Pferdetourismus: ein Trendmarkt mit Potenzial

4. Nationale Pferdetourismuskonferenz erstmalig in Niedersachsen

Mit elf Millionen Pferdeinteressierten und vier Millionen Reiterinnen und Reitern in Deutschland ist der Pferdetourismus insbesondere für den ländlichen Raum ein enormer Wirtschaftsfaktor. Dieses Potenzial fördert die Bundesarbeitsgemeinschaft Deutschland zu Pferd e.V. als erster deutschlandweiter Zusammenschluss von Tourismusregionen, dem Bundesverband für Pferdesport und -zucht (FN) und der Vereinigung für Freizeitreiter und -fahrer (VFD).

Auf der 4. Nationalen Pferdetourismuskonferenz in Luhmühlen diskutierten gestern und heute die Fachexperten von der Ostsee bis zum Bodensee, vom Rhein bis zur Oder über die Neuerungen im EU-Pauschalreiserecht mit ihren weitreichenden Auswirkungen – gerade auch für die Tourismusdestinationen und -organisationen, den Ausbau des Marketings und Wege zur Verbesserung der Qualität.

„Der Pferdetourismus ist ein Trendmarkt mit Wachstumspotenzial“, so Mathias Feige, stellvertretender Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft. „Immer mehr Menschen möchten in der Natur aktiv sein oder etwas für ihre Gesundheit tun.“ Das Angebot reicht von Kinderreitferien über Wanderritte bis zu Eselwanderungen und Managertrainings mit Pferden. Der Markt wird immer vielfältiger, die Anbieter sind jedoch vielfach Einzelkämpfer. Deutschland zu Pferd möchte Anbieter und Nachfrager zusammenbringen, die Angebote bekannter und leichter buchbar machen, beschreibt Feige ein wesentliches Ziel der Bundesarbeitsgemeinschaft.

„Ein erfolgreicher Pferdetourismus in Deutschland darf sich dem Bedürfnis der Reiterinnen und Reiter nach Qualität nicht verschließen, wenn er anschlussfähig bleiben will“, erklärt Thomas Kubendorff, Vorstandsvorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Deutschland zu Pferd e.V. „Die Reiter wünschen sich qualitativ gute Reitrouten, gute Begleitinfrastruktur mit freundlichen Gastgebern und schönen Rastplätzen“, so Kubendorff weiter. Während für touristisch relevante Radrouten durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC) klare und deutschlandweit anerkannte Qualitätskriterien vorliegen, ist dies bei Reitrouten nicht der Fall. Gemeinsam mit Vertretern der Pferdetourismusregionen, der Münsterlandkreise und der Stadt Münster hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft Deutschland zu Pferd im vergangenen Jahr begonnen, Qualitätskriterien für Reitrouten zu entwickeln, die auf der Konferenz nun vorgestellt und diskutiert werden.

Neben dem Thema Qualität geht es auf der diesjährigen Pferdetourismuskonferenz auch um die Vielzahl der geplanten Marketingaktionen und die Bedeutung des „Wirtschaftsfaktors Pferdetourismus“. Referentin Claudia Krempien vom LANDURLAUB Mecklenburg-Vorpommern erklärt, dass Pferdetourismus substanzielle Beiträge zu einer Stabilisierung und Förderung des ländlichen Raumes leistet und regionale Wertschöpfungsketten bildet und unterstützt: Wanderreiter und Kursteilnehmer kehren in der regionalen Gastronomie ein, übernachten bei ländlichen Anbietern, brauchen einen Hufschmied, Futter, Heu oder einen Tierarzt. Vor allem aber kommen die Touristen mit Pferd nicht nur in der Hauptsaison, sondern fast das gesamte Jahr hindurch und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Auslastung der Vor- und Nachsaison.

„Unser Ziel ist es, dass vom Anfänger bis zum Profi jeder Pferdefreund in Deutschland glücklich wird. Der Besuch einer der zahlreichen Pferdeveranstaltungen, der Ritt von Burg zu Burg, Strandreiten, Kinderreitferien oder Reitunterricht für Erwachsene sind da noch längst nicht alles, was unsere Regionen zu bieten haben“, betont Kubendorff. Nicht nur für das Pferdeland Niedersachsen sei es von essentieller Bedeutung, in den nächsten Jahren zukunftsfähig aufgestellt zu sein.

Die Ergebnisse der Tagung und weitere Informationen unter www.deutschlandzupferd.de oder bei Marion Pleie, per Email an info@deutschlandzupferd.de oder per Tel. 02571 / 949305