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Derby-Kandidaten Fliegt Alter Adler den Gegnern im IDEE 152. Deutschen Derby davon?

(Hamburg)  Es gibt Besitzer, für die bleibt der Sieg im Derby ein Traum. Anders Jürgen Imm (81), Privatbankier aus Freiburg… Artikel lesen

Martina Brueske
16.06.2021 3 min lesen
Trainer Waldemar Hickst und seine Derbyhoffnung, der Adlerflug-Sohn Alter Adler, dessen Route zum Derby bislang über Frankreich führte. (Foto: galoppfoto.de/ Sorge)

(Hamburg)  Es gibt Besitzer, für die bleibt der Sieg im Derby ein Traum. Anders Jürgen Imm (81), Privatbankier aus Freiburg und seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Besitzer und Züchter von Galopprennpferden. Schon zweimal durfte er nach dem bedeutendsten Rennen des Jahres in Hamburg aufs Siegertreppchen, als die silbergrau-lila Farben seines Stalles Nizza vorne waren: Erstmals im Jahr 2005, als Nicaron mit dem Franzosen Davy Bonilla und unter der Regie von Trainer Horst Steinmetz gegen Night Tango und Arcadio triumphierte.

Zehn Jahre später, 2015, war das Hochgefühl noch größer für Jürgen Imm, denn der damalige Derby-Held Nutan stammt sogar aus der qualitätvollen Zucht des Freiburgers. Der von Peter Schiergen trainierte und von Andrasch Starke gerittene Hengst ließ damals Palace Prince und Fair Mountain hinter sich.

Fuchs mit Format

Und 2021 könnte der violette Dress des Stalles Nizza erneut ganz weit vorne sein – im IDEE 152. Deutschen Derby (Gruppe I, 650.000 Euro, 2.400 m), dem Höhepunkt am Schlusstag des vier Renntage umfassenden IDEE Derby-Meetings vom 30.6. bis 4.7. auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. Denn mit Alter Adler aus dem Kölner Erfolgsstall von Waldemar Hickst gehört eine Imm-Hoffnung zu den aktuellen Mitfavoriten auf den Sieg.

Was besonders für ihn spricht: Sein Vater Adlerflug holte sich selbst 2007 das Blaue Band und stellte im vergangenen Jahr mit In Swoop und Torquator Tasso sogar die beiden Erstplatzierten. Bedauerlicherweise musste der erstklassige Deckhengst vor wenigen Monaten aufgegeben werden, viel zu früh und ein 

tragischer Verlust für die deutsche Vollblutzucht. Doch vielleicht kann nun Alter Adler posthum erneut Ehre für seinen Vater einlegen.

Die Leistungen sprechen für sich, wobei die Route nach Hamburg sehr ungewöhnlich ist: In jedem Falle scheint der Dreijährige immer besser geworden zu sein. Bislang ist er nur in Frankreich gelaufen, nach zwei zweiten Plätzen in Chantilly reichte es auf der französischen Derby-Bahn zu einem beeindruckenden Erfolg am 17. Mai. Vom Start bis ins Ziel drückte Alter Adler, dessen Mutter Artemisia als Bestleistung Dritte im Diana-Trial in Berlin-Hoppegarten war, der Prüfung seinen Stempel auf. Auch heftiger Regen störte ihn nicht im Geringsten. Es ging damals ebenso schon über die 2.400 Meter-Derby-Strecke wie beim anschließenden Coup am 8. Juni in einem Class A-Rennen in Saint-Cloud. Dort rappelte sich Alter Adler mit ähnlicher Taktik vorne immer wieder auf und verwies mit Martial Eagle einen Hoffnungsträger des Gestüts Schlenderhan auf Platz zwei, der ebenfalls ein Kandidat für Hamburg sein könnte. Inzwischen wird Alter Adler bei den Online-Wettanbietern zu einem Kurs von 6:1 für das IDEE 152. Deutsche Derby gehandelt.

Kampfkraft und Charakter

„Alter Adler packte immer wieder aufs Neue an. Wenn Gegner neben ihm auftauchen, kämpft er zurück“, sagte sein damaliger Jockey, der Italiener Cristian Demuro, der auch im Derby reiten soll, sofern er an diesem Tag verfügbar ist. 

„Alter Adler ist noch gar nicht ganz ausgereift“, berichtet Trainer Waldemar Hickst, „das hat man in seinem letzten Rennen unterwegs sehen können. Er hat einen Super-Charakter, er ist ganz ruhig und ausgeglichen. Für mich ist er noch ein Baby, das erst im nächsten Jahr voll auf seinem Höhepunkt sein dürfte. Wenn alles gut läuft mit der Vorbereitung und der Boden gut bis weich ist, dann startet er im Derby. Er hat sein letztes Rennen sehr gut verkraftet und sich von Rennen zu Rennen gesteigert. Die Distanz wird kein Problem sein. Ein schnelles Rennen dürfte er auch bekommen. Es ist ein Traum jedes Trainers, das Derby zu gewinnen, aber natürlich hängen die Trauben hoch. Man muss auch viel Glück haben, und alles sollte passen.“

Über den Trainer

Hickst wurde 1963 in einem Dorf in Kirgisien geboren, in dem fast alle Bewohner deutsche Abstammung hatten. Dort befand sich auch ein Gestüt für Rennpferde. Seit vielen Jahrhunderten gilt das steppenartige Hochland als Heimat von Reitervölkern, und Pferderennen sind dort äußert beliebt. Hickst startete 1980 seine Jockey-Lehre und war in Kirsigien, Usbekistan sowie Kasachstan einer der Top-Reiter. 1990 wechselte Waldemar Hickst, der als Jockey fünf Derbysiege in Kirgisien feierte, mit seiner Familie nach Deutschland, arbeitete vor allem hocherfolgreich für die frühere Trainer-Legende Harro Remmert, dessen Nachfolger als Trainer in Köln er im Jahr 2004 wurde.  839 Erfolge stehen auf seinem Konto. Was noch fehlt, ist ein Derby-Sieg. Mit Sordino (Zweiter 2009 hinter Wiener Walzer) war er schon einmal dicht dran. Nun soll es Alter Adler richten. Zwar gilt „Rot“ als die Lieblingsfarbe von Waldemar Hickst, aber gut möglich, dass sich das am 4. Juli ändern in „Silbergrau-lila“ ändern wird, sollte er gemeinsam mit Jürgen Imm auf dem Siegertreppchen stehen, falls Alter Adler im IDEE 152. Deutsche Derby in Hamburg den Gegnern davonfliegt.

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