Al Shira’aa Bundeschampionate: Titel für Bonds in Gold bei den Vierjährigen

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An fünf Schauplätzen gleichzeitig geht es bei den Al Shira’aa Bundeschampionaten für den Pferdenachwuchs um Titel und Platzierungen. Den krönenden Abschluss auf dem Reitpferdeplatz, der DSP-Arena, machten in diesem Jahr die vierjährigen Hengste. Als Sieger im Preis vom „Hof Bernadotte“ und als Bundeschampion ging dabei der in Brandenburg-Anhalt gezogene DSP-Hengst Pramwaldhof’s Bonds in Gold hervor.

Wie schon bei den vierjährigen Reitpferdestuten und -wallachen sowie den gleichaltrigen Ponys wurde in diesem Jahr erstmals ein neues Modell erprobt. Demnach wurde das Finale nicht mehr als Reitpferdeprüfung mit Fremdreitertest, sondern als Dressurpferdeprüfung der Klasse A ausgetragen.

Gleich mit dem ersten der sechs Finalisten erlebten die Besucher in der DSP-Arena den späteren Bundeschampion: Pramwaldhof’s Bonds in Gold (v. Bonds – Goldberg) aus der Zucht von Hendrik Niehe aus dem brandenburgischen Sieversdorf-Hohenofen. „Ein bedeutendes Pferd mit beeindruckender Aufmachung und Ausstrahlung“, kommentierte denn auch Katrin Burger, die zusammen mit Wolfgang Egbers und Catrin Wingender die Prüfung richtete. Für die sehr ansprechende Trabmechanik („nicht nur die Beine bewegend, sondern den ganzen Körper“) vergaben die Richter die 9,0, für den ebenfalls beeindruckend bergauf gesprungenen Galopp die glatte 10. Trotz einer geringgradigen Spannung im Schritt gab es für die Durchlässigkeit eine 8,8, für den Schritt eine 8,0. „Das sind junge Pferde“, zeigte Katrin Burger Verständnis. „Und wir wissen, dass die Atmosphäre hier nicht so einfach ist.“ Insgesamt sahen die Richter in dem von Sina Aringer vorgestellten Dunkelfuchs ein Pferd „mit ganz vielen Möglichkeiten für die Zukunft“, dokumentiert durch eine 9,4 für den Gesamteindruck. Dies bedeutete eine Endnote von 9,04 für den Siegerhengst der DSP-Hengsttage 2025, der seitdem im Besitz des Gestüts Pramwaldhof aus Österreich steht.

Ein noch etwas höheres Endergebnis erzielte der Sieger der Qualifikationsprüfung, Be My Guest FBW (v. Bonds – Sezuan), aus der Zucht von Zoe Sierks und im Besitz der Van Bocksxgrave Horses BV. Wegen eines Umkehrens in der Ecke und des Verlassen der vorgegebenen Linie mussten ihm 0,2 Punkte abgezogen werden, sodass der baden-württembergische Landeschampion und seine niederländische Reiterin Dionne Korringa am Ende mit der Endnote 9,1 auf dem Silberrang landeten. Bei der Beurteilung der Grundgangarten des viermal weiß gefesselten Dunkelfuchses bewegten sich die Richter am oberen Ende der Skala: von der 8,7 für den ganz klar geregelten, fleißigen Schritt über die 9,8 für den fleißigen und energischen Trab bis hin zur Höchstnote 10 für „den absolut maximalen Raumgriff und Durchsprung“, der keine Wünsche offenließ. Abstriche mussten sie in dieser Prüfung allerdings bei der Durchlässigkeit des Pferdes machen. „Das Pferd war absolut überzeugend immer bei der Reiterin, es sah alles ganz leicht aus, bis er sich nach X einmal vor was auch immer erschrocken hat. Das haben wir alle gesehen“, sagte Burger. Von einer ganz hohen Note ausgehend, reichte es daher an dieser Stelle nur für eine 7,7. Ungeachtet dessen sahen die Richter eine sehr gute Perspektive – 9,5 – für Be My Guest FBW, den nach der Prüfung wieder gelassen und selbstverständlich im Viereck sich bewegenden Hengst.

Auf dem Bronzerang landete der Marbacher Landbeschäler Danubio, ein westfälischer Hengst (v. Damaschino I – Dimaggio) aus der Zucht von Karl-August Schulte-Varendorff. In der Qualifikation, die wie immer als Reitpferdeprüfung ausgetragen wurde, hatte er es gerade noch ins Finale geschafft, dort allerdings schon durch seine Rittigkeit überzeugt. In der Prüfung ging der Hengst, den sein Reiter Linus Keller als Musterschüler – „schlau, ehrgeizig und liebenswert“ – beschreibt, wie ein Uhrwerk. „Wir sahen hier ein Pferd mit einem ganz hohen Gleichmaß und einer ganz hohen Losgelassenheit während der ganzen Prüfung in allen drei Grundgangarten“, sagte Katrin Burger. Neben guten Noten für die Bewegungsqualität – Trab und Galopp 8,5, Schritt 8,7 – punktete der Fuchs durch seine Durchlässigkeit: „Immer in sehr ansprechender Anlehnung mit zufriedenem Maul, immer im richtigen Maß gefordert durch den Reiter“, so Burger. Hierfür gab es die 9,0, ebenso wie für den Gesamteindruck. „Ein Pferd, das immer versucht, es dem Reiter richtig zu machen, immer zufrieden, immer losgelassen, auch in dieser hier doch sehr anspruchsvollen Atmosphäre. Ein Pferd, das sicher viel Freude macht bei der weiteren Ausbildung mit sehr gutem Potenzial.“ Sein Gesamtergebnis: 8,74.

Nur ganz knapp verpasste der Zweite der Qualifikation, der westfälische Hengst Zacolar (v. Zanetti – Escolar), einen Platz auf dem Podium. Ein Umspringen im Galopp drückte etwas die Note für die Durchlässigkeit des ansonsten ebenfalls mit sehr guten Grundgangarten ausgestatteten braunen Hengstes aus der Zucht von Markus Schulze-Finkenbrink. Er belegte mit der Endnote 8,74 den vierten Platz.

Im Finale vergab das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat den BMLEH-Tierschutzpreis, einen Sonderehrenpreis für besonders pferdegerechtes Reiten. Dieser ging bei den vierjährigen Hengsten an Linus Keller für die Vorbereitung von Danubio. „Der Reiter löst sein Pferd nach den klassischen Grundsätzen mit Pausen und beendet die Arbeit mit gutem Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen. Das Pferd strahlt Zufriedenheit aus“, hieß es in der Begründung. Pferdesport Deutschland/Hb

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