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Springreiter Kevin Thornton wegen Tierquälerei verurteilt

Im vergangenen Oktober starb das Pferd Sunset Cruise des irischen Springreiters Kevin Thornton beim Training auf einem internationalen Springturnier in Frankreich…. Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
08.06.2017 2 min lesen

Im vergangenen Oktober starb das Pferd Sunset Cruise des irischen Springreiters Kevin Thornton beim Training auf einem internationalen Springturnier in Frankreich. Thornton wurde beschuldigt, sein Pferd zuvor misshandelt und überbelastet zu haben, indem er es im Galopp über die Rennbahn der Turnieranlage von Cagnes-sur-Mer (FRA) gehetzt und dabei mit der Peitsche auf ihn eingeschlagen zu haben. Der Wallach brach tot zusammen.

Thornton musste sich ab November 2016 vor dem Schiedsgericht des Weltreiterverbandes (FEI) verantworten. Er wurde verurteilt, auch wenn die Autopsie nicht bestätigen konnte, dass der Tod des Pferdes mit dem Verhalten des Reiters zu tun hatte. In der Begründung heißt es: „Das Verhalten des Reiters ging weiter über das hinaus, was man als ein akzeptables Benehmen gegenüber dem Pferd bezeichnen könnte.“ Weiter heißt es, das Urteil sei gefällt worden „mit Zuversicht, dass das Pferd wiederholt, stark und exzessiv“ geschlagen worden sei. Und es seien „ganz klar mehr als die drei Schläge gewesen, die Mr. Thornton angegeben hatte“.

Das Schiedsgericht sagte außerdem, dass selbst wenn das Pferd überlebt hätte, ein Verfahren wegen Tierquälerei gegen den Reiter eröffnet hätte. Da nicht eindeutig erwiesen werden konnte, dass der Tod des Pferdes und die Handlungen des Reiters in direktem Zusammenhang standen, wurde nicht auf Basis der „potenziellen Verantwortung von Mr. Thornton für den tragischen Tod des Pferdes entschieden“. Vom gestrigen Tage an (6. Juni) wurde Thronton für vier Monate von internationalen Turnieren gesperrt. Darüber hinaus muss er 10.000 Schweizer Franken zahlen, 5000 als Strafe und die weiteren 5000 für die Kosten des Verfahrens.

FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibáñez kommentierte: „Die FEI hat sich in diesem Fall für das Wohl der Pferde eingesetzt, weil sie den Fall vor das FEI Tribunal gebracht hat. Und angesichts der Schwere der Tat hätte ich wirklich eine sehr viel härtere Strafe erwartet. Es war wichtig für die FEI, dass der Fall von Tierquälerei vom Tribunal bestätigt wurde. Wir hatten auf eine Zwei-Jahres-Sperre gedrängt. Aber das Strafmaß liegt im Ermessen des Tribunals und wir akzeptieren dessen Unabhängigkeit.“ Das Urteil kann vor dem internationalen Sportgerichtshof innerhalb der nächsten 21 Tage angefochten werden.

Quelle: St. Georg