Besucher von Reithallen müssen auf scheue Pferde hingewiesen werden

von Jaqueline
15. Mai 2018
15.05.2018
ca. 2 Minuten

Nürnberg-Fürth. Durch Poltergeräusche von zwei Kleinkindern, welche damals im Alter von drei und fünf Jahren waren, erschreckte sich das gerade trainierende Pferd mit der Reiterin oben auf so sehr, das diese hinunter fiel. Die Großmutter, welche zu der Zeit die Aufsicht hatte, müsse nicht die Verletzung der Reiterin aufkommen, da ein Hinweis, dass Pferde bei alltäglichen Lärm scheuen können, fehlte.

Das Landgericht (LG) Nürnberg-Fürth veröffentlichte am Montag ein Hinweisbeschluss, der besagt, dass Besucher von Reithallen nicht für Schäden haften, die durch Lärm entstehen. Man müsse im Vorfeld darauf hinweisen, dass Pferde schon bei Alltagsgeräuschen scheuen können.
In dem Fall der klagenden Reiterin, setzte die Großmutter ihre Enkel auf die Holzbande um ihnen eine bessere Sicht zu ermöglichen. Dabei traten die Kinder mit ihren Schuhen gegen die Bande und erschreckten damit das Pferd so sehr, dass es durchging. Die Reiterin zog sich eine Schulterverletzung zu, wofür sie ein Schmerzensgeld von 3.000 Euro und zusätzlich 2.000 Euro für den Ersatz des Haushaltsführungsschadens verlangte.
Das Amtsgericht (AG) wies die Klage ab, da für die Großmutter das Scheuen des Pferdes nicht vorhersehbar war. Auch das Verhalten des Kindes und das Verursachen der Geräusche könne man ihnen nicht vorwerfen. Im Gegenteil, dass AG machte das Verhalten des Pferdes, welches wiederum auf die Reiterin zurückzuführen ist, verantwortlich für die Verletzung.
Die Reiterin hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, welche aber nach der Veröffentlichung des Haftungsbeschlusses am Montag wieder zurückgezogen wurde. Des Weiteren verwies das Landgericht auch darauf, dass ein entsprechender Hinweis von Seiten der Reiterhalle für die Besucher, dass man sich dort leise verhalten solle, nicht vorhanden war. Gerade bei Alltagslärm, wie es in dieser Situation der Fall war, sei man auf einen expliziten Hinweis angewiesen, so das Landgericht.

 

Text: Louisa Trippe

Quelle: www.ito.de

Weitere Artikel

Jaqueline - 
07. Dezember 2018
ca. 1 Minuten
Larissa Lienig - 
06. Dezember 2018
ca. 1 Minuten