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BCH 2021 : Baroness Bibi ist beste Dreijährige – Westfälischer Sieg bei den dreijährigen Reitpferden – Stuten und Wallache

Warendorf (fn-press). Die Bundeschampionesse 2021 bei den dreijährigen Stuten und Wallachen heißt Baroness Bibi. Die Westfalenchampionesse behauptete sich nach ihrem… Artikel lesen

Martina Brueske
15.08.2021 3 min lesen
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Warendorf (fn-press). Die Bundeschampionesse 2021 bei den dreijährigen Stuten und Wallachen heißt Baroness Bibi. Die Westfalenchampionesse behauptete sich nach ihrem Sieg in der Qualifikation auch im Finale (Preis des Gestüts Wendeln) souverän an der Spitze. (Das Ergebnis der dreijährigen Hengste folgt). 

Ausgestattet mit einem guten Trab (8,0) und einem sicher durchgesprungenen Galopp mit guter Bergauftendenz (9,0) gefiel die farblich von Vater Benicio geprägte Dunkelfuchsstuet Baroness Bibi den Richtern ganz besonders im Schritt (10,0). „Absolut taktsicher und fleißig, weit überfußend und immer an die Hand heranziehend“ lautete der Kommentar. Hohes Lob zollten die Richter sowohl der Stute als auch ihrer Reiterin Bianca Nowag für die harmonische Vorstellung. „Die Stute wirkte zufrieden, ausgeglichen, aber dennoch aufmerksam und sensibel.“ (9,5). Zusammen mit einem „Sehr gut“ für den noblen Typ und das Exterieur errechnete sich eine Endnote von 9,1 für die Westfalenstute, die von Franz-Georg Ottmann aus Saerbeck gezogen wurde. Die Mutter Diannan (v. Don Romantic – Likokto xx) hatte er von einer Schweizer Kundin seines verstorben Onkels übernommen. „Baroness Bibi war von Anfang an etwas Besonderes und wollte sich schon als Fohlen immer präsentieren“, erinnert sich der 33-Jährige, der vor fünf Jahren den elterlichen Betrieb in Saerbeck übernommen hat und dort die Pferdezucht seines Vaters fortführt – gemeinsam mit seiner Frau Hedda Ottmann-Droege. Sie war es auch, die der Stute ihren Namen gab. „Mein erstes Pony hieß so. Und als sie geboren wurde, habe ich das Köpfchen gesehen und gesagt: Die sieht aus wie Baroness Bibi. Dabei ist es geblieben. Besondere Pferde brauchen auch besondere Namen“, erzählt sie. Baroness Bibi ist das 14. Pferd der Zuchtstätte Ottmann, das sich auf den Bundeschampionaten präsentiert. Im vergangenen Jahr waren es der dreijährige Hengst In My Mind (v. Asgard’s Ibiza) sowie Zineday (v. Zinedine), der mit Christian Kukuk im Sattel ganz knapp den Titel verpasste und Zweiter wurde. Den Titel holte sich nun Baroness Bibi – aufs Jahr genau 40 Jahre nach dem Paradox-Sohn Picobello, der in München für Züchter Willi Ottmann bei den Reitpferden den Lorbeer umgehängt bekam. Für Baroness Bibis Reiterin Bianca Nowag, die sich im vergangenem Oktober nur fünf Minuten von Saerbeck entfernt in Ibbenbüren selbstständig gemacht hat, ist es insgesmat der dritte Sieg bei den Bundeschampionaten.

Auf dem zweiten Platz landete der elegante, bereits gut entwickelte und mit klaren Reitpferdepoints ausgestattete Hannoveraner Wallach Moonlight. Dafür gab es für den Sohn des Millenium – Fürstenball, der schon auf der Fohlenschau des Klosterhofs Medingen als Siegerfohlen daherkam, eine 9,5. Auch für den gut ausbalancierten Trab bei guter Geschlossenheit vergaben die Richter ein Sehr gut, den Galopp ebenso wie altersgemäße Ausbildung bewerteten sie mit einer 8,5. Lediglich im Schritt hätten sie sich eine etwas bessere Anlehnung gewünscht (8,0). Insgesamt ergab sich damit für Moonlight eine Wertnote von 8,7. Gezogen wurde Moonlight von Antonia Kurzrock aus Wehretal in Hessen aus einer Mutter von Fürstenball. „Heute im Finale war er etwas ‚an“, aber sonst ist er ein Traum“, schwärmt Reiterin Marie Sybel vom neuen Vize-Bundeschampion. Entdeckt hatte sie Dunkelbraunen in der Hengstvorbereitung und für seine Besitzerin Lara Hapfelmeier aus Bayern erworben. „Es ist mein erstes Bundeschampionat überhaupt“, sagt die Pferdewirtschaftsmeisterin aus Essen (Oldenburg) mit Freudentränen in den Augen. „Ich bin mit zwei Pferden hierhergekommen und nehme zwei Medaillen mit.“ Bei den dreijährigen Ponys gewann sie mit Cassiopeia B WE Bronze.

Der Bronzerang bei den dreijährigen Pferden ging mit einer Endnote von 8,6 an die Oldenburger Fuchsstute Escala Gold OLD aus der Zucht und im Besitz der Hengststation von Heinz Ahlers in Hatten. Sie überzeugte die Richter nicht nur durch ihre guten Grundgangarten – Trab und Galopp 8,5 sowie Schritt 9,0 – sondern überzeugte auch durch ihre Rittigkeit. „Ein sehr zufrieden mitarbeitendes Pferd mit sehr guter Maultätigkeit“, hieß es im Kommentar. Auch dafür gab es eine 9,0 und auch Typ und Gebäude wurden mit „gut“ (8,0) bewertet. Im Sattel saß Nele Lübbehusen, mit der Escala Gold OLD bereits beim Landeschampionat in Rastede glänzte und Gold gewinnen konnte. Escala Gold OLD stammt ab vom Belissimo M, ihre Mutter Edelrose (v. Rohdiamant) ist eine Halbschwester gekörten Diamo Gold OLD und Mutter der Oldenburger Vize-Landeschampionesse Extragold OLD.

Nur ein Zehntel hinter Escala Gold OLD konnte sich der Hannoveraner Sedamo K auf Platz vier platzieren, einer von zwei Söhnen des Secret in diesem Finale. Der aus einer Mutter von Dancier stammende schwarzbraune Hengst aus der Zucht und im Besitz des Hofes Kleemeyer in Sudweyhe war in diesem Jahr Hannoveraner Landeschampion. Wie in Verden wurde er von Anne Kleemann vorgestellt und beendete das Bundeschampionat mit der Note von 8,5.