Equitana: Training mit Nicole Uphoff-Selke

Drei Reiter holen sich Tipps und Tricks von der vierfachen Olympiasiegerin Nicole Uphoff-Selke ab. Das Training ist inzwischen fester Bestandteil der Equitana Open Air.

Von einer vierfachen Olympiasiegerin zu lernen, davon träumen viele Reiter. Dieser Traum wurde durch eine Verlosung von Equiva für drei junge Reiterinnen wahr. Nadine Hidding mit Rock Amour, Robin Plein mit Waikiki und Luisa Schröder mit Ladykracher haben eine Lehrstunde mit Nicole Uphoff-Selke gewonnen. Dabei ist die ehemalige Dressurreiterin gefühlt immer im Sattel mit dabei. „Sie sehen, ich reite immer mit“, scherzt Uphoff-Selke, als sie einer Robin Plein sagt, wo sie das Knie haben solle. Im Vorfeld wurde besprochen, woran gearbeitet werden soll. Dabei sagte Robin Plein, die mit Waikiki angereist ist, dass sie gerne Trabarbeit machen wolle.

Alles reine Kopfsache
Dabei analysierte die Olympiasiegerin schnell, dass das Paar Probleme in den Traversalen hat. Die Stute trat mit der rechten Hinterhand nicht richtig unter und bog sich nicht richtig um das Bein herum. „Bei Reitern ist das manchmal reine Kopfsache“, erklärt Uphoff-Selke das Problem. Bei Plein war es letztendlich also reine Kopfsache, dass die Traversalen funktionieren. So wurde sich langsam an eine vernünftige Trabtraversale herangearbeitet, bei der es nur an den Begriff Traversale scheiterte. Schulter herein und Travers funktionierten. Mit diesen Begriffen wurde sich langsam an eine Traversale durch das ganze Viereck herangearbeitet. „Du reitest jetzt keine Traversalen mehr, sondern nur noch Schulter herein durch die Bahn“, erklärt die Doppelolympia Siegerin von Seoul 1988 und Barcelona 1992 das Problem, bei dem manchmal einfach andere Vokabeln gebraucht werden müssen, damit eine Lektion klappt.

Ein ganz anderes Problem hat Nadine Hidding mit Rock Amour. Der junge Hengst ist in der Hinterhand nicht besonders schnell und aktiv. Hier steht eine Menge Galopparbeit an. Doch einfach nur Zulegen und wieder einfangen sei bei dem von Rock Forever abstammenden Hengst der falsche Weg. „Damit spielt man ihm in die Karten und die Pferde nutzen das aus“, sagt die gebürtige Duisburgerin, die mit Sonnenbrille und Hut an diesem Tag im Showring steht. So sei es für den Hengst, der sich sonst brav zeigt, wichtig, dass Hidding auf einem kleinen Zirkel mit leichter Außenstellung galoppiert. So bekommt Hidding ihren Rock Amour auf die Hinterhand und das Pferd hat sich zum Schluss richtig fallen lassen und hat eine gleichmäßige Galoppade entwickelt. „Die Ausbildung und Arbeit mit jungen Pferden macht mir immer noch Spaß“, gesteht die inzwischen 51-Jährige, die mit Rembrandt Ende der 80er und Anfang der 90er sehr erfolgreich war. „ich konnte es nach Rembrandt keinem mehr recht machen. Alle Pferde wurden mit ihm verglichen und irgendwie hat Rembrandt alles besser gemacht“, erinnert sich die zweifache Mutter an ihr Ausnahmepferd. Die Vergleiche mit ihrem Ausnahmepferd seien auch der Grund, weshalb sie sich aus dem aktiven Dressursport zurückgezogen hat. Doch mit der Ausbildung von jungen Pferden und Reitern habe sie eine neue Aufgabe gefunden.

Nicht ausnutzen lassen
Das Dritte letzte Paar in dieser Trainingseinheit ist Luisa Schröder mit Ladykracher. „Luisa hat mir im Vorfeld gesagt, dass sie für alles offen ist“, sagt die Ausbilderin. Nachdem sie sich das Paar eine Weile angesehen hat, stellt sie fest: „Die Stute verkriecht sich etwas hinter der Senkrechten und kann über den linken Zügel wegspringen.“ In diesem Fall ist die Reiterhand und ein bewusstes hinreiten gefragt, was sich auch nach der Einheit am Ende verbessert.

Nun müssen die Reiterinnen zu Hause an den Sachen arbeiten, denn: „Bei der Dressurarbeit muss man genau sein, damit die Pferde ungenaues Reiten nicht ausnutzen“, zieht Uphoff-Selke ein Fazit des Trainings.

Text: Jenny Musall