,2 Minuspunkten einen Start-Ziel-Sieg vor Antje Deparade-Müller (Engersen) mit Khira De mit 42,0 Minuspunkten und der Salzhausenerin Anna Siemer mit Chloe mit 46,8 Minuspunkten.

Ergebnisse unter www.rechenstelle.de

Quelle: fn-press