Aktuelles, Fahren

Aachen: Vierspännerfahrer werden Dritte im Nationenpreis – Mareike Harm Sechste in der kombinierten Einzelwertung

Aachen (fn-press). Die deutschen Vierspännerfahrer haben den diesjährigen Nationenpreis beim CHIO Aachen mit 352,52 Punkten auf dem dritten Platz beendet…. Artikel lesen

Martina Brueske
19.09.2021 3 min lesen
Logo CHIO Aachen

Aachen (fn-press). Die deutschen Vierspännerfahrer haben den diesjährigen Nationenpreis beim CHIO Aachen mit 352,52 Punkten auf dem dritten Platz beendet. Im abschließenden Kegelfahrern waren die bis dahin an dritter Stelle liegenden Belgier auf den zweiten Platz (346,44 Punkte) hinter die siegenden Niederländern (315,98 Punkte) aufgerückt. In der Einzelwertung erzielte Mareike Harm (Negernbötel) das beste Ergebnis aus deutscher Sicht. Mit 170,57 Punkten belegte sie den vierten Rang, ihr bisher bestes Einzelergebnis in der aus Dressur, Marathon-Fahrt und Kegelfahren kombinierten Prüfung der Vierspänner in Aachen.

Das Kegelfahren am Sonntagmorgen war nichts für schwache Nerven. Wie erwartet hatte Dr. Wolfgang Asendorf einen technisch sehr anspruchsvollen Kurs aufgebaut, bei dem die knapp bemessene Zeit hohe Ansprüche an die Fahrkunst der Teilnehmer stellte. „Wir sind eben in Aachen“, erklärte der Parcourschef mit einem Schmunzeln, „hier messen sich die Weltbesten“. Tatsächlich gab es nur vier strafpunktfreie Runden.

Als erster deutscher Fahrer musste Georg von Stein (Modautal) in den Parcours, der mit hohem Tempo und viel Risiko die Durchfahrten anging. „Das haben wir noch nicht so richtig im Griff“, bedauert er sein Ergebnis von 10,08 Strafpunkten. „Zwei meiner Pferde sind noch recht jung, sie sind sehr ehrgeizig. Ich habe noch ein Problem, sie aus hohen Tempo wieder geregelt zu bekommen. Das zeiht sich wie ein roter Faden durch die letzten drei Turniere. Mein Gespann hat viel Perspektive, aber die Sicherheit für eine so anspruchsvolle Prüfung wie in Aachen fehlt uns leider noch“. Er schloss die Einzelwertung mit 189,73 Punkten auf dem 13.Rang ab.

Das Streichergebnis für die deutsche Mannschaft lieferte im Kegelparcours Michael Brauchle (Aalen), der 13,39 Strafpunkte sammelte. Er vermisste schmerzlich sein Erfolgspferd Carola, eigentlich die Leistungsträgerin seines Gespanns, die zwar nach einer Verletzung wieder im Training ist, jedoch noch nicht wieder einen so anspruchsvollen Wettkampf wie in Aachen bestreiten kann. Nicht nur Carolas Ausfall musste kompensiert werden, auch Hennessy, der noch in Budapest zum Gewinn der Mannschafts-Silbermedaille beigetragen hatte, musste aus gesundheitlichen Gründen im Stall bleiben. Ersatzpferd Smiley ist auf diesem hohen Niveau noch nicht sehr erfahren, es wurde also schwer für Brauchle. In der Endabrechnung landete er auf Platz zehn der Einzelwertung (185,44 Punkte).

Selten war der Abstand zwischen den führenden Gespannen so gering wie in diesem Jahr in der Soers, niemand durfte sich einen Abwurf erlauben. Die geforderte Nullrunde gelang Boyd Exell, der Weltmeister aus Australien setzte Mareike Harm, die letzte deutsche Starterin, noch mehr unter Druck. Die Holsteinerin zeigte sich nervenstark. In der erlaubten Zeit, leider jedoch mit einem Abwurf fuhr sie durch den Kegelparcours. Die drei Punkte kosteten sie den bis dahin belegten dritten Platz, dennoch war sie zufrieden mit der Leistung ihrer Pferde. „Das ist nichts für meine Nerven“, seufzte Equipechef René Poensgen (Eschweiler) nach ihrer Vorstellung, die schlussendlich die Sicherung des dritten Platzes in der Mannschaftswertung für das deutsche Team bedeutete.

Ohne Strafpunkte beendete der Niederländer Koos de Ronde, die Prüfung und sicherte sich 167,17 Punkten hauchdünn den zweiten Platz im Preis der Familie Richard Talbot (167,17 Punkte). Damit schlug er denkbar knapp Weltmeister Boyd Exell, der mit 167,96 Punkten Platz drei belegte. Ijsbrand Chardon (Niederlande) konnte sich einen Abwurf leisten und siegte dennoch überlegen (164,00 Punkte) in der Gesamtwertung. Damit wird sein Name zum zwölften Mal auf der Siegertafel in der Aachener Soers eingraviert.

Für die niederländischen Mannschaft ist es bereits der 18. Eintrag seit 1983, dem ersten Austragungsjahr des Nationenpreises im Fahren in Aachen, das ist Rekord.

In der Siegerrunde des Kegelfahrens, das keinen Einfluss hat auf die Mannschaftswertung oder das Klassement in der Einzelwertung der Kombinierten Prüfung hatte, aber als eigenständige Prüfung gilt, war der Tscheche Jiri Nesvacil der Schnellste. Er steuerte seine vier wunderschönen Kladruber Schimmelhengste in sensationellen 68,95 Sekunden durch den verkürzten Parcours. FN/C. Meyer zu Hartum