Nur zwei Reiter erreichten das Stechen im sonntäglichen Longines Hampton Classic 5*-Grand-Prix (Preisgeld: 400.000 US-Dollar), und bei beiden handelte es sich um Größen des amerikanischen Springsports: den Weltranglistenersten Kent Farrington und den auf Platz 12 geführten McLain Ward. Bester Deutscher war Christian Kukuk auf Rang drei.

Am Ende sicherte sich Farrington seinen dritten Titel beim mit 400.000 US-Dollar dotierten Hampton Classic Grand Prix im Sattel von Greya, seiner Weltcup-Siegerin von Forth Worthe in diesem Jahr. Farrington gehört nun zu den fünf Reitern, die diesen Longines Grand Prix bereits dreimal gewonnen haben. Zuvor hatte er sich bereits 2012 mit Voyeur und 2013 mit Zafira an die Spitze des Teilnehmerfeldes gesetzt. 41,82 Sekunden zeigte die Uhr am Ende des Stechens an, fast eine Sekunde schneller als McLain Ward und der zehnjährige KWPN-Wallach Lestro vd Valckenborg benötigten. Auf Platz drei folgte der beste deutsche Gast: Olympiasieger Christian Kukuk mit Akarad Tivoli Z, einem zehnjährigen Wallach aus einer Landwind-Mutter. Kukuk war im Umlauf der schnellste Vier-Fehler-Ritt geglückt.
Unvergleichlich: Kent Farringtons Greya
Farrington zollte seiner OS-Stute von Colestus-Contender aus der Zucht von Wilfried Sandmann höchstes Lob: „Ich glaube, Greyas Ergebnisse sprechen für sich“, sagte Farrington. „Ich bin ein großer Sportfan, und Statistiken lügen nicht. Sie ist unglaublich. Sie ist eine phänomenale Athletin, und das hat sie heute wirklich gezeigt.” Den Druck machte sich der Weltranglistenerste selbst: “Solche Stechen sind für mich eigentlich am unangenehmsten, weil man es mit jemandem wie McLain zu tun hat, der am Ende noch etwas Verrücktes aus dem Hut zaubern kann. Es ist eine spannende Abwägung, wie viel Risiko man eingehen will. Wenn ich volles Risiko gehe und eine Stange fällt, schenke ich ihm den Sieg; wenn ich aber nicht genug Druck mache, kann er dieses zusätzliche Risiko eingehen und mich schlagen. Es geht wirklich darum, das richtige Maß an Risiko zu finden. Ich habe versucht, das heute gut einzuschätzen, und zum Glück hat es sich ausgezahlt. Aber es war mir dann doch etwas zu knapp.“

Kukuk „so oder so“ zufrieden…
Für Kukuk, der als einziger Nicht-US-Reiter in die Top-Five jumpte, war es der erste Besuch beim Hampton Classic. „Ich habe mich mit einigen Leuten unterhalten, darunter Kent, und sie freuten sich schon darauf, hierherzukommen. Also habe ich beschlossen, mich ihnen anzuschließen, und ich bin unglaublich froh darüber. Ich war beeindruckt von der Atmosphäre, dem Sport und dem gesamten Umfeld der Veranstaltung.“ Unter sportlichen Gesichtspunkten gab es für den 36-jährigen nichts auszusetzen: „Ehrlich gesagt wäre ich auch dann auf derselben Platzierung gelandet, wenn ich fehlerfrei geblieben wäre. Es hätte keine Chance gegeben. Ich habe dieses Pferd erst seit sechs Monaten, und es ist auf diesem Niveau noch recht unerfahren. Es ist erst sein zweiter Grand Prix, daher fehlt uns bei einem solchen Stechen einfach noch die Routine.“ Neben dem Zangersheider Wallach hatte Kukuk mehrere Pferde mit in die Hamptons auf Long Island gebracht.
Das Hampton Classic, das sein 51-jähriges Bestehen in Bridgehampton im US-Bundesstaat New York feierte, bot vom 23. bis 30. August Springen in den Kategorien CSI5* und CSI2* sowie USEF-Premier-Hunter-Wettbewerbe mit einem Gesamtpreisgeld von mehr als einer Million US-Dollar.
