Wolf und Pferd

von Jaqueline
23. Mai 2018
23.05.2018
ca. 2 Minuten

Schon öfters gab es Berichte über das Zusammentreffen von Wolf und Pferd in den vergangenen Wochen. Nun findet hierzu in Denkendorf ein Infoabend statt.
Denn der Wolf ist zurück in Baden-Württemberg und Carla Buschmann von Rosas Ranch in Esslingen ist nicht die einzige Pferdehalterin, die sich Sorgen um ihre Tiere macht. Aber sie ist die Einzige, die in Denkendorf einen Infoabend zum Thema Pferdehaltung und Wölfe veranstaltet. Am Donnerstag, den 24. Mai, hat die Pferdewirtin Alexander Graf Bernadotte eingeladen, der als Fachmann für Versicherungen auftritt, sowie den ehemaligen Leiter des Esslinger Forstamtes, Thomas Dietz, als Vertreter der Jägerschaft.

In den Medien machte es Schlagzeilen, auch wir berichteten darüber, Angriffe auf Pferde und Kühe, Wölfe schrecken nicht mehr vor Großtieren zurück. Auch der Schaden den die flüchtenden Tiere verursachen kann enorm sein. Wenn sie zum Beispiel aus der Koppel ausbrechen und etwa über viel befahrene Straßen rennen.
Rechtlich gesehen ist es schwer hier einen Schuldigen zu finden, da der Wolf nicht belangt werden kann.

Auf der Seite der Jäger steht an dem Abend Thomas Dietz vertretend dar. Er studierte in Freiburg und lernte auch bei dem berühmten Wolfsforscher Erik Zimen, der dadurch bekannt wurde, dass er zeitweise als Mensch in einem Wolfsrudel lebte. Dietz trauert seinem 2003 verstorbenen Mentor noch heute nach, weil er glaubt, in der gegenwärtigen Diskussion um den Wolf wäre die Expertise seines Lehrers sehr wertvoll gewesen. Dass der Wolf langsam auf den Großraum Stuttgart zumarschiert, ist wissenschaftlich gesichert. Im oberen Donautal wurde bereits ein Exemplar in einer Fotofalle gesehen. Ob allerdings jede Sichtung, wirklich ein Wolf ist, ist schwer zu sagen. Eins steht jedoch fest, für die Jäger wird die Ankunft des Wolfes vieles ändern. Nicht nur, weil die Wölfe ihre Jagdhunde umbringen, sondern auch, weil das Wild scheuer und vorsichtiger wird. Die Jäger wollen den Wolf formal unter das Jagdrecht stellen, weil sie die Tiere und Gefahren abschätzen könnten und „weil wir die Wälder kennen“, sagt Dietz.

Dabei geht es natürlich auch um die Sicherheit der Bürger. Die umfassendste Untersuchung über Wolfsangriffe auf Menschen bietet der sogenannte Linnell-Report. Er wurde 2002 von einem Team aus Wildbiologen am Norwegischen Institut für Naturforschung angefertigt. In dem Zeitraum zwischen 1950 und 2000 gab es in Europa 59 Angriffe auf Menschen – fünf waren tödlich.

Der Vortrag findet am Donnerstag, den 24. Mai, um 19 Uhr im Ponyhof Müller in Denkendorf, Hohenheimerstraße 43. statt. Anmelden kann man sich unter ranchmal@gmail.com.

Weitere Artikel

Jaqueline - 
07. Dezember 2018
ca. 1 Minuten
Larissa Lienig - 
06. Dezember 2018
ca. 1 Minuten