Emmy de Jeu, niederländische Erfolgszüchterin, war Referentin beim 5. Liebenberger Pferdeforum auf Schloss & Gut Liebenberg. (Pantel)

Herzblut ist Trumpf beim 5. Liebenberger Pferdeforum

von Larissa Lienig
27. März 2018
27. 03
ca. 3 Minuten

Zwischen Genie und Wahnsinn liegt ein schmaler Grat, berichtet Weltklasse-Dressurpferde-Züchterin Emmy de Jeu aus den Niederladen beim 5. Liebenberger Pferdeforum. Deshalb muss sich ihrer Meinung nach jeder Züchter gut überlegen, wo er mit viel Herzblut investieren möchte. Ob elektrischer Bewegungskünstler oder sitzbequeme Schönheitskönigin – individuelle Ziele müssen nach den individuellen Kundenwünschen ausgerichtet werden. Ein Patentrezept gibt es nicht, so die Expertin aus Holland.

Das 5. Liebenberger Pferdeforum am 23. März auf Schloss & Gut Liebenberg stand unter dem Motto „Zukunft und Perspektiven in Pferdezucht und -sport: Auf dem Prüfstand – Interieur und Herzblut als Erfolgsgaranten?!“. Hierzu kamen zahlreiche Züchter, Reiter und namhafte Vertreten der Pferdebranche zusammen, erhielten interessante Denkanstöße und tauschten sich mit den hochkarätigen Referenten aus. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Deutschen Kreditbank AG (DKB), den Persönlichen Mitgliedern der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und dem Oldenburger Pferdezuchtverband vor den Toren Berlins.

„Die Entwicklung der Hengste und ihre Möglichkeiten für den großen Sport – das ist das, was wir bei den neuen Sportprüfungen herausfinden wollen. Mit ihnen lässt sich gut feststellen, welches Interieur ein Hengst besitzt und ob er den Willen und die Leitungsbereitschaft mitbringt, die im Sport gefordert werden“, erklärt Sebastian Heinze, U25-Bundestrainer und langjähriger Fremdreiter bei DKB-Bundeschampionaten und Sportprüfungen. „Welchen Wert haben Rittigkeit und Interieur?“ – so lautete die Leitfrage seiner Präsentation. Seit 2016 gibt es dieses kurze, sportorientierte Prüfungssystem. Seiner Meinung nach, sollte noch das zusätzliche Merkmal „Perspektive“ in die Benotung mit einfließen. Anhand dessen könne die Zukunft eines Hengstes für Zucht und Sport besser dargestellt werden. „Die Sportprüfungen sind für Züchter, die sich abseits der Turnierplätze über die Qualitäten der Hengste informieren wollen, eine geeignete Plattform und sollten in Zukunft noch mehr genutzt werden.“

Benjamin Werndl, erfolgreicher Grand Prix-Reiter und Unternehmer, präsentierte in seinem Vortrag „Unternehmen mit Herzblut: Werndl – eine Marke im Dressursport“ sein Ausbildungszentrum Aubenhausen. „Wir sind so erfolgreich, weil wir so gut mit unseren Pferden umgehen. Bei allem Erfolgsstreben geht es nicht nur darum, Erfolg zu haben, sondern das Pferd immer wieder in den Mittelpunkt zu stellen.“, so lautet das Motto, nachdem Benjamin Werndl gemeinsam mit seiner Schwester, der erfolgreichen Grand Prix-Reiterin Jessica von Bredow-Werndl seit zehn Jahren ihren Dressurausbildungsstall aufgebaut haben. Im Fokus stehen dabei die pferdegerechte Haltung und Ausbildung. „Alle Pferde kommen bei uns auf die Weide, egal welchen Alters und in welcher Klasse sie im Turniersport laufen. Dann sind sie auch klar im Kopf“, so der 33-Jährige. Dass das Interieur bei den Werndl-Geschwistern ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, liegt dabei nahe. „Natürlich ist die Grundqualität eines Pferdes wichtig, aber auch der Charakter und die Einstellung sind für den Erfolg ausschlaggebend.“

Darüber hinaus referierten die Amateurin Dr. Ina Sillenberg und Para-Reiter Steffen Zeibig mit der Para-Equipe-Chefin Britta Bando zum Thema „Spezielle Anforderungen an ein Amateur-/Parapferd?“, Martin Richenhagen, Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Landmaschinenkonzerns Agco über „Marktanforderungen in Zeiten der Globalisierung: Spezialisierung oder Angebot für die Masse“ und Klaus Brinkmann, geschäftsführender Gesellschafter der Bugatti-Brinkmann-Gruppe und erfolgreicher Springreiter, mit „In Generationen denken – der Erfolg der Familie Brinkmann, Unternehmer und Reitsportler“.

Willenskraft, Mut, Leistungsstärke und Ausdauer – all dies sind Eigenschaften von Erfolgstypen. Ob Unternehmer, Reiter oder Pferd, alle brauchen hervorragende innere Werte, um erfolgreich zu sein. Züchter investieren nicht nur Zeit und Geld, sondern auch jede Menge Herzblut in ihre Pferde. Welche Eigenschaften und welche Soft Skills wünschen sich Züchter und Reiter neben der sportlichen Qualität von einen Pferd? All dies waren Themen, über die die Gäste, Trainer, Reiter, Zuchtexperten, Unternehmer und Marketingfachleute beim 5. Liebenberger Pferdeforum diskutierten. Und für diejenigen, die schon gespannt aufs nächste Jahr sind, das 6. Liebenberger Pferdeforum findet am 12. April 2019 statt.

Pressemitteilung

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