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Österreich: Forscher entdecken für Pferde tödliches Bornavirus

Innerhalb von zwei Jahren starben vier Pferde einer Region in Oberösterreich an dem gefürchteten Bornavirus. Forscher konnten nun die Ursache… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
23.06.2017 2 min lesen

Innerhalb von zwei Jahren starben vier Pferde einer Region in Oberösterreich an dem gefürchteten Bornavirus. Forscher konnten nun die Ursache identifizieren.

Vier Pferde innerhalb von zwei Jahren, das klingt erst einmal wenig. Tatsächlich ist die durch das Bornavirus verursachte Bornasche Krankheit jedoch extrem selten, so dass man hier schon von einer Häufung der Fälle sprechen kann. Zumal die erkrankten Pferde nur maximal 17 Kilometer von einander entfernt gelebt haben. Die Bornaviren verursachen eine tödliche Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks. Bislang gibt es keine Heilung. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

„Lokales Virusreservoir“

Man hat nun Untersuchungen an Spitzmäusen in der Region durchgeführt, da diese der einzige bekannte Zwischenwirt für das Virus sind. Die Mäuse (die unter Artenschutz stehen) selbst erkranken nicht. Bei einem Großteil der Spitzmäuse konnten Bornaviren identifiziert werden. In einer Pressemitteilung von der Veterinärmedizinischen Universität Wien heißt es dazu: „Tests an regionalen Spitzmäusen (…) bestätigen den Verdacht eines lokalen Virusreservoirs.“

Dabei machte man an der VetMedUni Wien auch die Entdeckung, dass sich entgegen bisheriger Annahmen nicht nur Feld-, sondern auch Waldspitzmäuse mit dem Virus infizieren können. Ob sie auch Überträger sind, muss allerdings noch herausgefunden werden.

Man konnte auch nachweisen, dass die österreichischen Viren sich genetisch von denen aus den Nachbarländern wie z.B. Bayern unterscheiden. Stattdessen sind sie mit einem Stamm verwandt, der in Rheinland-Pfalz entdeckt wurde. Dieser Stamm sei seit seiner Beschreibung auch in anderen Teilen Deutschlands und nun eben auch in Österreich identifiziert worden.

Empfehlungen für Pferdehalter

Die Rede in Österreich ist nun von einem „neuen inländischen Endemiegebiet“. Mit anderen Worten: Borna ist dort nun quasi zuhause. Feldspitzmäuse sind ihr Leben lang Träger des Virus und scheiden dieses auch aus.

Darum die Empfehlungen der Tiermediziner: „Es gilt, die Spitzmäuse von den Stallungen fernzuhalten, etwa durch selbstschließende Türen oder Barrieren. Hygienestandards und regelmäßige Kontrollen spielen auch eine wesentliche Rolle.“

Quelle: St. Georg