Zwei Weltmeister haben beim Stephex Masters in Brüssel die Bestmarken gesetzt: Mannschaftsweltmeister Richard Vogel hat mit Gangster Montdesir den Rolex Grand Prix, das mit 500.000 Euro dotierte Top-Ereignis gewonnen. Weltmeister Steve Guerdat (SUI) sicherte sich im Großen Preis des CSI3* mit Hadj de Bliniere Platz eins und Team-Weltmeister Daniel Deusser hatte gut zu tun: Selbst Dritter im Rolex Grand Prix werden und Tochter Stella beim Pony-Finale als Trainer betreuen.

Vogel setzte mit Gangster den Schlusspunkt unter ein Stechen, das lediglich fünf Reiter erreicht hatten. Der zehnjährige Gangster Montdesir – ein Sohn des Kannan aus einer Cornet-Obolensky-Mutter – war von Vogels Team zu Hause in Topform gehalten worden, während sein Reiter in Aachen Team-Gold gewann. Auf die Frage, ob die beiden deutschen Teammitglieder nach einer mental so anstrengenden Weltmeisterschaft nicht eine Pause gebraucht hätten, reagierten sie gewohnt gelassen. „Die Brussels Stephex Masters sind wie Urlaub“, lachte Vogel. Ein normaler Mensch bräuchte nach einer Weltmeisterschaft doch sicher Zeit zur Erholung? „Genau da liegt der Unterschied“, antwortete Daniel Deusser trocken. „Wir Reiter sind keine normalen Menschen.“ Zwischen die beiden Team-Weltmeister auf dem Podium schob sich der Brasilianer Eduardo Pereira de Menezes mit H5 Londontime. Der Rolex Grand Prix in Brüssel sei immer einer der ersten Termine, die er in seinen Kalender eintrage, versicherte der Brasilianer: “Ich war jetzt dicht dran. Am Ende war es der Bruchteil einer Sekunde Unterschied, aber ganz sicher ist es keine Schande, Zweiter hinter Richard Vogel zu werden.” Kendra Claricia Brinkop und Christian Ahlmann verpassten das Stechen in der Schlussprüfung.

GP-Sieg auch für Steve Guerdat
Bereits zuvor durfte der neue Weltmeister Steve Guerdat “eijnen Haken” an den Großen Preis im CSI3* machen. Mit dem neun Jahre alten Hadj de Bliniere war der Schweizer im Stechen eine Klasse für sich in 36,49 fehlerfreien Sekunden vor Schwedens Angelica Augustsson-Zanotelli und Kings Rose Dree Boeken (42,239). Weniger Fortune hatte Guerdat im Rolex GP mit Lancelotta, acht Strafpunkte waren zuviel für eine Platzierung.
Brüssel-Vorbild: Aachen
Für den Veranstalter, Stephex-CEO Stephan Conter, war Aachen schon immer der Maßstab, auch jetzt nur wenige Tage nach der WM. „Wir sind noch nicht ganz so weit – und wenn ich ehrlich bin, werden wir Aachen wohl auch nie ganz erreichen –, aber es bleibt der Standard, an dem sich unsere Stephex Masters messen lassen sollen“, so Conter bescheiden, aber offen ehrgeizig. “Doch sieht man einmal vom Veranstaltungsort selbst ab, so kommen die Stephex Masters in Brüssel – ein Turnier der Rolex Series – sportlich gesehen dem Vorbild zweifellos schon sehr nahe.” Na dann dürfen sich die Jungen Reiter, Junioren und Children im Juli 2027 auf etwas gefasst machen: Stephex hat den Zuschlag für die Nachwuchs-Europameisterschaften im kommenden Jahr erhalten.
