„Dschingis Secret“ vor dem Kölner Landgericht

von Jaqueline Weidlich
04. Mai 2018
04.05.2018
ca. 2 Minuten

Es ist seit Jahren ein umstrittener Fall, der die Galopp-Welt in Atem hält und am Donnerstag kam es zu einem Duell vor dem dem Kölner Landgericht.
Der Kläger ist der Milliardär Horst Julius Pudwill (72), Firmen-Manager aus Hongkong und  Besitzer des preisgekrönten Hengstes Dschingis Secret, der in Köln auf dem Gestüt Röttgen in Rath/Heumar trainiert wird.
Der ganze Fall dreht sich um ein Rennergebnis, das der Kläger geändert haben will, weil sein Premium-Hengst Nachteile durch den erhalt des dritten Platzes hat. Weiter meint er, dass die beiden Erstplatzierten unfaire Tricks anwandten, so haben die Jockeys, der davor platzierten Pferde Isfahan und Savoir Vivre, ihre Tiere mit mehr Peitschenhieben als mit den erlaubten fünf über die Ziellinie gehetzt. Das alles spielte sich bei dem Derby in Hamburg 2016 ab.
„Wir können das Ergebnis des Rennens nicht ändern“, sagte der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Becks. Der beklagte Dachverband des Galoppsports stelle die Regeln auf, sei autonom, was der im Gerichtssaal anwesende Präsident Michael Vesper gerne hörte.
Kritische Entscheidungen oblägen der eigenen Verbandsgerichtsbarkeit. „Wir dürfen auch nicht entscheiden, wer aus der 1. Bundesliga absteigt, auch wenn es Kölner Richter gäbe, die das gerne wollen“, so der Vergleich des Richter Becks und erntete dafür Gelächter.

Zur Überraschung des Pferde-Verbandes schlug sich der Vorsitzende dann aber doch noch auf die Seite des Milliardärs. Das Renngericht habe einen gravierenden Formfehler begangen, bei einer erneuten Entscheidung eine Vorgabe der nächsthöheren Instanz ignoriert, die zur Disqualifikation tendierte. „Das geht gar nicht“, so Richter Becks und hob das Sport-Urteil auf. Das Renngericht solle nun neu verhandeln, „um das Verfahren ordentlich abzuschließen.Notfalls durch alle Instanzen“
Die Anwälte des Dachverbandes bezweifelten, dass Dschingis Secret der Sieg überhaupt noch zugesprochen werden könne, es gelte der Tatsachenentscheid. „Das werden wir ja dann sehen“, sagte der Anwalt des Besitzers und kündigte an, notfalls durch alle Instanzen zu gehen.
Das Landgericht will die nun bereits angedeutete Entscheidung am 26. Juni mit Urteil verkünden.

Quelle: www.focus.de

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