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Belgische Kartellbehörde: Reiten ist nicht nur für Reiche

Die belgische Kartellbehörde setzt den Reiter-Weltverband und zwei Profi-Serien unter Druck. Im Moment hat es den Anschein, dass bei der… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
27.04.2018 2 min lesen
DE VOS Ingmar (Präsident FEI) Paris – FEI World Cup Finals 2018 Impressionen Draw-Party www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz 11.04.18

Die belgische Kartellbehörde setzt den Reiter-Weltverband und zwei Profi-Serien unter Druck. Im Moment hat es den Anschein, dass bei der Vergabe von Startplätzen, die finanzstarken Reitern einen Vorteil haben, so soll revidiert werden.
Durch die Kartellbehörde bekommt jetzt die Millionärsliga des Springreitens Probleme.

Gemeinsam sind der Reiter-Weltverband FEI, für die Profi-Serie Global Champions Tour (GCT) und deren Mannschafts-Wettbewerb Global Champions League, von der Belgian Competition Authority verpflichtet, ihre Vergabe von Startplätzen zu revidieren. Die Momentane vergäbe sei so wie es im Moment läuft, wettbewerbswidrig. Beschwerde hatte, der in Belgien beheimatete niederländische Trainer Henk Nooren und seine Tochter, die Springreiterin Lisa Nooren, eingelegt.
Das unterstreicht die bisherige Vermutung, des Internationalen Klub des Springreitens , dass schon seit geraumer Zeit, sich die Starterfelder der hochdotierten GCT-Turniere, vorwiegend aus Reitern zusammensetzt, die dafür Geld bezahlen.
Bedenklich ist dabei auch die Tatsache, dass bei diesen Turnieren viele Punkte für die Weltrangliste erworben werden können. Über die Weltranglisten-Plazierung werden nicht nur weitere Startrechte erworben, sondern Reiter können sich darüber hinaus, auch als Individualstarter für die Olympischen Spiele qualifizieren, sofern ihr Land keine Equipe am Start hat. So kann es sein das ein mittelmäßiger Reiter mit viel Geld deutlich höhere Chancen auf einen Olympiastart hat, als ein starker Reiter ohne Geld oder reichen Sponsor.

Schon im Dezember 2017, hatte das belgische Kartellamt entschieden, dass diese Praxis revidiert werden müsse. Trotzdem hatte die 19 Etappen umfassende Serie nach dem alten System begonnen, und auch für die nächsten Stationen vom 4. bis 6. Mai in Madrid und eine Woche später in Hamburg, ist keine Änderung zu erwarten. So hat sich die Behörde dafür entschieden, für jeden Tag, an dem die Veranstalter untätig bleiben, eine Geldstrafe in Höhe von 182 Euro zu verhängen, solange bis die FEI die Regeln durchsetzt. Die beiden belgischen Gesellschaften des Erfinders der Global Champions Tour, des Pferdehändlers Jan Tops und seiner Partner, sollen täglich 466 Euro Strafe zahlen bis zur Erfüllung der Auflagen.
Grundsätzlich sieht der Weltverband FEI für Starterfelder bei internationalen Turnieren einen festen Schlüssel vor, der sich wie folgt zusammen setzt:
60 Prozent der Teilnehmer sollen nach Weltranglisten-Platz bestimmt werden.
20 Prozent legt die Gastgebernation fest.
Weitere 20 Prozent werden vom Veranstalter, meist gegen Geld, eingeladen.
Diese Einnahmen sind ein wichtiger Teil der Turnierfinanzierung, wird aber nicht aus Serien angewandt. Für Nationenpreise kann sie naturgemäß nicht gelten, weil die Mannschaften von den Nationalverbänden aufgestellt werden. Und der Global Champions Tour hat die FEI eine Ausnahme eingeräumt. Hier werden nur 30 Prozent durch die Weltrangliste bestimmt, 10 Prozent durch die Gastgebernation. 60 Prozent kaufen sich durch Team-Lizenzen der angeschlossenen Mannschafts-Serie Global Champions League ins Feld ein, die ähnlich funktionieren soll wie bei der Formel 1.

Quelle: www.faz.net