Wandern mit Pferd

Menschen, die mit Hunden auf Wanderwegen unterwegs sind, stellen keine Ausnahme dar, doch Pferde als Wanderbegleitung sind eher eine Seltenheit. Aber warum eigentlich? Wandern mit Pferden kann zu einem Abenteuer werden. Es stärkt die Beziehung zwischen Mensch und Vierbeiner und bietet dem Pferd eine willkommene Abwechslung. Während das Wanderreiten bereits weit verbreitet ist, finden auch immer mehr Reiter Gefallen daran, mit sich mit ihrem Pferd an der Hand auf Entdeckungstour zu begeben. Bevor es jedoch auf Wandertour geht, müssen einige Aspekte beachtet werden, die wir euch im Folgenden zusammengefasst haben.

Der Weg ist das Ziel

Es ist wichtig, dass man die Vorbereitung in kleine Schritte aufteilt. Kein Pferd (oder auch Mensch) ist der geborene Wanderer, jeder fängt klein an. Die erste Wanderung ist kein einfaches Losgehen, sondern erfordert eine Menge Arbeit im Vorfeld. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch und Pferd stellt die Basis für ein erfolgreiches Training dar. Gerade für junge Pferde kann eine Wanderung oder sogar nur ein kleiner Spaziergang zu einer echten Mutprobe werden. Als Einstieg eignen sich kurze und bekannte Strecken, zum Beispiel in Stallnähe. Sobald das Pferd merkt, dass es während des Spaziergangs entspannt bleiben kann, können der Anspruch und Streckenlänge langsam gesteigert werden.

Was ist wichtig
Falls auch längere Strecken auf dem Programm stehen sollen, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Die Route muss genauestens geplant sein, dazu gehören die entsprechenden Wege, Übernachtungsmöglichkeiten und natürlich die Ausrüstung. Equipment wie Packtaschen, Erste-Hilfe-Taschen für Mensch und Pferd, passende Kleidung und ausreichend Nahrung dürfen nicht vergessen werden. Neben dem Smartphone, das einen per GPS lotsen kann, ist auch eine Karte immer hilfreich – falls das Smartphone keinen Empfang hat oder der Akku leer ist.  Wichtig ist es außerdem, genug Zeit für Pausen und andere Eventualitäten einzuplanen. Ein verlorenes Hufeisen, eine falsche Route oder ein Durchgangsverbot können oft zu Verzögerungen führen. Im Sommer sind längere Touren oft aufgrund des Wetters einfacher zu absolvieren, im Winter sollte man sich besser an Tagesausflüge halten. Spaß und Entspannung sollten immer im Vordergrund stehen, Stress ist beim Wandern fehl am Platz.

Ausflüge ins Gelände stärken die Gelassenheit und die Trittsicherheit des Pferdes. (Foto: Stefan Lafrentz)

Vorteile und Gründe
Wie viele andere Aktivitäten auch kann eine gemeinsame Wanderung das Band zwischen Mensch und Pferd stärken – egal, ob es sich dabei um ein Jungpferd oder ein etwas älteres Semester handelt. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Wandern kann auch in den Trainingsplan integriert werden kann. Es fördert die Grundausdauer und die Gelassenheit des Pferdes, außerdem wird die Trittsicherheit im Gelände wird weiter ausgebaut.

Wie starte ich? Welche Möglichkeiten gibt es?

Wer am Anfang seiner Wanderkarriere steht, kann zunächst mit der Erkundung der näheren Umgebung beginnen. Wenn der Umkreis erweitert werden soll, können zum Beispiel Reit- und Wanderwege in der Umgebung herausgesucht und so die Region nach und nach erforscht werden. Im Vorfeld sollte man sich darüber informieren, auf welchen Wegen Pferde erlaubt sind, da in manchen Forstgebieten Reitverbot herrscht. Wer sich noch unsicher ist oder vielleicht auch lieber in der Gruppe wandern möchte, kann sich beim Wanderreitbetrieb in der Nähe erkundigen. Für mehrtägigendertouren sollte man sich Möglichkeiten überlegen, wo man die Nacht verbringen kann und welches Equipment dafür benötigt wird. Neben einem einfachen Zelt und einer Nacht im Freien gibt es auch Wanderreitstationen mit Gästezimmern oder vielleicht sogar private Reiterhöfe, wo das Pferd untergestellt werden kann.

Fazit: Ausprobieren!

Jeder sollte sich aber vor Augen führen, dass es keine Universalanleitung für das Wandern mit dem Vierbeiner gibt. Deshalb sollte jedes Training individuell auf Mensch und Tier angepasst sein, wichtig ist jedoch ein vorhandenes Grundvertrauen. Gemeinsam sammelt man viele neue Erfahrungen, die auch im täglichen Training weiterhelfen. Kleiner Tipp zum Abschluss:  Einfach mal ausprobieren. Mit anderen zwei- und vierbeinigen Freunden vom Stall macht es noch mehr Spaß und wer sich einmal mit dem Wandern-Virus infiziert hat, wird begeistert sein.

 

Text: Louisa Trippe